Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1865
Erscheinungsjahr:
1865
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1865/46/
.— Der Präsident Lincoln hat den Befehl ertheilt, 
daß jeder Bürger der Unionsstaaten, der eine Verbindung 
mit den Conföderirten unterhält, gefangen genommen 
und bis zum Ende des Krieges in Hast gehalten wer 
den soll. Ausländer, die das thun, werden des Landes 
verwiesen. 
Land- und Hauswirthschaftliches. 
Durchforstungen. 
i. 
Es ist eine unbestrittene Thatsache, daß das Beschnei 
den unserer Obstbäume günstig aus ihr Wachsthum und 
ihren Ertrag einwirkt. Vom Weinstock ist es gar selbst 
verständlich. Bei dem Waldbau, d. h. bei der vernünf 
tigen und grundsätzlichen Pflege der Waldungen gibt es 
eine ähnliche Maßregel, man nennt sie die Durchforstung. 
Ueber diese Arbeit wollen wir den Lesern der Landes 
zeitung einige Belehrungen aus der Feder des Herrn 
Forstinspektors Schauer mittheilen. Man wird daraus die 
Wahrheit des alten Satzes erkennen: „Jedes Ding hat 
seine Wissenschaft"; es werden aber auch viele daraus 
ersehen, daß man heutzutage den Wald nicht mehr sich 
selbst überlassen darf, sondern daß er, wie andere Dinge, 
eine sorgsame Pflege nöthig hat. Betrachtet man die 
verschiedenen Holzbestände eines regelmäßigen Hochwaldes, 
und verfolgt man das Wachsthum derselben von seinem 
Anfange bis zu dessen Haubarkeitsalter, so wird man 
Folgen-des wahrnehmen: 
Die anfänglich unzählbare Menge von Pflanzen ver 
mindert sich allmälig, indem jene Stämmchen, die etwa 
einen Vorsprung im Alter haben, oder in ihrem Wur 
zelraume weniger beschränkt sind als andere, bald ein 
Uebergewicht über die Uebn'gen erlangen, und ihre Gipfel 
über sie erheben. Nun tritt ein Kampf zwischen den 
ungleich begünstigten Pflanzen ein, der nur mit dem Un 
terliegen einer großen Anzahl derselben endigt. Ueberall, 
wo ein Stämmchen den Vorsprung vor seinen Nachbarn 
erlangt hat, streben diese zwar durch längere Zeit das 
Versäumte einzuholen und sich zur gleichen Höhe mit 
den anderen zu erheben, aber schon ist ihnen der volle 
Lichtgenuß durch die anderen beschrankt, der Raum zur 
Seitenverbreitung benommen, sie vermögen den ungleichen 
Kampf nicht länger zu bestehen, bleiben im Höhenwuchse 
zurück, werden in wenig Jahren ganz übergipfelt, krän 
keln noch durch längere Zeit und sterben endlich ab, nuu 
erst den Raum, den sie bisher hartnäckig behauptet hat 
ten, an die andern überlassend, und so ist also von der 
unzähligen Menge der Stämmchen eines jungen Waldes 
zur Zeit seiner Haubarkeit kaum mehr der hundertste 
Theil vorhanden. 
Diese fortwährende Verminderung der Stammzahl ist 
eine Folge des gestörten Genusses äußerer Einflüsse, in 
dem aus einer bestimmten Fläche stets nur eine gewisse 
Anzahl Holzgewächse nach Verschiedenheit der Art und 
Druck von I. Graff'6 
des Alters hinreichende Nahrung und Raum finden kann. 
DaS sogeartete Verhalten geschlossener Wälder wäh 
rend ihres EmporkommenS, führt unwillkürlich zu dem 
Gedanken, ob eS denn nothwendig sei, die durch den 
wechselseitigen Kampf von Licht und Wurzelverbreitung 
bewirkte Verminderung der Stammzahl eines Waldes 
unbenutzt vorübergehen zu lassen, oder aber ob es nicht 
vielmehr ein offenbarer Vortheil und Mutzen sei, diesen 
Kampf abzukürzen, durch Hinwegnahme der bereits un 
terdrückten, keinen Fortbestand mehr versprechenden Hölzer 
vor ihrem gänzlichen Absterben. 
Bayern hat im verflossenen Jahre 230,000 Zentner 
Hopfen gebaut, obgleich die Erndte keine besonders 
ergiebige war. Rechnet man im Durchschnitt den Zent 
ner nur zu 80 fl., so ergibt das einen Ertrag von 
18,400,000 fl. Seit dem Jahr 1858 hat sich die Pro 
duktion in Hopfen verdoppelt. 
Correspoudenz: Hrn. Pfarrer W. i. T.. f..d. Ihren 
Brief bestens verdankend, erwidern wir, daß die Sache somit 
in Ordnung ist. Porto kann Ihnen nicht angerechnet werden, 
weil wir das Blatt franko versenden. Bei neuen Bestellun 
gen belieben Sie den Abonnementsbetrag in Briefmarken od. 
Papiergeld einzusenden. Freundlichen Gruß! D. H. 
Anzeigen. 
Bekanntmachung. 
Alle Inwohner des Fürstenthums, welche mit ihren 
Gebäuden der tiroler Brandversicherungsanstalt einver 
leibt sind, haben den pro 1864 auf 100 fl. E. Münze 
des Versicherung-Kapitals entfallenden Umlagsbeitrag 
mit 24 kr. östr. W. binnen 8 Tagen an den Gefertig 
ten abzuführen, wobei bemerkt wird, daß die Säumigen 
später mit einer Einzugsgebühr belastet werden und dies- 
falls keine anderweitige Verlautbarung mehr stattfindet. 
Schaan, den 8. April 1865. 
Die Lokalkommisfion. 
Eh. Wanger. 
Landesrealschule. 
Die öffentliche Jahresprüfung findet Statt 
Dienstag, 11. April. 
Vormittags von 8 Uhr anfangend schriftliche, Nachmitt. 
von 2 Uhr an mündliche Prüfung. Eltern und Freunde 
der Jugendbildung sind bestens eingeladen. 
Vaduz, 6. April 1865. 
Gr. Fischer, Vorstand. 
Curs. 
Für 100 fl. Silber wurden in Wien bezahlt: 
Freitag, den 31. März . . . . fl. 108.50 Banknoten. 
Donnerstag, den 6. April . . . fl. 107.75 » 
Herausgeber: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor: vr. Schädler. 
Wittwe in Feldkirch.
        

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