Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1867
Erscheinungsjahr:
1867
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1867/44/
einer neuen Kriegsnoth, die Zustande andere sein wer 
den. Das vielköpfige Regiment daselbst ist unfähig zur 
Neubildung der politischen Zustande, und dem Volke 
daselbst ist entweder die Kraft oder die Erkenntniß zur 
alleinrettenden Selbsthilfe verloren gegangen. 
Die schlimmen Tage der letzten Monate hatten auch 
ihr Gutes für manche Leute. Bismark zog, scheinbar 
unterlegen, den schönsten Gewinn; er brachte seine, al 
ler freiheitlichen Grundsätze bar und ledige Bundesver 
fassung vor Parlament und Abgeordnetenhaus durch, 
und der Absolutismus darf sich eines großen Sieges 
freuen. Die Sorge um die materielle Eristenz brachte 
Frankreich den Cäsar, Cayenne und Lambessa: sie 
treibt Deutschland der Säbelherrschaft, dem absoluten 
Einheitsstaat rettungslos in die eisernen Klauen. 
Allerhand Neuigkeiten. 
Eine Frau. Parker, Gattin eines Quarzminen-Be 
sitzers in Anomosa, Iowa, litt seit etwa 5 Jahren an 
heftigen Schmerzen im Innern und magerte so auffal 
lend ab daß man sie für schwindsüchtig hielt. Vor ei 
nigen Wochen wurde ein deutscher Arzt aus Lisbon, 
Grafschaft Linn, berufen, der sie mit Aufmerksamkeit 
prüfte und bald zu der Gewißheit gelangte, daß sie ein 
Thier im Magen haben müsse. Sobald man diese lje- 
berzeugung erlangt, versuchte man alle möglichen Mittel, 
um diesen unbequemen Gast zu vertreiben. Zuerst wollte 
man es durch Hunger erreichen. Fünf Tage lang re- 
duzirte man die Nahrung auf das Allern othwendigste, 
das eben hinreichte, um das Leben der Kranken zu fri 
sten, wahrend dieser Zeit stieg das Thier einigemale bis 
in die Kehle hinauf, verursachte dabei aber solche Be 
schwerden, daß eine Erstickung zu befürchten war; man 
mußte der Frau Salz eingeben, um es wieder hinunter- 
Mreiben. Dann stellte man heiße Milch nahe vor ih 
ren Mund, so daß die Dämpfe hineinzogen. Das Thier 
rührte sich mcht. Dann gab man ihr eine Mischung 
von Zwiebel und Knoblauch ein, aber aus Versehen war 
die Zwiebel gekocht worden und hatte einen Theil ihrer 
Eigenschaften verloren. Die Schlange, denn offenbar ist 
e6 eine solche, machte nur einige leichte Bewegungen 
und em grünlicher Schleim trat in den Mund der Frau. 
Jetzt weiß man nicht mehr, welche Mittel mqn anwen 
den soll; man fürchtet, daß das Thier, das jetzt minde- 
stenS fünf Jahre alt ist, zu dick geworden, um durch 
die Kehle herauszugehen, ohne den Tod durch Erstickung 
zu verursachen. Man kann sich kaum einen Begriff von 
dem vhysischen und moralischen Leiden der armen Frau 
machen, und man erwartet täglich, sie wahnsinnig wer 
den zu sehen, wenn sie nicht noch von dem entsetzlichen 
Unglück, daß sie peinigt, befreit wird. (Seeschlange oder 
Eme?) 
Das Ergebniß jahrelanger Studien an der Quelle 
soll Graf BiSmarck einst so zusammengefaßt haben: 
Napoleon ist ein ganz braver Mann, der als Mensch 
häufig unter schätzt, noch öfter aber als Politiker üb er 
schaut wird. 
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Verantwortlicher Redaktor: vr. Schüdler. 
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