Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1867
Erscheinungsjahr:
1867
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1867/35/
sammt dem nöthigen AusßchtS- und Abwartungsperso 
nale zu entsprechen. Jedoch ist schon bei der ersten Bau- 
sührung auf die Ermöglichung eines Vergrößerungsbaues 
für die Zukunft Rücksicht zu nehmen. 
Nachdem eS aus sanitären Rücksichten wünschenswert 
erscheint, daß das Spitalsgebäude eine dem Zutritt der 
Sonne möglichst freie Lage erhält, und nachdem ökono 
mische Gründe die Einstellung von Nutzvieh und die Ei- 
genbewirthfchaftung von Grundstücken ehestens nothwen 
dig machen dürften, so soll die neue Landesanstalt ober 
halb deS Dorfes Schaan nächst der daselbst befindlichen 
Filialkirche Dur erbaut werden. Die nothwendige Bau- 
area wird von der Gemeinde Schaan um den geringen 
Betrag von 6 kr. pr. ^Klafter käuflich überlassen, da 
selbst ist aber auch die Möglichkeit geboten, Pflanzboden 
in der unmittelbaren Nähe des HauseS zu billigen Prei 
sen zu gewinnen. Die daselbst bereits bestehende Wasser 
leitung endlich überlaßt voraussichtlich die Gemeinde 
Schaan unentgeldlich der Anstalt zur Benutzung. 
Was die innere Eintheilung der Räumlichkeiten sowie 
die Größe deS Gebäudes überhaupt anbelangt, so käme 
der Bau nach dem beiliegenden Bauplane auszuführen, 
und hätte zu bestehen: aus 2 Zimmern für die mit der 
Krankenpflege, Abwartung und Beaufsichtigung zu be 
trauenden 3 barmherzigen Schwestern, aus 1 GeschästS- 
lokal für die Vorsteherin (zugleich Apotheker, Ordina 
tionszimmer) 1 Küche, 1 Speise-, Wasch- und Badlo 
kale, Todtenkammer, 2 Arbeitszimmern und 4 Schlaf 
zimmern für die Gebrechlichen, 2 Krankenzimmern, Kel 
ler zc. 
Bestimmung en über die Kosten au fbrin g u ng 
zum Baue und zur innern Einrichtung. 
Nach dem angeschlossenen Kostenvorschlag werden die 
BaarauSlagen für den Bau eines nach obigen Grund 
zügen zu erstellenden Gebäudes die Summe von 10000 fl. 
nicht überschreiten, soserne das Baumaterial in rohem 
Zustande von den Gemeinden unentgeldlich beigestellt 
werden wird. In letzterer Hinsicht soll eS die Sache' 
der fürstl. Regierung sein, die Raturalleistungen nach 
Maßstab der Bevölkerung auf die Gemeinden zu ver 
theilen. 
Die Auslagen für die Bauarbeiten in dem prälimi- 
nirten Betrag von 10000 kämen auS der LandeSkasse 
zu berichtigen; hiezü ist vor allem der mit dem Jahres 
schlüsse 1867 verbleibende Kassarest, und soferne dieser 
nicht auslangen sollte, auch jener vom Jahre 1868 zu 
verwenden. 
Die Kosten der innern Einrichtung der Anstalt dürf 
ten 2000 st. beanspruchen, dieselben sind auS dem Lan- 
VeSarmenfond zu bestreiten; letzterer besteht laut Rech 
nungsabschluß vom Jahr 1866 in einem Kapital von 
23544 fl. 46 kr. 
e 
Quellen, auS denen die WohlthätigkeitS- 
Anstalt bestritten wird. 
- Nach einem approrimativen Ueberschlag dürften sich 
bie jahrlichen Auslagen der Unterhaltung deS Spitales 
betragen: 
s) für gänzliche Verpflegung von 30 Armen mit 35 kr. 
pr. Kopf und Tag ... 3832 fl 50 kr. 
b) für Verpflegung und Abwartung 
von durchschnittlich täglichen 4 
Kranken mit 60 kr. pr. Kopf 
und Tag 876 „ — „ 
e) für ärztliche Hilfeleistung mit In 
begriff der Medikamente . . . 300 „ — „ 
ä) Besoldung und Verköstigung von 
3 barmherzigen Schwestern . . 400 „ » 
e) für besondere Auslagen (Nach 
schaffung der Wäsche, Kochgeschirr, 
Bettzeug?c.) 200 „ — „ 
k) für Instandhaltung des Gebäudes 50 „ — „ 
Zusammen 5658 fl. 50 kr. 
Diese Auslagen fänden ihre Deckung: 
1) durch die jährlichen Interessen des LandeSarmen- 
sondeS mit 1000 fl. 
2) durch die dem Landesarmenfond gesetzlich 
zugewiesenen Prozentenantheile an den Abhand 
lungstaren und HeirathSlizenzen in der rundrn 
Summe von 1100 fl. 
3) durch die Interessen des Theresia Rhein- 
berger'fchen StiftungSfapitaleS pr. 1000 fl.RW. 45 fl. 
4) durch den Verpflegskostenbeitrag von 7 fl. 
pr. Monat für jeden in die Anstalt abgegebe 
nen Gebrechlichen von Seite der betreffenden 
Zuständigkeitsgemeinde . 2520 fl. 
5) durch die VerpflegSkoken mit 30 kr. pr. 
Kopf und Tag für jeden zur Heilung oder 
Abwartung untergebracht«» Knmken und zwar 
für Kranke 4 durchschnittlich . . . . . 4Z8 fl. 
6) durch das Erträgniß der Grundstücke, 
welche der Anstalt zur Benützung zugewiesen 
werden und 
7) durch einen variablen Beitrag aus der LandeSkaffe, 
welcher jener Summe gleich zu kommen hat, die durch 
obige Einnahmsquellen ihre Deckung nicht finden sollten, 
und welcher sich nicht höher als auf 2—300 fl. pr. 
Jahr belaufen wird. 
v. 
Verwaltung deS Spitales. 
Die Oberaufsicht über diese LandeSwohlthätigkeitSanstalt 
führt die Regierung. Die unmittelbare Verwaltung deis 
Spitales sowie die Pflege und Abwartung der gebrech 
lichen Armen und der Kranken wird barmherzigen Schwe 
stern übertragen. Der Vorgesetzten dieser Klosterschwe 
stern liegt auch die Rechnungsführung ob. 
Die Controle übt der Landtag durch den LandeSauS- 
schuß, und zwar 
s) durch die Revision der Rechnung und 
b) durch NachstchtSpflege in der Anstalt, was alljähr 
lich wenigstens 1 Mal geschehen soll 
. Hierauf erfolgt Noch die Vorlesung einer Petition 
Namens mehrer Gemeinden des Unterlandes, bezüglich 
Erstellung einer Rheinbrücke bei Bendern, worüber in 
nächster Nr. Mittheilungen erfolgen werden. 
Dann wird vom Hr. ReggS.--Commiffär eröffnet, daß 
bei Gelegenheit des Abschlusses eines Handelsvertrags 
        

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