Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1865
Erscheinungsjahr:
1865
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1865/81/
Liechtensteiner Kandeszeitung. 
Diittvr 
Vaduz, Samstag Rro. RN ' 29. Juli 1865. 
Dtefes Blatt erscheint in der Regel monatlich 3mal und kostet ganzjährig t fl. 50 kr. Einrückungsgebühr für die gespal 
tene Zeile 4- Nkr Man bestellt die Zeitung in Vaduz bei der Redaktion — in Feldkirch bei der löbl. Wagnerischen Buch« 
Handlung oder bei der k. k. Post. Die Redaktion besorgt auch Bestellungen auf das liechtenst. Landesgesetzblatt. 
Viehversicherung und die Gemeinde. 
Unter dieser Ueberschrift bringt die „F. Ztg." nach der 
,N. f. Pr." einen Aufsatz. Auch bei uns sind schon 
gar oft Wünsche laut geworden, es möchte eine Art 
Viehversicherung geschaffen werden ; denn alljährlich ver 
unglückt eine kleinere oder größere Anzahl Hausthiere, 
und wen der Schaden trifft, der fühlt die Nachwehen 
oft viele Jahre. Hr. Landesthierarzt Wanger hatte vor 
einem Jahre einen Entwurf zu einer Versicherungsgesell» 
schast bei der f. Regierung vorgelegt und dieselbe brachte 
ihn an den Landtag, welcher jedoch auf denselben nicht 
eingehen konnte. Ebenso stellte Hr. Laternser von Va 
duz bei der jüngsten Versammlung des landw. Vereines 
einen Antrag auf Gründung eines solchen Vereins. Al 
lein derartige Vereine sind bei einer kleinen Anzahl von 
Mitgliedern nicht durchführbar, es hat sich bei den bis 
herigen kleinen Versuchen immer gezeigt, daß der Verein 
zerfiel, sobald die Unglücksfälle sich ungewöhnlich steiger 
ten. Nun aber haben sich in Oestreich kürzlich zwei 
Gesellschaften aufgethan, ^pis und Ismus, welche alle 
Arten von Hausthieren versichern. Es sind diese Ge 
sellschaften auch schon bei unserer h. Regierung um Kon 
zession eingekommen und eS ist nicht zu zweifeln, daß 
diese ertheilt wird, wenn die Statuten der Gerechtigkeit 
entsprechen. Da haben unsere Viehbesitzer also Gelegen 
heit den ihnen drohenden Schaden von sich abzuwälzen. 
Nun macht aber der Gewährsmann der „F. Ztg." den 
Vorschlag, daß sich ganze Gemeinden vereinigen und so 
vereint ihre Habe versichern lassen. Dadurch können sie 
weit billigere Prämien erhalten, als wenn nur Einzelne 
der Gesellschaft beitreten. Auch gibt er den Rath recht 
zeitig das Vieh zu versichern, nicht erst wenn Seuchen 
und Unglück vor der Thüre sind — keine Feuerversiche 
rungsgesellschaft werde z. B. noch Versicherungen ab 
schließen, wenn es am einen Ende des Dorfes schon 
brennt. 
Allerhand Neuigkeiten. 
Vaduz, 26. Juli 5865. Schon lange herrscht in 
dem politischen Leben eine sonst ungewöhnliche Ruhe. 
Die Völker und Staaten leben so neben einander hin, 
als wäre kein böser Nachbar an der Seite. Sogar in. 
Frankreich steht's äußerst friedlich und Napoleon ist so 
verträglich, wie nie. Man hört selten von ihm; nur in 
allerjüngster Zeit gibt er wieder Lebenszeichen. Etwas 
kann er nicht loS werden, er möchte gerne die europäi 
schen Fürsten zu einem Kongresse versammeln, da sollen 
dann alle Streitigkeiten geschlichtet und das Zeitalter 
des ewigen Friedens eingeläutet werden.^- 
Es ist noch ungewiß, ob dieser Kongreß zu Stande 
kommt, wenn aber, dann kommt sicher auch die schleS- 
wig-holstein'sche Sache zur Sprache, und reden einmal 
die Fremden dazu und dann — verderben sie gewiß Al 
les. Es kann nicht anders kommen, denn die hinterli 
stigen Ansprüche Preußens und der Wankelmuth Oest 
reichs machen es unmöglich, daß Schleswig-Holstein 
befriedigt werde. 
Die preußischen Abgeordneten wollten in Köln ein 
Fest feiern. Dasselbe wurde von der Regierung verbo 
ten und als die Abgeordneten dennoch zusammen kamen, 
rückte Militär heran und trieb sie auseinander. Sie gin 
gen nun in's gelobte Land Nassau — hier wurden die 
Herren Abgeordneten ebenfalls von Militär empfangen 
und mußten wieder abziehen. Das ist die Art und 
Weise wie Herr Bismark und die nassau'schen Büttel 
hinfüro mit dem Volke und seinen Vertretern umzusprin 
gen gedenken. Ob's lange halten mag? Wir meinen 
wohl, denn der Deutsche ist nicht leicht aus seinem ge 
wohnten Gange zu bringen. 
Aus Vorarlberg. Es ist schon einmal dagewe 
sen, daß Jemand sich selbst zum Abgeordneten wählte, 
und zwar geschah dies in Tirol, neuerlich hat dieses 
sonderbare Beispiel Nachahmung gefunden von einem 
vorarlberger Landtagsabgeordneten und Ortsvorsteher, 
Hr. Schedler zu Sulzberg. DaS Bezirksamt ließ na 
türlich diese Wahl nicht gelten. Allein die k. k. Statt- 
halterei war einer andern Meinung. Sie gab den Be 
scheid etwa folgendermaßen: So lange die Gemeinde 
ordnung es nicht ausdrücklich verbietet, daß Jemand sich 
selbst zu einem Amt wählen kann, solange darf man die 
Gültigkeit einer solchen Stimmgebung wie die des Hrn. 
Schedler nicht in Zweifel ziehen. — Nach einem solchen 
Vorgange kann man überhaupt vyn jedem Gesetze sehr 
verschiedene und doch gültige Anwendungen machen, eS 
ist Alles zulässig, was nicht ausdrücklich im Gesetze ver 
neint ist. Nach d. „F. Ztg." 
Hr. Carl Ganahl und Konsorten, sodann Franz Mot- 
denbauer aus Zürich nebst Konsorten erhielten vom ostr. 
Ministerium Konzessionen zum Betrieb der Vorarbeiten 
für eine tirolvorarlberger Eisenbahn. 
Aus Rankweil wird das Vorhandensein bereits 
reifer Trauben gemeldet.
        

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