Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1864
Erscheinungsjahr:
1864
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1864/106/
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nen, und wenn auch der Mittelschlag in demselben an 
und für sich als der geeignetste gepriesen zu werden ver 
dient; denn Ruhm für ein Land — von entfernten 
Gegenden gespendet — fällt gleich wie eine angestrebte 
Nutzbarkeit gewisser Quellen im Lande selbst in die Wag- 
schaale, und verdient somit seine Berücksichtigung. 
Anders verhält es sich indessen mit dem Schlage ge 
ringster Gattung. Für diesen sprechen wahrhaftig in 
keiner Weise empfehlungswerthe Daten, und ist daher 
das Trachten, denselben jenem mittlern Schlages gleich 
zu bringen, yon großem Nutzen, sowohl für den Züchter 
selbst, als überhaupt für den praktischen Alpenwirthschafts 
betrieb." , 
Die ausfühmche Preisschrist des Dr. Vonbun empfiehlt 
nun im Gegensatze zu obiger Darstellung allen vorarl 
berger Viehzüchtern das Montafoner Vieh als das ge 
eignetste. 
Den Ansichten beider Preisbewerber gegenüber ist der 
Ausschuß des vorarlberger landw. Vereins für die allgemeine 
Einführung des Mittelschlags an jenen Orten, wo bis 
her noch der kleine unscheinbare Viehschlag gezüchtet wird. 
Der Mittelschlag hat sich namentlich im Bregenzerwald 
aufs beste bewährt. Nur will der Ausschuß auch die 
Züchtung des Montafonerschlages an jenen Orten er 
halten wissen, welche der Zucht desselben günstig sind. 
In diesem Punkte weicht die Ansicht des Ausschusses ab 
von der des Hrn. Schädler. Mit der allgemeinen Ein 
führung des montafoner Viehes im ganzen Vorarlberg 
ist der Ausschuß nickt einverstanden und zwar aus fol 
genden Gründen: „Wenn das an die sorgfältigste Pflege 
»nd an das kräftigste Futter gewöhnte montafoner Vieh 
schon im obern Jllthale, wo zwar die Weiden nicht 
sumpfig, sondern im Gegentheil allzutrocken und mager 
sind und wo auch im Winter sehr sparsam gefüttert wird, 
den kleinen Landwirthen nicht zusagt, wie könnte nun die 
ausschließliche Verbreitung desselben Schlages den Ge 
genden des Rheins und Bodensee's angerathen werden? 
zumalen die Gebirgskuh bei saurem Heu nicht recht ge 
deihen will." — Freilich meint Hr. Dr. Vonbun, daß 
man durch Dräniren und Entwässerung die sauren Wie 
sen jener Gebiete in süße verwandeln könne. Das ist 
aber eine Frage, die noch nicht gelöst und so lange es 
nicht geschehen, empfiehlt der Ausschuß die Zucht des 
Mittelschlages allen jenen Gegenden, wo minderes Futter 
wächst. 
Im preußischen Osterlande ist eine Krankheit des 
Weizens zum Vorschein gekommen, welche Dr. Schnei 
der die Gicht nennt. Sie besteht darin, daß die Aehren 
keine Weizenkörner, sondern Körner von etwa der Hälfte 
der gewöhnlichen Größe enthalten. Den kranken Kör 
nern fehlt die Längskerbe, die Farbe ist nicht goldgelb, 
sondern schwarzbraun. Der Gesundheit der Menschen 
und Thiere schaden die Körner nicht, sie sind aber auch 
als Nahrungsmittel vollkommen werthlos. Jedes Gicht 
korn enthält eine weiße Masse, welche aus einer Unzahl 
kleiner, mit bloßen Augen kaum erkennbarer Würmer 
besteht, welche in dem Korn eingeschlossen Jahre lang 
in einem scheintodten Zustande liegen können. 
Druckfehler in Nr. 18. 
Seite71, Spalte 1, Zeile22 u. 23 soll es heißen: »Frucht« 
ansähe« statt: Fruchtensätze. — S. 7!, Sp. 2, Zeile 26 sott 
es heißen: »Misteln« statt: Nesteln. 
Curs. 
Für 100 fl. Silber wurden in Wien bezahlt: 
Samstag, den 10. Sept fl. 114.50 Banknoten. 
Donnerstag, den 15. Sept. . . . fl. 115.35 » 
Herausgeber: Gregor Fischer. 
Verantwortlicher Redaktor: Dr. Schädler. 
Hiezu eine Beilage. 
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Der persönliche 
Schutz» 
27. Auflage. 
Im Umschlag versiegelt. 

Druck von I. Graff's Wittwe in Feldkirch
        

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