Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1867
Erscheinungsjahr:
1867
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1867/32/
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bündele sein. Man weiß nicht, hat ihnen die Eifersucht 
vie Augen geschärft oder verblendet. 
— Aer vormalige Oberkommandant der ungarischen 
Armee von 1849. General Görgey, ist jin einer Tuch 
fabrik,bei Klagenfurt als Chemiker angestellt. Er färbt 
daselbst die Tuche, aus welchen die rothen Hosen ge 
schnitten werden für die Generale, welche kürzlich ihre 
Sache in Böhmen so schlecht gemacht haben. 
— Der Bürgerverein von Braunschweig hat den 
Beschluß gefaßt, bei der Begrüßung auf der Straße den 
Hut nicht mehr zu ziehen und ersucht das Publikum, 
eine Berührung deS Hutes oder eine grüßende Bewe 
gung mit der Hand als Ausdruck her Achtung anzuer 
kennen. 
— Einem Arbeiter bei Erfurt wurde in einer Bal 
gerei ein Ohr abgebissen. — Er hatte keine Ahnung 
davon, ging seiner Arbeit nach und jwurde auf seinen 
Verlust erst aufmerksam, als ihm das abgebissene Ohr 
gezeigt wurde. Richtig, sagte er, mein Gegner hat es 
einen Augenblick im Mund gehabt. 
Luxemburg! „Apropos, wie stark, Herr Graf, ist 
die preußische Besatzung in Luxemburg?" fragte ein Di 
plomat den Grafen Bismarck. — „An Luxemburg, ach! 
da liegen über eine Million Deutsche !" lautete die Ant 
wort. 
Aus Rußland. Da trotz des Besitzes von ein Vier 
theil der Erde, trotz der reichen Goldgruben am Ural, 
trotz der Erhebung der hohen Steuern sich ein Uebersluß 
an Geldmangel in allen Staatskassen zeigt, so läßt die 
Regierung ihre Untersuchungen über diesen geringen Zu 
fluß fortsetzen; richtiger wohl über die Ursachen der Ber- 
siegung, ehe er zu ihr gelangt. Freilich konnte Jeder, 
der mit dem Geschäftsleben bekannt ist, sie ohne Unter 
suchung belehren. Hier nur ein Fall. Die Bureaukra 
tie setzte sehr weise den Zoll auf Wein in Flaschen mit 
rothem oder schwarzem Lack versiegelt auf 35, für solche 
mit farbigem Lack oder Stanniol auf 70 Kopeken; für, 
Weine in Fässern auf 5^/g Rubel für das Pfd. Run 
wunderte sie sich, daß erstlich so wenig Weine in Fla 
schen bezogen wurden ^man lich sie natürlich in Fässern 
kommen oder schwärzte die Flaschen em, wobei ein Kist 
chen mit 15 Flaschen' schon 10 ^ Rubel eintrug) und 
fast gar keine mit farbigem Lack oder Stanniol versie 
gelten zur Verzollung kamen. Jeder Handlungslehrling 
hätte ihr aber sagen können , daß bei einem Verdoppeln 
des Zolles für diesen Verschluß, nur ein mit dem Zoll 
tarif Unbekannter sich mit farbigem Siegellack oder Stan 
niol verschlossene Flaschen senden lassen werde, da er bei 
einer Kiste von 100 Flaschen, wenn er den Auftrag 
gab, rothes oder schwarzes Siegellack zu nehmen (der 
Wein blieb derselbe) über 70 fl. ersparte. Noch mehr 
war man in Petersburg erstaunt, daß in einem Grenz 
orte, wo die genaueste Controle geübt wurde, in einem 
Zeitraum, wo mit dem vorräthigen und eingeführten 
Wein nur 1280 Flaschen Champagner versteuert wur 
den (die Flasche zahlt 1 fl. 26 kr. Zoll) 5800 Flaschen 
(wohl meist mit Beihülfe der Angestellten) getrunken 
wurden und sich doch bei der Revision noch 1280 Fla 
schen vorfanden. Dies geht über das Oelkrüglein der 
Wittwe, das doch leer wurde, und sich nur über Mcht 
wieder füllte, während hier 5800 Flaschen getrunken 
wurden, ohne daß eine einzige sich geleert fand! 
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» Herausgeber: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor; vr. Schädler.' 
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