Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1867
Erscheinungsjahr:
1867
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1867/98/
Kaiser Franz Josef macht seinen Gegenbesuch bei 
Napoleon. Die Pariser find ganz außer sich. Die 
junge constitutionelle Freiheit Oestreichs, der Kaiser als 
constitutioneller Monarch werden hoch gefeiert. Freilich 
ist man gegenwärtig in Oestreich um ein fthr großes 
Stück freier, als im Cäsarenreich jenseits des Rheins. 
Thurgau. Aus Romanshorn gehen täglich 6—7 
Güterzüge mit Getreide ab, — man sagt nach Frank 
reich. Zirka 400 Träger knd mit Laden beschäftigt. 
Waadt. Ein Pächter, der Milch, welche er dem 
Milchmann verkaufte, mit Wasser mischte, wurde vom 
Polizeigerichte Lausanne zu zehn Tagen Gefängniß, zwei 
jähriger Einstellung in seinen bürgerlichen Rechten, zu 
den Kosten und zu einer Entschädigung von 100 Frkn. 
verurtheilt. 
Defl? „Boten am Rhein" entnehmen wir, daß dieser 
Tage von Buchs und Haag eine Eingabe an die hohe 
Bundesversammlung abgegangen ist mit dem Gesuche, 
es möchte dieselbe ein für alle Mal an jede der statt 
der bisherigen Fähren zu erstellenden Rheinbrücken den 
diesfallsigen Gemeinden 10,000 Fr. aus der Bundes- 
kgsse verabfolgen. Und eine andere von Au und Ober 
riet ebenfalls an die Bundesversammlung, dahin gehend, 
auf 10 Jahre lang denjenigen Gemeinden, die an die 
Stelle der bisherigen Fähren igehörige Brücken erstellen, 
denjenigen (oder sogar noch einen im niedrigeren Ansätze) 
Tarif zu gewahren, der bis dato gesetzlich für die Fäh 
ren oder als Schifflohn gezahlt worden sei. 
Ein alter östreichischer Stabsoffizier erzählt aus An 
laß einer vom Kriegsministerinm erlassenen Instruktion 
wegen der Stockprügel in der „R. F. P." folgendes 
Stückchen: Als er im Jahre 1820 Hauptmann im k. 
k. Infanterieregiment Mariassy Nr. 37 war, ließ sich 
ein Gemeiner seiner Kompagnie zum Rapport melden 
und bat um 25 Stockstreiche, weil er der Einzige sei, 
der noch keine bekommen habe und deshalb von seinen 
Kameraden verspottet werde. 
Eine heitere Geschichte passirte jüngst auf der Eisen 
bahn zwischen Burgdorf und Bern. In einem Wagen 
2. Klasse sitzen zwei englische Damen und spielen -mit 
einem Schooßhündchen. Ein junger Reisender tritt ein 
und raucht seine Zigarre. Da kommt eine von den 
zarten Töchtern, reißt dem Manne den Rauchstummel 
aus dem Mund und wirft ihn zum Fenster hinaus. 
Der Reisende läßt sich die Grobheit gefallen. Aber er 
wartet nicht lange und ergreift das Schooßhündchen, 
das die Damen reglementswidrig mit sich führen, und 
wirft's der Zigarre nach. 
Ein Banknotenfabrikant. Im Unter - Jnnthal 
hat ein Gauner folgendes Stückchen aufgeführt. Er 
ging zu einem Bauer und erklärte, er habe ein Wässer 
chen erfunden, mittelst dessen sich Banknoten machen lie 
ßen, welche von den ächten nicht zu unterscheiden wä 
ren. Zur Probe erbat er sich eine Guldennote, bestrich 
sie mit dem Wunderwasser nnd legte sie auf ein Pa 
pier von der Größe der Note. Dann sagte er zum 
Bauer, er möge ihm einen Stein holen, welcher noth 
wendig sei, um durch seine Schwere den Druck auf das 
Druck von Heinri 
untergelegte Papier zu übertragen. Während der 
Bauer den Stein holte, nahm der Gauner daS Papier 
unter der Banknote heraus und legte eine neue Gulden- 
Note unter. Der von dem Bauer berbeigebrachte Stein 
wurde aufgelegt und nach einer halben Stunde sollte 
der Proceß vollendet sein. In der That war auch nach 
Ablauf dieser Zeit der Druck so vollendet, daß die auf 
diesem Wege erzeugte Banknote selbst bei der genaue 
sten Untersuchung von der echten nicht zu unterscheiden 
war. Da meinte der, verdutzte Bauer: „Ja, könnte 
man denn nicht auch größere Banknoten auf diese Weise 
zu Stande bringen?" — „Allerdings", entgegnete der 
Gauner, „nur her mit einem Fünfer oder Zehner!" 
Der Bauer besaß leider keinen Fünfer oder Zehner, 
wohl aber einen Hunderter, dessen getreue Nachahmung 
der Gauner ebenfalls zu bewerkstelligen sich bereit er 
klärte. Er schnitt sofort ein Papier in der Größe der 
Hundertgulden-Note, bestrich diese mit der nothwendigen 
Sorgfalt mit dem Wasser, legte das Papier unter, be 
merkte aber, daß der Hundertguldendruck etwas längere 
Zeit, etwa 6 Stunden, in Anspruch nehme; auch müsse 
der Bauer einen bedeutend schwereren Stein zum Be 
schweren herbeischaffen. Daß der Banknoten-Fabrikant 
die sechs Stunden nicht abwartete, um durchzubrennen, 
und den Bauer, der die Geduld hatte, auszuharren, 
beschwindelte, ist selbstverständlich. Der Gauner ist 
übrigens bald nach diesem Coup eingefangen und von 
dem Landesgerichte zu Innsbruck abgeurtheilt worden. 
Bauausfchreibung. 
Für den Bau der projektirten Rhein brücke bei 
Buchs-Schaan sind circa 2800 l^ Eichen- oder Ler 
chenholz, circa 20000 l' Tannenholz, circa 20000^ 
Schnitt- oder Bretterwaaren und circa 20 Centner Ei 
senwaaren erforderlich. 
Wer diese Lieferungen übernehmen möchte, ist einge 
laden, seine Uebernahmsofferte innert 14 Tagen s äaw 
dem Gemeindammannamt von Buchs schriftlich einzurei 
chen, bei welchem auch die Pläne und Baubeschriebe ein 
gesehen werden können. 
Baumeister, welche den Bau mit oder ohne Material 
lieferung zu übernehmen gedenken, sind ebenfalls einge 
laden, ihre Meldungen und Forderungen innert obbesagter 
Frist dem Gemeindammannamt von Buchs zu Handen 
der Gemeindebehörden von Buchs und Schaan schriftlich 
einzugeben. 
Buchs den 26. Oktober 1867. 
Die Gemeinderäthe von 
Buchs und Schaan. 
Die rückständigen Abonnentengelder wol 
len baldigst berichtigt werden. 
Curs. 
Für 100 fl. Silber wurden in Wien bezahlt: 
Samsttag, den 2v. Oktober. . . . fl. 122. Banknoten. 
Mtttwoch, den 30. Oktober fl. 122. » 
Herausgeber: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor: vr. Schädler. 
Graff in Feldkirch.
        

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