Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1864
Erscheinungsjahr:
1864
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1864/132/
brachte es 1342 zum Getteral-Auditor-Lieutenant. Als 
solcher hatte er 1844 eine große Untersuchung in Vene 
dig durchzuführen, derzufolge 2 Schiffsfähndriche erschos 
sen wurden. 1849 wurde er zeitweise penstonirt, 1850 
aber wieder angestellt, 1862 mit dem Rang eines Ge- 
tieral-Auditors ehrenvoll pensionirt. 
Seit 1834 war er mit der Wittwe des k. k. Haupt 
manns Wallenweber vermählt: Eine Tochter aus dieser 
Ehe ging zum Theater und lebt gegenwärtig als Sän 
gerin in Barcellona (Spanien); ein Sohn fiel 1859 
im italienischen Kriege. Nach dem Tode seiner ersten 
Gemahlin verehelichte sich Oehri 1860 zum 2. Male 
mit einer Cameralarztswittwe v. Kreiml. 
„Oehri war von langer, hagerer Gestalt und vorge 
neigten Hauptes, etwas trüber, aber lebhafter Stimme, 
hatte wenige Bedürfnisse, schlief trotz seiner rastlosen und 
anstrengenden Thätigkeit wenig und der grauende Mor 
gen fand ihn gewöhnlich bei der Arbeit. Sein Verstand 
war klar und logisch ordnend, seine 'Schreibart bündig. 
Seine Erholungsstunden widmete er nur seiner Familie, 
kleinen Spaziergängen und wissenschaftlichen Studien, 
welche seinen Geist nährten und belebten und ihn nicht 
vertrocknen ließen." 
„Oehri besaß ein feines moralisches Gefühl, ein Herz 
voll Güte bei sittlicher Strenge; er erfreute sich 
wegen seiner Verdienste und ausgezeichneten Eigenschaf 
ten der hohen Achtung aller, welche mit ihm in Ver 
kehr standen." 
Am 28. Juli d. Js. schrieb er an Bergmann: „Wenn 
ich mein Leben überblicke, so hatte ich bei allem Glücke, 
das mir der Himmel beschieden, doch auch so viele Sor 
gen, Mühen, Widerwärtigkeiten und selbst Leiden, daß 
ich Anstand nehmen würde, denselben Lebenslauf durch 
zumachen, wenn ich darüber die Wahl hätte." 
Oehri ist der Verfasser mehrer Schriften, in welchen 
er die höchsten Fragen der Menschheit einer Besprechung 
unterzieht. Eine vielleicht allzu ideale Stimmung seines 
Gemüthes ist schon im Titel dieser Werke ausgesprochen: 
„die Weltlage", „die Weltordnung", „die Welt nach ih 
rer Erhabenheit und nach dem Leben der Natur in Ge 
mäßheit eines obersten Grundsatzes" (worin neben an 
derem auch naturwissenschaftliche Spekulationen über Ebbe 
und Fluth, Magnetismus, Elektrizität, Entstehung des 
Thier- und Pflanzenreichs zc. niedergelegt sind). 
Daß in unserem Oehri eine tüchtige, reichbegabte Na 
tur lag, beweist sich durch sein Emporkommen ohne 
Protektion in einem auswärtigen Staate. Um unseren 
Lesern einen Blick in die Gedankenwelt unseres Lands 
mannes zu verschaffen, fügen wir einige Sätze aus sei 
ner Schrift „die Weltlage" hier an. Es spricht da 
rin ein unbefangener, freisinniger Geist. Die Schrift 
erschien 1861, Leipzig bei Schräg, anonym; der Ver 
fasser wollte damit das Seinige beitragen zur Klärung 
der gegenwärtigen Verwirrung in Deutschland. 
(Schluß folgt.) 
Allerhand Neuigkeiten. 

    

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