Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1867
Erscheinungsjahr:
1867
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1867/51/

Gemeinde Buchs schon vorher abgeschlossen war, ehe 
nur an diese Subvention, oder an die Nothwendigkeit 
derselben gedacht wurde. 
Kirchthaler.- Ich habe dieses Geld nicht direct als 
eine Subvention des Brückenbaues bezeichnet, sondern 
gesagt, daß es dadurch der Gemeinde Schaan möglich 
wird, neben den Wuhrbauten auch noch das Material 
zum Brückenbau zu liefern. 
Präsident: Ich muß bemerken daß die fl. 4000 
deßwegen von der Commission empfohlen wurden, weil 
Gefahr im Verzug ist, bei einer Uferstrecke von 250 
Klftr., daß diese Strecke schnell gebaut werden müsse, 
was nur durch Beihilfe deS Landes möglich wird. 
ES erfolgt nun eine Abstimmung über die Commis- 
stonSanträge. Alle Sätze werden einstimmig angenom 
men; nur dem Satze: „eS könne daher zu dem Benderer 
Brückenbau eine besondere Geldunterstützung aus der 
Landeskasse nicht gewährt werden stehen 7 gegen 7 
Stimmen. , 
In Folge dessen ergeben sich neue Debatten als deren 
Resultat der 1. Satz deS Conuyissions-Antrages folgende 
Fassung erhält: . . 
„Rheinbrücken bei den verschiedenen Rheinübergängen 
seien im Interesse deS Landes wünschenSwerth und auS 
der Landeskasse gleichmäßig zu unterstützen" 
und mit Stimmenmehrheit angenommen wird. 
4. CommissionS-Antrag: „es sei die fürstl. Regierung 
ermächtigt die zur Errichtung einer mit Feldkirch in 
Verbindung stehenden Telegraphenstation in Vaduz er 
forderlichen Verhandlungen einzuleiten." 
Wird ohne Debatte mit 8 gegen 6 St. (Schlegel, 
Sckafhauser, Erni, Quaderer, Büchl, Beck) angenommen. 
5. Pensionsbetrag des weil BundeStagSgesandten Fr. 
v, Linde mit st. 400 süddeutsche W. und des Gesandt 
schafts - Secretärs Stedtfeld mit fl. 60 sd. W. wird mit 
8 gegen 6 St. genehmigt. 
6. Die Staatsrechnung pro 1866 wird nach dem in 
der Beilage veröffentlichten Stande, und 
7. desgleichen die Sparkassenrechnung pro 4866 ein 
stimmig gutgeheißen. 
8. Der Staatsvoranschlag pro 1868 wird nach dem 
in einer Beilage folgenden Ausweise mh fl. 26,176. 65 
Ausgaben und fl. 31,538. 29 kr. einstimmig angenom 
men. 
9. Der Cassa-Verwalter Urbanek erhält vom I. März 
d. I. eine Gehaltszulage von fl. 100 mit 8 gegen 6 
Stimmen und 
dem Reggs.-Secretär Rheinberger wird einstimmig eine 
Gehaltszulage von fl. 150 jährlich bewilligt. 
10. Das Gesuch des Hofkaplan Dbflorin in Schaan 
um Nachlaß der Präsentationstare pr. fl. 60 wird mit 
13 gegen 1 Stimme verworfen; Vagegen dem Schlosser 
Anton Marok von Triefen Nr. 117 wird der nachge 
suchte Gewerbsteuer-Erlaß von fl. 2 pro L866 bewilligt. 
Ebenso wird das Honorar für den Zeichenlehrer pr. 
st. 200 aus dem Schulfonde pro 1868 einstimmig be 
willigt. 
Schließlich werden die Mitglieder des Gesetzgebungs 
ausschusses erwählt und zwar: Schädler, Keßler, Mar- 
rer, Wanger, Kirchthaler, worauf die Sitzung um 1 Uhr 
Mittag schließt. 
Allerhand Neuigkeiten. 
Badnz, 5. Juni. Ein junger Mann aus dem Be 
zirk Werdenberg, welcher von Vaduz am letzten Sonn 
tag Abend noch spät über den Rhein zurückkehren wollte, 
ist nicht zu Hause angekommen und wahrscheinlich im 
Rhein ertrunken. — Die Viehsperre der St. Galler Re 
gierung gegen Liechtenstein und Vorarlberg ist wieder 
aufgehoben worden. — Der zur Herstellung einer 
Straße über den Culmen in daS liechtenst. Alpengebiet 
nöthige Tunel ist bereits vollendet. 
Feldkirch, 4. Juni. Herr Statthaltereirath Ritter 
v. Barth, bekanntlich politischer Commissär bei der Rhein 
korrektionskonferenz in Konstanz, befand sich am 2. d. in 
Bregenz und besuchte auch Hard und Fußach. Wie ver 
lautet, hat Herr Oberingenieur Hartmann von St. Gal 
len zumeist darauf hingewirkt, daß die Konferenz, fern 
vom Rheine, in Konstanz abgehalten wird. 
Die Jll, welche gegenwärtig, so wie alle übrigen Al- 
pengewässer, in Folge des raschen SchneefchmelzenS au» 
ßergewöhnlich Poch geht, verlangte gestern ein Menschen 
leben zum Opfer. Ein etwa 8—9jähriger Knabe, Sohn 
deS hier verstorbenen MusiklehrerS Burtscher. fiel gestern 
AbendS, als er in der Gegend deS Wasserthores Holz 
aus der Jll herausfischte, unglücklicherweise in den Fluß 
und verschwand sofort in den reißenden Wellen. 
In der Nacht von Sonntag auf gestern riß die hoch 
angeschwollene Alfenz, die bekanntlich hinter Bludenz in 
die Jll einmündet, die über sie führende bölzerne Brücke 
der Bludenz-Schrunser Straße ein. ES ist dies dieselbe 
Brücke, von der vorigen Herbst ein Theil unter der Last 
eines KornwagenS eingebrochen ist. Daß diesmal auch 
Menschenleben dabei zu Grunde gingen, ist nicht bekannt 
Ein Herr aus Feldkirch hat die Brücke mit seinem Bru 
der zu Wagen noch zwischen 11 und 12 Uhr RachtS 
passirt. 
Der Jäger Wieser von Frastanz entdeckte gestern in 
Gamp, zum Gemeindebezirk Renzing gehörig, im Schnee 
die frischen Fußspuren eines gewaltigen Bären, der 
wahrscheinlich von Graubünden aus dem Rhätikonge- 
birge einen Besuch abgestattet hat. Die Besitzer von 
Vieh mögen sich dem hungerigen braunen Gesellen ge 
genüber für ihre Habe wohl vorsehen. Hoffentlich ge 
lingt eS zu verhindern, daß dieser Petz, sich im Bereiche 
unseres Landes wohnlich einrichtet. — Im obern Algäu 
soll die Lungenseuche unter dem Rindvieh herrschen, wie 
die „St. G. Ztg." meldet. Feldk. Ztg. 
Bregenz. Sonntag den 19. Mai Vormittags hat 
ein Müllerknecht aus dem Kanton Thurgau, der in der 
Riesenmühle zu Hohenweiler bei Bregenz diente und sich 
vergebens um die Tochter deS HauseS bewarb, dieselbe 
durch Messerstiche und Schnitte ermordet, während die 
Mutter und die übrigen HauSangehörigen in der Kirche 
sich befanden. Das Mädchen lag wenige Schritte vom 
Hause todt in ihrem Blute; der Weg von da bis in 
die Stube zeigte deutliche Sputen von einer ftattgehab-
        

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