Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1865
Erscheinungsjahr:
1865
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1865/52/
Kleidungen und Putzwaaren: gemeine 30 fl., mittel 
feine 50 fl, feine 75 fl., feinste 150 fl. (bisher 75 fl., 
150 fl., 250 fl.) 
XII. Waaren auS Stroh, Papier, Borsten: feinste 
Flechtwaaren (Hüte) 150 fl. (bisher 250 fl.); Papier 
gemeines 1 fl. 50 kr., feines 4 fl. (bisher 7 fl. 50 kr.), 
feinstes 12 fl. (bisher 15 fl.); Tapeten 12 fl. (bisher 
30 fl., aus dem Zollverein 5 fl. 45 kr.) 
XIII. Leder-, Gummi- und Kürschnerwaaren. 
Leder gemeines 3 fl. (bisher 7 fl. 30 kr.); feines 10 
fl. (bisher 12 fl. 30 kr.); Lederwaaren gemeine 7 fl. 
50 kr. (bisher 15 fl.), feine 15 fl. (bisher -10 fl.); 
Handschuhe 45 fl. (bisher 75 fl.) 
XIV. Bein-, Holz-, Glas-, Thon- und Steinwaaren. 
Gemeine Holzwaaren 75 kr. (bisher 2 fl.); feine 1 
fl. 50 kr. (bisher 5 fl.); Glas gemeinstes 75 kr. (bis 
her 1 fl. 30 kr.); gemeines 1 fl. 50 kr. (bisher 5 fl.); 
mittelfeines 5 fl. (bisher 10 fl.); feinstes 6 fl. (bisher 
15 fl.); Steinmetzarbeiten 12 fl. (bisher 15 fl.); Thon 
waaren gemeinste 25 kr., gemeine 2 fl. 50 kr. (bisher 
5 fl.); mittelfeine 4 fl. 50 kr. (bisher 10 fl.); feine 
12 fl. (bisher 15-40 fl.) 
XV. Metallwaaren. 
Eisenwaaren, gemeine 4 fl. 50 kr. (bisher 5—10 fl.); 
feine 12 fl. (bisher 15 fl.); Nähnadeln, Uhren, Schreib 
federn, Gewehre 15 fl. (bisher an 100 fl.); Metall- 
Waaren 4 fl. 50 kr. (bisher an 100 fl.) 
XVI. Fahrzeuge. Personenwagen mit Leder- und Pol 
sterarbeit 75 fl. (bisher 100 fl.), ohne Polsterarbeit 15 
fl. ; Eisenbahnwagen 300 fl. per Stück. 
. XVII. Instrumente, Maschinen, Kurzwaaren. 
Musikalische Instrumente 7 fl. 50 kr. per Ztr. (10 
fl. bisher). Physikalische, chemische, chirurgische zc. 4fl. 
50 kr. (bisher 10 fl); Maschinen: Guß 2 fl., aus 
Cchmiedeisen 4 fl.; kurze Waaren, feinste 150 fl. (bis 
her 250 fl) 
XVIII. Chemische Produkte, Färb- und Fettwaaren. 
Von 75 kr. bis 12 fl. im höchsten Satze. Seifen 
2 L 50 kr.; Kerzen 3 fl. (bisher 5 fl.) 
XIX. Bücher und Kunstgegenstände 75 kr. (bisher 3 
fl.), aus dem Zollverein frei. 
XX. Abfälle zc. frei. 
Bineoln, 
der Präsident der vereinigten Staaten wurde am 15. 
April im Theater zu Washington von einem Meuchel 
mörder erschossen. Lincoln saß in seiner Privatloge an 
der Seite seiner Frau; da trat der Mörder ein unter 
dem Vorwand ihm wichtige Nachrichten von General 
Grant zu überbringen und schoß ihn mit einer einfachen 
Pistole durch den Kops. Die Kugel drang in den Hin 
terkopf und ging beinahe durch das Haupt, Der Mör 
der sprang sodann aus der Loge über die Bühne und 
entwischte aus dem Theater. Vor dem Theater wartete 
eine Person mit einem Pferde, auf welchem der Thäter 
die Flucht ergriff. Der Präsident fiel bewußtlos zu Bo 
den und blieb von Abends 11 Uhr bis Morgens 7 Uhr 
itt diesem Zustande, wo er verschied. Ungefähr um die 
selbe Zeit, wo der Mord im Theater verübt ward, er 
schien ein anderer Meuchelmörder in der Wohnung des 
Ministers Seward, verlangte Zutritt unter dem Vor 
wand, er habe demselben, welcher an einem Armbruche 
darnieder lag, eine Medizin zu überbringen, und eilte in 
das Zimmer, worin Seward lag. Dort bemerkte er den 
Sohn des Ministers, versetzte ihm einen Hieb über den 
Kopf, brachte ihm mehrere Wunden bei und zerschmet« 
terte dessen Schädel an zwei Stellen. Diese Wundm 
sind, wie man fürchtet, tödtlich. Darauf stürzte er in 
das Nebenzimmer, wo Hr. Seward lag. Der Kranken- 
Wärter erhielt einen Stich durch die Lungen. Der Mör- 
der versetzte hierauf Hrn. Seward mit einem Messer 
zwei Stiche in den Hals und zwei ins Gesicht und brachte 
ihm furchtbare Wunden bei. Während man dem Mi^ 
nister zu Hülfe kam entwischte auch dieser Mörder. Man 
hegt Hoffnung, daß Hr. Seward mit dem Leben davon 
kommen werde. Die Mörder sind bekannt, aber noch 
nicht eingefangen. Man hat alle Ursache zu vermuthen, 
daß die Werkzeuge dieser abscheulichen Thaten von den 
Rebellen erkaust waren. Im Januar brachten näm- 
lich die Zeitungen folgende Anzeige, welche in einem süd 
staatlichen Blatte erschienen war: „Eine Million Dollars 
werden verlangt um bis 1 März den Frieden zu er 
langen. Wenn man mir eine Million Dollars in baa- 
rem Gelde liefern will, so werde ich A. Lincoln, Seward 
und A. Johnson (den Vizepräsidenten) bis zum 1. März 
ermorden lassen. Dieß wird zum Frieden helfen." In 
einem Lande, wo sich eine Zeitung nicht schämen darf, 
eine solche Anzeige in ihre Spalten aufzunehmen, gibt 
es zuversichtlich auch Handlanger zur Ausführung deS 
Meuchelmords. — Der Eindruck, welchen dieses Ereig- 
niß in Amerika und in der ganzen civilisirten Welt 
machte, läßt sich nicht mit Worten schildern. Die Ame 
rikaner schwelgten in einem Freudentaumel über die letz 
ten Siege und in der Hoffnung des baldigen Friedens; 
wie durch einen Wassersturz wurde dieser Freudentaumel 
plötzlich erlöscht. Man fürchtet allgemein, daß dieser 
Mord das Zustandekommen des Friedens aufs Neue ver 
zögern werde, und daß die Wiedervereinigung zwischen 
Süd und Nord unter der Leitung des Präsidenten John 
son viel schwieriger sich einleiten werde, als unter dem 
milden, versöhnlichen Lincoln. Und abgesehen von der 
politischen Bedeutung von Lincolns Ermordimg, so ist 
diese ebenso schmerzlich und beklagenswerth vom rein 
menschlichen Standpunkte. Freund und Feind sind eines 
Sinnes über den grundehrlichen Charakter des Gemor 
deten. Amerika hatte bis auf Lincoln vielleicht keinen 
Präsidenten,. welcher so wie er, den Namen des Guten 
so im vollsten Sinne verdient hatte; kein Name seit 
Washington, wird für Amerika einen bessern Klang ha 
ben als Lincolns. Von dem niedern, unbeachteten Stande 
eines Holzhackers begann Lincoln seine Laufbahn; von 
seinem Volke auf die schwindelnde Höhe der Führerschaft 
einer Nation von 30 Mill. berufen, fiel er als Sühn 
opfer der vielen, entsetzlichen Gräuel, welche der weiße 
Mann an den Farbigen seit Jahrzeiten ungestraft und 
ungerecht verübte. Die Weltgeschichte ist das Weltge 
richt! — Wahrlich, wer diesen Satz noch anzweifeln 
wollte, ein Blick auf das Verhängniß der amerikanischen 
Freistaaten müßte seine Zweifel verscheuchen.
        

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