Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1867
Erscheinungsjahr:
1867
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1867/70/
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Schale befindet sich noch außerdem ein einzelner größerer 
Diamant und aus derselben Stelle der andern Schale 
ein Rubin, beide Steine von ausgezeichneter Schönheit 
und sehr hohem Werthe. 
Schwyz. Ein interessanter Prozeß soll nächstens 
vor hiesigem Bezirksgericht abgewandelt werden. Ein 
Bürger und Rathsherr v. L. wurde von einem andern 
„Garibaldi" betitelt. Für diese injuriöse Aeußerung ver 
langt unser Rathsherr gerichtliche Satisfaktion! 
St. Gallen. Laut dem Amtsbericht des Erzie 
hungsdepartements betrug am Ende des letzten Schul- 
kkrses im Kanton St. Gallen die Zahl der Primär 
schulen 400, wovon 157 Halbjahrschulen, 32 Dreivier- 
teljahrschulen, 27 getheilte Jahrschulen, 35 Halbtag 
jahrschulen, 23 theilweise Jahrschulen und 126 ganze 
Zahrschulen waren. Die Zahl der Halbjahrschulen hat 
sich seit dem vorhergehenden Jahr um 13 vermindert, 
diejenige der ganzen Lahrschulen um 16 vermehrt. Von 
Jahr zu Jahr nehmen die Halbjahrschulen ab. 
Die Schülerzahl betrug im Schuljahr 26,378, wo 
von 22,356 Alltagsschüler und ^4022 Ergänzungsschü 
ler waren. Der Kapitalbestand der Schulfonds hatte 
sich um Fr. 133,773'vermehrt. 
In Como ist die Cholera ausgebrochen. In einer 
Nacht erkrankten 26 Personen. Der Canton Tessin hat 
Sperrmaßregeln angeordnet. 
Am l. Zuli stürzte in Lugau in Sachsen der Schacht 
eines Kohlenbergwerks zusammen und verschüttete an 
100 Bergleute, dte im Bergwerk arbeiteten. Es gelang 
kicht, den Verschütteten Luft zu machen oder sie zu ret 
ten. Der bei 800 tiefe Schacht ist mehrere Hundert El 
len hoch mit Gestein und Schutt angefüllt. Bis er 
wieder geöffnet sein wird, mag eS ein Jahr gehen. Das 
Unglück ist ein entsetzliches, indem die verschütteten Ar 
beiter meist Familienväter waren und mehr als 200 ver 
waiste Kinder hinterlassen. Das Unglück wird dem 
Umstand zugeschrieben, daß die Schächte nicht ausge 
mauert, sondern mit tannenen Holzstämmen, Stamm 
hart an Stamm, wagerecht ausgekleidet waren, die mit 
der Zeit, wenn sie faulen, ausgewechselt werden müssen. 
Letzteres soll leider seit längerer Zeit versäumt worden 
sein. Als am Montag srüb 6 Uhr die Mannschaft der 
ersten Schichte (zu 8 Stunden, es gibt 3 Schichten, die 
erste kommt früh 6 Uhr, die zweite Mittags 2 Uvr, die 
dritte Nachts 10 Uhr) antrat, erklärte sie, nicht einfah 
ren zu wollen, da es an der defekten Stelle im Schachte 
,zu sehr „bröckele". Der Steiger aber schickte sie nut der 
Drohung, Jeden im Weigerungsfalle um 20 Ngr. zu 
strafen, in die Tiefe. Für die betreffende Stelle wurde 
eine Reparatur vorbereitet. Gegen 11 Uhr hörten die 
Bergleute über sich im Gebirge ein dumpfes Rollen, 
mehrere wollten daher schnell heraussteigen, der unten 
befindliche Steiger schickte sie jedoch an die Arbeit zurück 
und beorderte drei Mann in die Höhe zu steigen und 
zu untersuchen, was es gebe. Diese drei Leute enlka- 
men noch mit großer Anstrengung dem schrecklichen Tode. 
Unter ihnen brach der Schacht zusammen. — Eine 
strenge Untersuchung, welche eingeleitet werden sott, wird 
ergeben, ob die im Obigen wiedergegebenen Aussagen 
der Bergleute über die Ursache des Unglücks durchaus 
zutreffend sind, und ob eine in diesem Fall gräßliche und 
darum nicht ohne weiteres zu behauptende Verschulvi- 
gung nachgewiesen werden kann. 
Ein gräuliches Verbrechen wurde in der Nacht vom 
21. aus den 22. Juni in Grose, einem östreichischen 
Dorfe, dicht an der schlesisch-preußischen Grenze, verübt. 
Um halb 1 Uhr brach ein Feuer in der Scheune des 
Bauerngutbesitzers Reichet aus, welches dieselbe verzehrte. 
Man wunderte sich, während des Feuers kein Mitglied 
der Reichel'schen Familie zu sehen, die Thüren des Wohn 
hauses waren verschlossen; als man dieselben öffnete, 
fand man die Frau des Besitzers und 8 Kinder mit 
einer Art erschlagen. Der Mann fehlte noch, und als 
man Nachforschungen anstellte, fand man die Leiche des 
Reiche! unter den Trümmern der niedergebrannten Scheu 
ne. ES wird behauptet, daß Reiche! selbst in einem 
Anfall von Wahnsinn die furchtbare That begangen und 
sich dann, nachdem er vorher die Scheune angezündet, 
dort selbst erhängt hatte. 
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Mittwoch, den 17. Zuli .... fl., 124.75 » 
Herausgeber: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor: vr. Schädler. 
Druck von Heinrich Graff in Feldkirch. 
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