Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1867
Erscheinungsjahr:
1867
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1867/4/
« 
Befrein von Schuldenlasten!" 
Und gräbt die nöth'gen Locker gleich, 
Gar schön und proper Streich um Streich. 
Und legt in jedes Loch hinein 
Ein Pfand bot, schön entfaltet, 
Die Knollen d'rauf gar hübsch und fein, 
Damit sich'S schön gestaltet, 
Deckt alles rasch mit Erde zu — 
— Nun habt ihr bis zum Herbste Ruh! 
Und — Wunder! — Als im Herbst es ging 
Nun an'S Erdapfelgraben, 
Wie voll es an den Stauden hing 
In sauste großen Gaben. 
„Ein Pfandbot", ruft er hocherfreut. 
„Vor allem Dung am stärksten treibt!" 
* (Eingesandt.) Mauren am 20. Dezember. Un 
glücksfall. Heute Vormittags begab sich Meinrad Kle 
ber, 16 I. alt, mit seinem Bruder und noch zwei Nach 
barn in den Maurer Wald, um Tannaste vom Berge 
an'S Land herabzuziehen. Um 42 Uhr war der Zug be 
reit, um die verhängnißvolle Fahrt nach unten zu ma 
chen. Meinrad, der jüngste unter der Begleitschaft, ließ 
es sich nicht nehmen, er wollte mit seiner Ladung voran. 
Rasch gieng'S über den harten Boden abwärts. Sein 
Bruder folgte ihm in kleiner Entfernung. Aber ach, 
bald sah dieser, daß mit dem ersten Zuge etwas pasßrt 
sein müsse; denn eS gieng eben nicht mehr, wie es ge 
hen sollte. Und nur zu bald überzegte er sich von dem, 
was geschehen. Er fand den unglücklichen Meinrad in 
vollständiger Bewußtlosigkeit am Boden liegend und am 
Kopfe stark zerschlagen. Die Ladung war über ihn hin 
aus. Bald waren auch die zwei Anderen an der Un 
glücksstätte. Keinen Athem und durchaus keine Bewe 
gung mehr an ihm verspürend hielten sie ihn für todt 
und beteten für dessen Seele einige Vaterunser. Indes 
sen'machten sie doch noch einige Belebungsversuche, ihn 
an Kopf, Brust, und Gliedern mit Schnee einreibend 
Und o Freude! bald fieng er an zu athmen und einige 
Lebenszeichen von sich zu geben. Jedoch die vollständige 
Bewußtlosigkeit dauerte fort bis zu seinem Hinscheiden, 
das um ^9 Nachts erfolgte. Herr Dr. Beck von Feld- 
kirch kam Nachmittags 3 Uhr zu dem Schwerverwunde 
ten, der indessen mit größter Vorsicht nach Haus getra 
gen wurde. Herr Dr. fand bei der Untersuchung eine 
circa fünf Zoll lange Wunde an der linken Kopfseite 
mit Knocheneindruck, starke Blutung aus dem linken 
Ohre und der llnkseitigen Nasenöffnung, vollständige Be 
wußtlosigkeit und Trachealrasseln. — 
Merkwürdig sind die Umstände, die diesem Unglücke 
als bezeichnende Vorboten vorangingen. 
Nach der Erzählung der Eltern Meinrad'S vollführten 
gewisse Vögel einige Tage vor dem Unglücksfalle emen 
tragischen Lärm über dem Hause und um das Haus 
berumschwirrend und sich oft sogar auf den Vortritt der 
Hausthüre herablassend. — Auch bekennen Eltern und 
Geschwister, daß Meinrad ein gewaltiges Drängen und 
Treiben an den Tag legte, um in den Wald zu kom 
men — Ich will nicht untersuchen, was bei diesen An 
gaben wahr oder falsch ist; aber das ist unläugbar, daß 
solchen und ähnlichen Ereignissen oft gewisse Ahnungen 
und Vorbedeutungen vorangehen. Der Gwube an die 
selben ist im Volke so fest begründet, daß er sich nich; 
leicht wegdisputiren läßt. Fantasie und Aberglaube mö- 
gen zwar oft eine große Rolle dabei spielen; aber ich 
getraue mir nicht, alle Vorbedeutungen und Ahnungen, 
die oft durch bestimmte und unläugbare Thatsachen sich 
kundgeben, als Aberglauben zu bezeichnen, zu belächeln, 
und zu verwerfen. — 
Anzeigen. 
Anzeige. 
Dienstag, 15. Januar, werden auf Rechnung hiesiger 
Gemeinde 
tvv rothtannene Saghölzer 
von 18—28 Zoll Durchmesser und 18 Fuß Länge öf 
fentlich versteigert. Zusammenkunft Nachmittag 2 Uhr 
im Gasthaus zum Löwen. 
Vaduz, 3. Januar 1867. 
Der Ortsvorsteher. 
pielwerke 
mit 4 bis 48 Stücken» worunter Pracht 
werke mit Glockenspiel, Trommel und 
Glockenspiel, mit Himmelsstimmen, mit 
Mandolinen, mit Expression:c. ferner 
«Spieldosen 
mit 2 bis 12 Stücken, worunter welche mit 
Necessaires, Cigarrentempel, Schweizer 
häuschen, Photographiealbums, Schreib 
zeuge, Cigarrenetuis, Tabaksdosen, Näh 
tischchen, tanzende Puppen, cches mit 
Musik. Stets das Neueste empfiehlt 
I. H. Heller in Bern, kraneo. 
Diese Werke, die mit ihren lieblichen Tönen 
jedes Gemüth erheitern, sollten in keinem Sa 
lon, und an keinem Krankenbette fehlen. La 
ger von fertigen Stücken. — Reparaturen. ' 
Curs. 
Für 100 fl Silber wurden in Wien bezahlt: 
Samstag, den 29. Dezember . . fl. 129. 50 Banknoten. 
Donerstag, den 3. Januar . . fl. 129. 50 » 
Herausgeber: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor': vr. Schädler. 
Druck von Heinrich Grast in Feldkirch. 
        

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