Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
24
Erscheinungsjahr:
1998
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081741/98/
Finanz- und Haushaltspolitik Prozent bei den Lehrern oder zwischen 9 und 19 Prozent bei der Lan­ despolizei.186 Im Jahre 1990 kam es dadurch zu einer sprunghaften Zu­ nahme der Personalausgaben um etwa 10 Prozent, die im Rechen­ schaftsbericht neben den realen Erhöhungen bei Neueinstellungen und den reglementarischen Stufenvorrückungen auch auf eine teuerungsbe­ dingte Anpassung von 3,6 Prozent zurückgeführt wird.187 Der Vergleich der Gehalts- und Besoldungstabellen Liechtensteins und des Kantons St. Gallen zeigt, dass in tieferen Gehaltsklassen die Anfangsgehälter etwa auf demselben Niveau, die Endstufen nach den dienstaltersbedingten Vorrückungen in Liechtenstein um rund 10 Pro­ zent höher liegen.188 
Zum Nachweis unterschiedlicher Gehaltsniveaus in der öffentlichen Verwaltung wäre es erforderlich, auch die vorgenom­ mene Einstufung vergleichbarer Funktionen zu überprüfen. Das Ge­ haltsniveau der öffentlich Bediensteten dürfte in Liechtenstein gegenüber dem Kanton St. Gallen jedoch allgemein höher liegen. Dies ist auch auf­ grund der zehnprozentigen Landeszulage zu vermuten, die die PTT-Be- diensteten im Lande gegenüber den Bediensteten in der Schweiz erhal­ ten.189 Bedingt durch das hohe Gehaltsniveau in der Privatwirtschaft Liechtensteins hat sich die Landesverwaltung vom strikten Vergleich zu den Gehaltseinstufungen der schweizerischen Nachbarkantone abgelöst. Gemäss Art. 46 des Besoldungsgesetzes wird Beamten und Angestell­ ten bei der Neueinreihung die Wahrung des Besitzstandes zugesichert. Diese Besitzstandwahrung hat neben den Vorrückungen nach Dienst­ jahren den Effekt, dass bei restriktiver Lohnpolitik im privaten Sektor eine Niveauverschiebung zugunsten des öffentlichen Bereichs stattfin­ det. Dies führt nicht nur zu fixierten Folgekosten in der öffentlichen Verwaltung, es birgt auch sozialpolitischen Zündstoff in sich. Wie in an­ deren Ländern wird die Besoldung der Beamten weniger vom Arbeits­ markt, sondern von internen Vergleichen der Einstufungen, den An­ sprüchen der Beamtenvertretungen und letztlich vom politischen Kon­ 186 Vgl. BuA zur Schaffung eines Besoldungsgesetzes, Nr. 42/1990, S. lOff. 187 Vgl. ReBe 1990, S. 57. iss Vgl. Amt für Personal und Organisation: Gehaltstabelle ab 1. Januar 1996, und Schul­ amt: Gehaltstabelle der Primarlehrer und Fachlehrer Fl und Gehaltstabelle der Real­ lehrer und Fachlehrer F3 ab 1. Januar 1996, sowie Personalamt des Kantons St. Gallen: DBO-Besoldungstabelle ab 1. Januar 1996, und Regierungsbeschluss des Kantons St. Gallen vom 5. Dezember 1995: Besoldungstabelle für das Jahr 1996. 189 Vgl. Schreiben der Kreispostdirektion St. Gallen vom 23. Juli 1981 an die Poststellen im Fürstentum Liechtenstein. 97
        

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