Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1865
Erscheinungsjahr:
1865
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1865/108/

gitter herab und erleuchtet seinen Laden nu't Gas, wie 
Abends, die ganze Nacht hindurch. Auf diese Weise 
kann Jedermann, der vorbeigeht, Alles was in dem La 
den vorgeht, sehen; auf diese Weise ist der Laven mit 
seinem kostbaren Inhalt quasi unter den Schutz des 
Publikums gestellt. 
Land- und Hanswirthschaftliches. 
Die A lpwirthsch a ft der Gemeinde Trieonerberg 
soll in gleicher Weise geregelt werden, wie in den an 
dern Gemeinden. Als der Gemeinderath die Aufgabe 
von sich ablehnte, eine zweckmäßige Alpordnung zu ent 
werfen, so übernahm die fürstliche Regierung die Bear 
beitung eines Statuts. Es ist vielfach die Meinung ge 
äußert worden, der Triesnerberg könne bei einer Aende- 
rung seiner Alpwirthschaft nicht bestehen. Die nachste 
henden Mittheilungen sind aus dem unterm 18. Sept. 
d. Js. erlassenen Statut entnommen und unsere Leser 
werden daraus ersehen, ob die erwähnte gegentheilige 
Meinung gerechtfertigt ist. 
Gemäß dem Alpbriefe von 1562 sind die Triesner- 
berger Alpen Gemeindeeigenthum und die Verwaltung 
der Alpangelegenheiten obliegt vor Allem dem Gemeinde- 
rath, welcher von drei Alpenvögten unterstützt wird. 
Die Wirthschaftskosten werden theils von der Gemeinde, 
theils von den betreffenden Viehbesttzern getragen. Die 
Gemeinde errichtet" Sennhütten, Stallungen,' beschafft 
das Sennereigeschirr, besorgt die Reinigung und Dün 
gung der Weideflächen, trägt die Grundsteuer. Die 
Viebbesitzer besorgen Wege, Wasserleitungen, Zäune, 
Senn« und Hirtenlöhne, Gras miethe. 
Jeder Burger ist zum Auftrieb seines überwinterten 
VieheS berechtigt auf jene Alpen, welchen dasselbe vom 
Gemeinderathe zugewiesen wird. 
Die erzeugte Milch kommt nach Abgabe des häus 
lichen Bedarfes in die gemeinsame Sennerei, woselbst 
sie täglich gewogen und dem Eigenthümer gutgeschrieben 
wird. 
Als Galtalpen werden benützt:. Garselle, Unteres 
Schindelholz, Lerchegger, Bergle, Hinterem Grad; als 
Kuhalpen: Alpe, Melbun, Aelpii, Kuhgrat. 
Der Viehauftrieb auf die Maiensäß: Steg und Sa 
mums erfolgt nicht vor dem 7. Juni; die Abfahrt nicht 
vor dem 15. Juni. 
Mit Rücksicht auf den durchschnittlichen Viehstand der 
Berggemeinde, der sich auf 360 Kühe, 280 Rinder, 260 
Kalben belauft, werden folgende Bauten angeordnet: 
a. in „Alpe" 2 Doppelsennhütten 
Melbun 2 „ 
Aelple 1 Sennhütte. 
Hinterm Grat 1 detto. 
!i. in „Alpe" 2 Stallungen für 360 St. 
Melbun 2 „ „ 220 Kühe. 
Alpe 1 Stall für 100 Kühe. 
Hinterm Grad 1 Stall für 40 Kühe. 
Sodann wird die Anzahl der Hirten und Senne 
normirt und endlich die Zeitfolge für Ausführung der 
betreffenden Bauten festgesetzt. 
Druck von Z. Graff's 
Die Sennhütten sollen dies Jahr noch in Angriff ge 
nommen werden, Brunnen und Wege im nächsten Früh 
ling, die Stallungen 1866 und 1867. 
Zur Vermeidung allzugroßer Kosten wird die Benützung- 
von Gemeinwerk empfohlen. 
Der Triesenberger Straßenbau. 
Wir leben in Zeiten, 
Die täglich bereiten, 
Was früher nicht war: 
Und neue Gestalten 
Verdrängen die alten 
In jeglichem Jahr. 
So ist kaum die Straße vom Thäte bis zur Kirche 
dahier erstellt und dem öffentlichen Verkehr übergeben 
worden, und es wird schon die Fortsetzung derselben 
über den Culmen ins Ljnge gefaßt. Recht sonderbar, 
daß im Verhältniß der Wichtigkeit solcher Bauten die 
Theilnahme der Bewohner Trieienbergs sich nicht reg 
samer bezeigt, besonders in Bezug auf die Planirung 
der fortzusetzenden Straße, damit sie, unbeschadet dem 
Interesse der übrigen AlMmeinden, eine Richtung er 
halte, welche die meisten Vortheile für den Triesnerberg 
biete. Es läge zwar zunächst an der Gemeindevertre 
tung, der h. Regierung und dem Hrn. Landestechniker 
in dieser Richtung hilfreich an die Hand zu gehen, al 
lein auch jeder einzelne Bürger findet sicherlich Gehör 
für Wünsche und Vorschläge in Bezug auf die gedachte 
Planirung. 
Jetzt nachdem die Straße bereits bis zur Kirche er 
stellt ist, meint der und jener, es hätte ^die Richtung der 
Straße hierhin oder dorthin qeführt werden sollen, um 
dem lokalen Verkehr der Berggemeinde mehr zu dienen 
unv um an Verbindungswegen zu sparen. Solches 
Reden ist jetzt ganz unnütz, man sollte sich eben zur 
rechten Zeit rühren und wir sind sicher, daß alsdann 
allen berechtigten Wünschen möglichst entsprochen wird. 
Das wollen wir unsern Bergbewohnern eben jetzt in 
Erinnerung bringen, wo es sich um die Fortsetzung der 
Bergsträße über den Culmen handelt. Das gilt vor 
Allem unsern Herren Gemeindevert»etern, daß sie sich 
um die zweckdienlichste Straßenrichtung unterrichten und 
dem Hrn. Landestechniker ihre Wünsche ausdrücken, und 
derselbe wird in gewohnter Weise gewiß alle Rücksicht 
auf den Vortheil der Gemeinde nehmen. Also merkts 
Euch, Ihr Herren vom Gemeinderath, nicht der Techni 
ker trägt die Schuld, wenn die fortgesetzte Straße eine 
für Euere Gemeinde unpassende Richtung bekommt, son 
dern Ihr selbst! 
Cuvs. 
Für 100 fl. Silber wurden in Wien bezahlt: 
Samstag, den 22. September . . fl. 107.75 Banknoten. 
Donnerstag, den 28. September . fl. 107. » 
Herausgeber: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor: vr. Schädler. 
Wittwe in Feldkirch.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.