Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1866
Erscheinungsjahr:
1866
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1866/35/
durch Viehzucht. Daß die Viehzucht eine bessere Rente 
zu gewähren vermag, als der Getreidebau, lehren jetzt 
schon die hohen Preise aller thierischen Erzeugnisse, ver 
bürgt der Drang der Bevölkerung nach Fleischnahrung, 
die wachsende Erkenntniß der Ernährungsgesetze und die 
richtige Einsicht in die Lehre von der Erschöpfung des 
Bodens und Ersatz. 
Die Hebung und Vermehrung der Thierzucht muß 
unbedingt das nächste Ziel jedes Staats- und Landwirthes 
sein. Der Landwirth hat in der Züchtung und Haltung 
der Thiere für die Zukunft folgende Aufgaben zu lösen: 
Verwerthung ihrer Erzeugnisse zu solchen Preisen, daß 
die mit Futter bestellten Felder einen gleich hohen Rein 
ertrag liefern, wie die mit Getreide bebauten Grundstücke; 
Verwerthung verfütterter Körnerfrüchte zu den Markt 
preisen ; reiner Gewinn des Düngers. Auf solche Weise 
allein kann die Landwirthschaft zu einem wirklich rentablen 
Gewerbe umgestaltet werden, was sie leider bis heute 
nicht ist. Dieses Ziel läßt sich nur erreichen, wenn der 
bisherige Weg der bloßen Viehhaltung verlassen und dafür 
derjenige der Thierpflege und Zucht eingeschlagen wird. 
Der Landwirth muß auf solche Thierrayen bedacht sein, 
welche die besten Futterverwerther zu sein versprechen; 
bei der Wahl der Rayen hat der Landwirth jedoch die 
Eigenthümlichkeiten seiner Gegend im Auge zu behalten. 
Unser Ländchen ist zur Viehzucht vorzüglich geeignet, und 
wir säumen daher nicht, unsere Landwirthe auf den noth 
wendigerweise eintretenden Umschwung im landwirthschaft- 
lichen Betriebe aufmerksam zu machen. 
Das geeignetste Mittel zur erfolgreichen Hebung der 
Thierzucht und Vermehrung ihrer Erzeugnisse istregel 
mäßig wiederkehrende Viehausstellungen. Wünschenswerth 
wäre, wenn hiesige Landwirthe auch auswärtige Vieh> 
ausstellungen besuchten. Die Viehausstellungen geben 
dem Landwirthe die beste Gelegenheit, die Wahl seines 
Zuchtvorbildes den gegebenen Verhältnissen gemäß zu 
treffen; sie vermitteln die Einführung und Ausfuhr der 
Rayen; sie bringen Eifer in die Züchter, beleben den 
Verkehr im Allgemeinen und sind erfahrungsgemäß Sta 
tionen des Fortschritts für die ganze Landwirthschaft. 
Anlage neuer Weingärten. Der Hügel, von 
dem die Ruine Guttmberg bei Balzers ins Reinthal hi 
nab schaut, war bis vor Kurzem ein mageres unfrucht 
bares Gerölllager, auf dem nur spärliche Grashalme ihr 
Fortkommen fanden. Heute ist das anders geworden. 
Auf Rechnung der fürstlichen Renten wurde das Gelände 
von der Gemeinde Balzers angekauft und zu einer Re 
benpflanzung bestimmt.. Die Mittag - und Abendseite 
des Hügels sind durch Mauern und Streben in herrliche 
Terrassen umgewandelt auf denen in tiefgründigem Schie 
fer viele taufende junger Reben in wohlgeregelten Reihen 
angepflanzt sind. Wer diese Schöpfung zum ersten Male 
erblickt, wird aufs angenehmste überrascht. Es ist keine 
Uebertreibung, wenn man behauptet, daß auf viele Stun 
den im Umkreis eine derartige Anlage nicht zu finden 
ist; die Pflanzung darf sich kühnlich den schönsten An 
lagen in den berühmten Weinbaugegenden Deutschlands 
an die Seite stellen, sie ist mit einem Worte muster 
haft. Hr. Landesverweser v. Hausen, dem diese Un 
ternehmung ihre Anregung verdankt, dürste sich dadurch 
nicht blos im Interesse der f. Renten ein bleibendes Ver 
dienst erworben haben. Es ist ein Muster aufgestellt, 
das hoffentlich Nachahmung findet; es sind ja noch sy' 
manche wohlgelegene bis jetzt nutzlose Bodenflächen im 
Lande, welche durch Umwandlung in Weinberge die reich 
sten Erträge abwerfen müßten. Zur Ausführung solcher 
Unternehmungen bedarf es bei Gemeinden und Privaten 
nicht sowohl einer gefüllten Kasse als unverdrossener 
Arbeit — und zu der verstanden sich die Bewohner un 
seres Landes immer, sobald sie den Erfolg einsehen lernten. 
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