Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1864
Erscheinungsjahr:
1864
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1864/86/
- 5K — 
Schiff und verschwand in dem Meere-, der Kapitän und 
die Mannschaft wurde zum großen Theil von nahenden 
Booten gerettet. Kapitän Jemmes, der kühne Führer 
des Kaperschiffes, wird in Cherbourg fast vergöttert. 
(Eingesandt.) 
Ueber Versicherungswesen. 
Die gemeinnützige, wohlthätige Wirkung der Asseku 
ranzen ist wohl jedem verständigen und fürsorglichen 
Menschen zu einleuchtend, um dieselbe näher erörtern zu 
müssen; und wer heutzutage die vielen Gelegenheiten hie- 
zu verabsäumt, fände schwerlich einen hinreichenden Grund 
zu einer solchen nie zu entschuldigenden Unterlassung. 
Wie aber geht Mancher zu Werke, namentlich unter 
den Landleuten, um sein und seiner Familie Hab und 
Gut, sein mühsam erworbenes Eigenthum gegen die ver 
heerende, plötzlich einbrechende Macht des Feuers zu si 
chern? Wird da wohl erst vorsichtig erwägt, ob auch 
die betreffende Versicherungsanstalt und deren Organe, 
denen man sich anheim gibt, ein solches Vertrauen schon 
durch thatsächlich gelieferte Beweise verdient haben? — 
Wollte z. B. Jemand irgend eine Anleihe machen, wie 
würde da nicht Nachfrage gehalten, über dessen persön 
liche und Vermögensverhältnisse, ob er ein stets bereit 
williger Zahler sei, ob er nicht etwa sich seiner Verbind 
lichkeit durch irgend welchen Umstand ganz oder theil 
weise zu entziehen trachten werde; ob er ein geregeltes 
Geschäft betreibe und ob dasselbe auch schon durch lang 
jähriges, rühmliches Bestehen sich bewährt habe; 
und wie all' diese Bedenken heißen mögen. 
Die Assekuranz irgend eines Gegenstandes, ist nun 
ebenfalls eine solche Anleihe, die auch einmal, sei es früh 
oder spät, durch ein unglückliches Ereigniß eingefordert 
werden könnte; wie verhält es sich aber da mit der 
Wahl der beizutretenden Anstalt, wie und bei wem wird 
die Versicherung abgeschlossen? da werden oft all' 
diese vorgenannten Vorsichtsregeln außer Acht gelassen; 
da wirft man sich irgend einer von den vielen, wie Pil 
ze austauchenden, neugebackenen Anstalten ganz unbe 
denklich in die Arme; wenn nur deren sogenannter Agent, 
welcher manchmal weder die seinem Berufe nöthige Kennt 
niß noch Erfahrung hat, es versteht, nach Art der Ge 
schäftsreisenden seine Anstalt mit gehöriger Suaäa heraus- 
zupreisen und dabei auf andere ehrwürdige Versicherungs- 
Anstalten weidlich zu schimpfen. Da werden denn alle 
möglichen Vortheile, wenn auch nur scheinbare, angebo 
ten, so daß man oft unbedacht genug ist, die alten, durch 
tausend und aber tausend Brandentschädigungen bewähr 
ten Anstalten zu verlassen und in neue noch gänzlich 
unerprobte einzutreten, — nicht bedenkend, daß man da 
mit längst erwiesene Sicherheit aufgebe und sich dafür 
einer vielleicht sehr zweifelhaften einverleibe. 
Hat man nicht schon vielfältig die traurige Erfahrung 
machen müssen, daß neue, mit großem Glanz und Pomp 
begonnene Versicherungs-Anstalten, welche die allerbillig- 
sten Prämien und alle nur möglichen Begünstigungen 
und Vortheile zu gewähren versprachen, schon nach we 
nigen Jahren, nachdem sie bedeutendere Schadenzahlun 
gen zu leisten gehabt hatten, nicht nur die Prämien be 
deutend erhöhen mußten, so daß sie die der ältern Ge 
sellschaften bei weitem übertrafen, sondern wohl gar das 
ganze Geschäft wieder aufzugeben genöthigt waren. 
Mancher, der solchen verlockenden Verheißungen, die 
beim rechten Lichte betrachtet, meist nur illusorische sind, 
gefolgt war, bereut es nun, indem er, bei richtiger An 
schauung und Berechnung vortheilhafter operirt hätte, 
sich bei längst renommirten Anstalten zu betheiligen.' 
Nicht allein der Fond, sondern vielmehr der anerkann 
te Ruf einer Versicherungsanstalt, daß sie in Schaden 
fällen stets prompt und unbeanstandet entschädige, bilden 
die Grundlage wirklicher Sicherheit und eine solche dürf 
te wohl geeignet sein, sich den Vorzug und das Ver 
trauen der Versicherungsuchenden zu erwerben und zu 
bewahren. 
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neben dem Regierungsgebäude. 
Sonntag den 3. Juni Versammlung der Bienen- 
zucht-Vereine Liechtenstein und Werdenburg in Schaan 
bei Gastwirth Quaderer. 
Balz er, Präsident. 
CurS. 
Für 100 fl. Silber wurden in Wien bezahlt: 
Samstag, den 25. Juni . . . . fl. 1,4.75 Banknoten. 
Donnerstag, den 30. Zuni . . . . fl. 113.50 » 
Herausgeber: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor: Dr. Schädler. 
Hiezu eine Beilage. 

Druck von Z. Graff's Wittwe in Feldkirch 
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