Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1864
Erscheinungsjahr:
1864
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1864/66/
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jungen Baumwuchs benagen und gefährlich verletzen, ja 
oft unwiederbringlich zu Grunde richten. Sie ziehen 
Nadeln, Blätter und junge Zweige dem Grase vor, ver 
beißen die jungen Baumpflanzen zu Krüppeln, richten 
sich sogar noch an größern auf, die ihrem Zahne schon 
entwachsen scheinen. Es ist unglaublich, welchen uner 
meßlichen Schaden schlecht gehütete Ziegenheerden in die 
ser Beziehung schon angerichtet haben. Man betrachte 
nur unsere Bergwälder; eine unversehrte Baumpflanze 
ist fast eine Seltenheit. Wo das hinführen wird, ist 
nicht schwer zu errathen: wir gehen ziemlich schnell einer 
Holztheuerung entgegen, die gerade wiederum die Armen 
am Hartesten treffen wird. 
Die f. Regierung mußte unter 2 Uebeln das kleinste 
wählen. Entweder müssen die Ziegenhälter Stallfütte 
rung einführen oder unsere ganze Nachkommenschaft wird 
vom erschrecklichsten Holzmangel betroffen. Man wählte 
das Erstere. Denn schlagbare Wälder lassen sich nicht 
in 10—20 Jahren erziehen — es braucht ein Menschen 
alter und mehr; Ziegen geben aber auch bei der Stall 
fütterung noch einen namhaften Nutzen, ja sie geben 
noch weit mehr Milch als beim Weidegang. Man muß 
eben die Ziegen daran gewöhnen. Dabei soll man im 
mer nur kleine Portionen vorlegen und so lange warten 
bis sie diese völlig aufgefressen haben. Die Ruhe im 
Stalle befördert die Milchabsonderung, während ein täg 
licher Weidegang von 4—6 Stunden einen Theil der 
Nahrung für den Wiederersatz der aufgebrauchten Kräfte 
in Anspruch nimmt. 
So sehr wir also die Noth der armen Leute fühlen, 
die ihnen aus dem Weideverbote erwachsen kann, so müs 
sen wir doch die Maßregel der f. Regierung vertheidigen; 
es geht ein mal nicht anders. Aber dabei wollen wir 
nicht unterlassen, Mittel und Wege anzugeben, wie dem 
Uebel zu entrinnen sei. Pflanzet Grünfutter! Es braucht 
ja nicht viel für 1 Ziege. 40—50 Klafter mit Futter 
mais (Futtertürken) bepflanzt, liefern während 4—6 Mo 
naten reichliche Nahrung für 1 Ziege. Und gerade den 
Grüntürken fressen die Ziegen wegen seiner Süßigkeit 
besonders gerne, und geben dabei außerordentlich viel 
Milch. Man braucht dieses Feld nicht auf ein mal an 
zupflanzen, sondern stückweis, etwa in 3 Theilen von 4 
zu 4 Wochen, so geht das Grünfutter nicht aus. Auch 
der Klee ist ausgezeichnet durch Güte und reichen Er 
trag; aber freilich läßt sich der nicht in einem Jahre er 
zeugen. Wir empfehlen diese Rathschläge unseren unbe 
mittelten Leuten recht angelegentlich; sie rühren von ei 
nem Schweizer her, Herrn Tschudi, der sie in seinem 
landw. Lesebuch seinen Landöleuten anrühmt. Und Hr. 
Tschudi steht in hohem Ansehen bei seinen Mitbürgern, 
er verdient es, daß man auf seinen Rath hin einen Ver 
such wage. 
Herrn Richter Marxer von Eschen 
diene zur Erwiederung, daß ich seiner Erklärung in Nr. 
8 dieses Blattes keinen Glauben schenken kann, indem 
mir mehrere ehrenwerthe Bürger von Eschen als Zeu 
gen zur Seite stehen zum Beweis, daß Hr. Marrer 
wirklich geäußert habe, es sei von mir jene übertriebene 
Forderung gemacht worden. Wie sich das mit Ihrem 
Wahrheitssinn zusammenreimt., vermag ich nicht einzu 
sehen. In Betreff des gefärbten Prämienstieres könnte 
ich mich alles Weiteren enthalten; denn wer solchem 
einfältigen, aller gesunden Vernunft widersprechenden 
Geschwätze Gehör gibt, der darf sich nicht wundern, wenn 
man keine besondere Meinung von seinem Hausverstand 
hegt. Ich sage kurzweg nur soviel, daß Sie im Zwei 
felsfalle jeden Augenblick Einsicht von der Natur- oder 
Kunst färbe des Stieres nehmen können, wenn es Ih 
nen belieben sollte. 
And. Batliner. 
Curs. 
Für 100 fl. Silber wurden in Wien bezahlt: 
Samstag, den 30. April . . . . fl. ii3.— Banknoten, 
Mittwoch, den 4. Mai . . . . fl. N4.— 
» 
Herausgeber: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor: vr. Schädler. 
Hiezu zwei Beilagen. 
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Uotto: »KEimne «Kraft erseuxt Alutk unä Kelbstvertrkuen!" 
^erstlieker katllZeber in aUen xesekIeolitNoken Krankheiten, namentliot» in 
eto. etc. 
kerAusZexeben von Ui»UUr«»t»KR« in I^eip«ix. 27. 
»»uS SSS Settvi» «»ST SV 
K«» ii» — Dieses Ruck, desonäerv nütsliok für iunxe Ranner, 
wirä auok LItorii, l^ekrern unä krzsiekern knempfoklen, unä ist fortnäkrenä in 
allen NÄmksktvn LnokkanälunZen vorrätluA, in bei I?« MvLt, 
27. — Der persölllieke 8okut2 von ksurenti'us. ktklr. 1^/3. — A. 2. 24 kr. 
Ueber äen >Vertk unä 6ie allgemeine Mtaliekkeit dieses öuekes noek et^vss 2U «»gen, ist naek einem 
«oleken LrkolSe übert?üs«i^. 
TV. 
In Umschlag versiegelt. 
Druck von I. Graff's Wittwe in Feldkirch
        

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