Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1867
Erscheinungsjahr:
1867
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1867/74/
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mit seiner Wahlliste versehen, in ein Wirthshaus gezogen 
seien, dort einen „unbekannten" Mann und auf dem 
Tische einen Hausen Geld angetroffen und sich hierauf 
vom Sindik je Fr. 5 hätten bezahlen lassen. 
Uri. In den Urner Alpen und Bergen ist noch im 
mer so viel Schnee, daß man kaum glaubt, in die „Aus- 
stäfel", d. h. die höher gelegenen Theile der Alpen, mit 
dem Vieh fahren zu können. 
Paris, 28. Juli. Beide Kammern sind geschlossen 
worden und zwar der gesetzgebende Körper vor zwei 
Tagen, der Senat > heute. In ersterem ertönten beim 
Schlüsse auch Rufe: Es lebe die Freiheit! Der Senat 
verwarf, wie zu erwarten, eine Petition um Einfüh 
rung des Schulzwanges. Es soll natürlich Jeder die 
Freiheit haben, ein Dummkopf zu bleiben. Präsident 
Baron Dupin hielt eine gegen Preußen gerichtete Rede 
beim Schlüsse des Senats. 
Bei der Anwesenheit des Sultans in Paris er 
zählte man, derselbe gedenke Palästina zu verkaufen, um 
seine Reisekosten zu decken. Er will Jerusalem und 
Joppe den Russen um 20 Millionen Franks verkaufen 
und Unterhandlungen sollen bereits im Gange sein. 
Die Auslagen, welche der Kaiser Napoleon selbst aus 
Anlaß der bisherigen fürstlichen Besuche seit zwei Mo 
naten gemacht hat, sollen sich auf 30 Mill. Fr belaufen. 
Zn Hannover müssen die Gastwirthe jetzt 254 Thä 
ler, stcm wie früher 48 Thaler, also über das Fünffache 
mehr, die kleinen Händler jetzt 184 Thaler, statt wie 
bisher 32 Thaler bezahlen. — Bei dieser Steuererhö 
hung können die Hannoveraner natürlich keine Freude 
daran haben, Preußen geworden zu sein. 
Auch das Auswandern nach Amerika hat seine 
Zeit und die jetzige Zeit scheint nicht die beste. Der 
Brief eines jungen Böhmen an seinen Vater in der Bo- 
hemia lautet gar jämmerlich. Der junge Mann hatte 
drüben gehofft, als Maurer Arbeit zu finden, er mußte 
aber froh sein, daß er Holz zu spalten bekam. Die 
Bekannten, die er in Amerika traf und auf deren Bei 
stand er gezählt hatte, fand er alle in großer Noth und 
als er einen derselben fragte, warum er denn seinen El 
tern geschrieben habe, er lebe in Amerika wie ein Fürst, 
erwiderte dieser, man brauche zu »Hause nicht zu wissen, 
wie es ihm hier gehe. „Lieber daheim in Lumpen ge 
hen als jetzt hierher auswandern^, schreibt er. Ich 
wünsche, daß ihr das Elend vieler Auswanderer - Fami 
lien sähet, ich habe nicht so viele Haare auf dem Kopfe, 
als ich hier schon Thränen darüber vergossen habe, daß 
ich den lügenhaften Briefen amerikanischer Wichte mehr 
geglaubt habe als meinen guten Eltern. 
Anzeigen. 
Die erste vorarlbergische 
mechanische Wergspinnerei 
von 
Anton Hornnng in Hohenems 
Wird mit Monat August eröffnet und in Betrieb gesetzt. 
Indem der Gefertigte sein neu gegründetes Unterneh 
men sämmtlichen Herren Industriellen, Handels- und 
Gewerbetreibenden, so wi^ den Landbewohnern bestens 
empfiehlt, anerbietet er sich namentlich zur Lohnspin- 
nerei von geriebenem Hanf nnd Flachs oder 
Werg (Knder), worin er durch vortheilhafte Einrich- 
kungen und mit Maschinen neuester Konstruktion im 
Stande sein wird, in Qualität des Gespinnstes und des 
sen Spinnerlohn das Beste und Billigste zu leisten. 
Näberes hierüber wird der Gefertigte in besonders ge 
druckten Anzeigen in nächster Zeit allenthalben bekannt 
machen lassen, so wie auch die Ablagsorte bezeichnen, 
welche zur Erleichterung des Verkehrs mit der Spinnerei 
in verschiedenen Bezirken des Landes und dessen Nach 
barschaft errichtet werden. 
Allseitig freundlichem Zuspruch empfiehlt sich ergebenst 
Hohenems, Ende Juli 1867. 
Anton Hornnng. 
von 
Caspar Honegger 
hält Klein-Berkanfsniederlagen in Baumwollen- 
nnd Halbwollen-Waaren 
IN 
Schaan, Vaduz und Balzers. 

Die RVriiKiits.RsHA8Na.1ds ckes in AN» ^ukaxe 
ersekienenvn Werks: 
vor xersöikliolis Leimte.«" 
^erstlioker katkxeber in xesvlileektli-- 
oken ktrankkeiten, namentliok in 
Lin starker vanä von 232 Seiten mit 
60 anatomisolien ^dbil Banknoten, 
Mittwoch, den 3,. Zuli . . . . fl. 124.50 » 
Herausgeber: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor: vr. Schädler. 
Druck von Heinrich Graff in Feldkirch.
        

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