Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1867
Erscheinungsjahr:
1867
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1867/36/
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mit der Schweiz verschiedene Z»ll-und Verkehrserleich 
terungen für die Grenzbewohner Rucksicht finden durs 
ten über die sich der Landtag aussprechen wolle, beson 
der« werde unterhandelt für ermäßigte Weinzölle zwi 
schen St, Gallen-Thurgau und Vorarlberg-Liechtenstein, 
Der Landtag wählt nun eine Commission zur Be 
handlung der Armenhausfrage aus folgenden Mitglie- 
dern! 
Kind mit S, Erni nut 8, Beck mit 7, Keßler mit 7, 
Schädler mit 8 St, ..... 
Für die Behandlung der Frage wegen Zollerleichte- 
rungen werden gewählt: 
Schädler mit t, Kirchthaler mit S, Wanger mit S, 
Keßler mit 10, und Marrer mit 6 Stimmen. 
Dem Abgeordneten Fischer wird 3—12 tägiger Ur 
laub gewährt. 
Allerhand Neuigkeiten. 
HiuterladungHgewehre. Was wir befürchtet und 
vorausgesagt — schreibt der „Kamerad", ein in Wien 
erscheinendes östreichischmilitärisches Fachblatt — ist ge 
schehen, das sogenannte Wänzlqewehr hat jetzt ebenso 
FiaSko gemacht, wie früher bereits das gerühmte Re- 
mingtongewehr. Als am 2. d. M. der Gewehrfabrikant 
Fruhwirth die ersten nach dem Systeme „Wänzl" um> 
geänderten Hinterladungsgewehre im Artilleriearsenale 
ablieferte und aus denselben die Probescküsse gemacht 
wurden, lockerten sich nach wenigen Schüssen die Charniere 
oder rissen ganz weg. Selbst Läufe sollen, in Folge der 
Schwächung derselben durch die eingesalzten Charniere, 
gesprungen sein. An den folgenden Tagen wiederhol 
ten sich diese erheblichen Anstände, mit einem Worte, 1)aS 
System Wänzl hat sich als vollständig unbrauchbar er- 
wiesen. So berichtet der „Kamerad" und knüpft folgende 
erläuternde Bemerkungen daran: Im Herbst 1864 wird 
die erste Veisuchskommifsion eingesetzt, sie untersucht 56 
HinterladunqSsysteme und empfiehlt nach Beendigung der 
gründlich und korrekt angestellten Versuche im Frühjahr 
1866 ein System als das relativ beste zur Annahme 
und Einführung. Die Kommission löst sich auf bei Aus 
bruch des Krieges. Die Nordarmee wird bei Königgrätz 
geschlagen. Die Annahme deS empfohlenen Systems 
wird beschlossen, die Umänderung von 40,000 Gewehren 
angeordnet. Da heißt eS, das nöthige Patronenpapier 
könne unter den Kriegsverhältnissen nicht geliefert wer 
den. Das Remingtongewehr, welches auch der ersten 
Kommission vorgelegen, wird als vollkommen gemeldet, 
Ä0,000 Stück werden bestellt, die in zehn Wochen ge 
liefert sein sollen. Der Lieferant, Herr Paget, Agent 
deS Herrn Remington, erhält nach und nach 150,000 
Gulden Vorschuß. Die Mängel des RemingtongewehreS 
zeigen sich, die Bestellung von 50,000 Stück wird auf 
10,000, dann auf 5000, zuletzt auf 2000 reduzirt. 
Der Krieg ist beendigt. Eine neue Versuchskommission 
wird eingesetzt, die das Remingtongewehr zu verbessern 
und brauchbar zu machen sucht Dies gelingt nicht. 
Der Plan, nur neue Gewehre herzustellen, wird aufge- 
gebeH und der frühere Plan einer Umänderung der vor 
handenen Gewehre wieder aufgenommen. Die Zeit 
drängt. DaS unter dem Namen Storm seit mehr als 
10 Jahren bekannte System wird mit geringen Aenderun 
gen eiligst unter dem Namen Wänzl empfohlen und an 
genommen. Bei dem Nähmaschinenfabrikanten Boll- 
mann werden 250,000 Schlußstücke bestellt, worauf er 
20,000 fl. Vorschuß erhält. Andere Fabriken erhalten 
Lieferungskontrakte auf noch einige hunderttausend Ver- 
schlußstücke und auf Transformation der Gewehre. Nach 
dem nacheinander etwa ein Dutzend Musterzeichnungen 
»»gefertigt worden, wird endlich die passendste Konstruk 
tion festgestellt, die Lieferanten schicken ihre Werkmeister 
in die Gewehrfabrik deS Arsenals, um die Musterge 
wehre anzufertigen. Offiziere werden für die Uebernah 
me der Gewehre bestellt, die ersten umgeänderten Ge 
wehre werden abgeliefert und — das Ende haben wir 
am Anfange berichtet. 
Anzeigen. 
Landes - Realschule. 
Dte Aufnahme neuer Schüler erfolgt Montag 6. 
Mai Vormittags 8 Uhr, unter der hf. Regierung be 
kannt gegebenen Bedingungen. 
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Der persönliche Lvkuts».«" 
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CurS. 
Für 100 fl Silber wurden in Wien bezahlt: 
Frettag, den 12. April fl. »zs.so Banknoten. 
Mittwoch, den >7 A. liS..5 » 
KerauSgeder: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor - vr. SchSdler. 
Druck »»» Heimich Gras in Zeldkirch. 
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