Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1865
Erscheinungsjahr:
1865
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1865/12/
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das", war die Antwort. „Nun wohl, mein Junge, wir 
wollen einmal sehen, komm herauf mit mir." Admiral 
und Sohn stiegen zusammen in den Mastkorb; der Alte 
ließ sich und den Knaben an den Mast festbinden und 
so passirten beide Port Hudson. Um ihre Köpfe sausten 
Kugeln und Bomben und schlugen vor und hinter dem 
Schiffe in den Mississippi ein Farragut ljunior aber 
ließ sich das nicht anfechten; er bewegte nicht eine Mus 
kel, zttjickerte nicht mit dem Augenlide. — „Wohl, mein 
Junge", — sagte der Admiral, als sie an dem Fort 
vorbei waren, — genügt, du sollst nach West-Point 
gehn." — Sohn hatte seine Feuerprobe bestanden. 
— Von der Insel Sizilien berichtet man der „N. 
Franks. Ztg.", daß seit den ersten Tagen des neuen 
Jahres auf der ganzen Strecke von Messina bis zur 
Bucht von Monsredonia im Adriatischen Meere heftige 
40—15 Sekunden dauernde Erdstöße verspürt worden, 
welche die dortigen Bevölkerungen im höchsten Grade 
beunruhigten und auch schon vielfachen Schaden angerich 
tet haben. An den Ufern des Sees von Lesina, unweit 
des Vorgebirges Gargans am Adriatischen Meere, ver 
nimmt man dabei auch ein unterirdisches Rollen. Häuser 
stürzen ein und das Vieh flieht, sowie es in die Nähe 
des Sees kömmt. Die Einwohnerschaft von San Ni- 
eandro beginnt auszuwandern. 
Am 8. d. hat man 21 Erderschütterungen in Zeit 
von 6 Stunden verspürt. Das Wasser des Sees von 
Lesina, das früher wenig lau war, ist jetzt heiß und an 
einigen Stellen siedend geworden. Die Regierung hat 
eine Kommission von Gelehrten ernannt, die sich in 
einigen Tagen nach der dortigen Gegend begeben wird, 
um die Erscheinungen zu prüfen. 
Land- und Hauswirthschaftliches. 
Die Herkunst des Petroleums 
ist schon durch seinen Namen, d. i. Stein- oder Erdöl, 
angedeutet: gleich Brunnenwasser quillt es aus dem Bo 
den, bald dünnflüssig, bald dick und schwarz, wie Wagen 
schmiere. Am reichsten ist bis jetzt Nordamerika, und beson 
ders Pennsylvanien. — In unserem Lande, schreibt einer 
von dorther, gibt es nur einen Regenten, und der ist 
das Oel, denn Alles ist ihm Unterthan. Man spricht 
von Nichts als Oelniederlagen, Oelhandlungen, Oella- 
dungen zc.; es wüthet ein förmliches Oelfieber unter den 
Leuten. Der Oelhandel wird mit einer unglaublichen 
Leidenschaftlichkeit betrieben; jeder glaubt, er könne damit 
zum Millionär werden. Leute, die vor 3 Jahren noch 
im Hunger und Elend schmachteten, sind jetzt im Besitz 
von Hunderttausenden und führen ein fürstliches Leben. 
Eine einzige Oelquelle „Big-Will" soll täglich 6000 
Centner liefern; sie erträgt ihrem Eigenthümer in jeder 
Minute des Tages und der Nacht eine Einnahme von 
5 fl. Quellen die täglich 1000—2000 fl. abwerfen, 
sind so zahlreich, daß man davon nicht viel Aufhebens 
macht. In der letztet! Zeit will man eine Quelle ent 
deckt haben, welche alle Tage 6000—8000 Centner Oel 
liefert. 
Aber auch Europa ist nicht arm an Oelquellen, Frank 
reich, Italien, besonders aber das östreichische Polen 
(Galizien). Seit einem Jahre sind dort große Fabriken 
entstanden, welche sich mit der Gewinnung des Erdöls 
beschäftigen. Rob, aus dem Boden, kann es nicht ge 
braucht werden, weil es sich zu leicht entzündet, und es 
sind deßhalb allerlei Vorrichtungen und Zubereitungen 
nöthig. — Auch im Morgenlande kennt man das Stein- 
öl schon seit Jahrhunderten. Die Perser haben fast kein 
anderes Heizungs- und Beleuchtungsmittel; und die Ge 
wässer des todten Meeres sind durch das schwimmende 
Steinöl und Erdharz für jedes lebendige Wesen unbe 
wohnbar gemacht. 
Neben dem Gebrauche als Leuchtstoff findet dieses 
Oel auch Anwendung zum Firniß, zur Buchdruckerschwärze, 
zu Farben für Malerei, zur Aufbewahrung von getödte- 
ten Thieren, um sie vor Fäulniß zu beschützen zc. Neue 
ster Zeit will ein holländischer Arzt gefunden, daß dieses 
Oel sogar ein vortreffliches Mittel sei um eine bekannte 
Hautkrankheit, die Krätze, fast augenblicklich zu heilen. 
Wer weiß, wozu es noch Anwendung findet; wird ja 
die brillante veilchenblaue Farbe (Anilin), womit man 
in der jüngsten Zeit, wollene Kleiderstoffe färbt, aus 
Steinkohlen gewonnen! — Erdöl aber und Steinkohlen 
lassen unzweifelhaft auf untergegangene ungeheuere Wäl 
der und auf unterirdisches Feuer schließen. 
Brodtaxe. 


Nach der Berechnung des Kornes zu 
15 fl. 58 kr. 
„ „ „ Roggens „ 
13 fl. 74 kr. 

Pfund j Loth j 
Nkr. 
Von Schildmehl .... 
— 
6 
2 
„ Kümmiglaibelmehl . . 
— 
8 
2 
„ Kümmiglaibelmehl . . 
1 
-—- 
8 
„ Weißkernmehl . . . 
1 
— 
6 
„ halb Kern u. halb Roggen 
1 
— 
6 
„ ganz Roggenmehl . . 
1 
— 
572 
Curs. 
Für 100 fl. Silber wurden in Wien bezahlt: 
Samstag, den 20. Zanuar ... ff. 114.25 Banknoten. 
Donnerstag, den 26. Januar. . . fl. 114. » 
Herausgeber: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor: vr. Schädler. 
Druck von I. Graff's Wittwe in Feldkirch
        

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