Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1863
Erscheinungsjahr:
1863
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1863/37/
Vaduz >Freitag 
Nro. 
dm 31. Juli 1863^ 
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Dieses Blatt erscheint monatlich regelmäßig 2mäl, nur zur Z^it der Landtagsverhandlungen öfter, und kostet für VäS FÜr^^ 
thum Liechtenstein ganzjährig 1 fl., auswärts 1 fl. 50. — Einrückungsgeöühr für die gespaltene Zeile 4 Nkr., im WievechölUttgsfalle 
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Uinschau. 
Der Krieg in Nordamerika naht seinem Ende. Die 
gute Hache wird den Sieg erringen. Am 4. Juli wurde 
bei Gettysburg in Pennsylvanien eine Schlacht geschla 
gen, in welcher sünfzigtausend Krieger von beiden Sei 
ten auf dem Kampfplatze geblieben sind. Die Armee 
der Sklavenhalter wurde aufs Haupt geschlagen'. An 
demselben Tage mußte sich auch die Festung VickSburg 
ergeben. Aus Mangel an Nahrungsmitteln ist sie ge 
fallen, 18,000 Mann wurden kriegsgefangen. Noch ein 
Sieg der Nordstaaten und dieser Bruderkrieg ohne Glei 
chen ist beendet. Der 4. Juli ist ein denkwürdiger Tag 
für die nordamerikanischen Staaten. Er ist ihr Geburts 
tag. 1776 erklärten sie sich unabhängig von England 
und erwuchsen in 90 Jahren zu einem großen mächtigen 
Reich, von allen Völkern geachtet. 1863 feiern sie auf 
dem Schlachtfelde ihre Wiedergeburt, ihre Rettung vom 
augenscheinlichen Untergange. Kein Volk der Erde wird 
die Erhaltung der Union so freudig begrüßen , als ge 
rade das deutsche. Reich und manchsaltig ist der Ver 
kehr zwischen Deutschland und Amerika; im weiten deut 
schen Reiche ist vielleicht kein Dorf, das nicht von seinen 
Söhnen und Töchtern nach Nordamerika gesandt hat. 
Es gibt dort ganze Landstriche-und große Städte, wo 
man deutsch spricht; Tausende von Deutschen bluteten, 
auf den amerikanischen Schlachtfeldern für die Befreiung 
der Sklaven und für die Erhaltung der Union. Ms 
einst die amerikanischen Staaten wieder unterworfen wer 
den sollten, bestand das englische Heer vorzüglich aus 
Deutschen , welche von ihren Fürsten an England ver 
handelt worden waren : aus Hannoveranern, 12,000 
Hessen, Braunschweigern Md Ansbachern. Heute käm 
pfen die Deutschen für die Erhaltung dieser Staaten, 
für deren Freiheit Und Unabhängigkeit.. 
. t 
Deutschland. Fiirstenthllm Liechtenstein. (Land- 
tagsverhandlungen.) Sitzung am 28. Juli. - Heute 
wurde die 2. ordentliche Laydtqgssitzung abgehalten. Von 
der Regierung war seil der letzten Sitzung bin Entwurf zu. 
einer MhversicherungsgeseUschäft Wd ein Gesetz über 
„Erwerbung, und' Verlust des Stflatsbürgerrechts". ein- 
gkchtächt Mo^^ Nüf der' TggesdrdMl^ ^ 'Be 
rathung über das WasseMchtsgefttz. ^ ^ 
T)ie. Verwendung der.. Wasserkräfte zum industriellen 
in 
lvÄ- W Hhen zMat» ivMschWwDH die. bezüglichen 

Das Wasserrecht gehörte, wie der Kommissipnsbeticht 
des Abgeordneten Keßler sagt, von.Alters her zu den 
nutzbaren Hoheitsrechten oder Regalien im i engeren Smne 
und war eine Quelle von Abgaben für di< Unterthanen 
und des Einkommens für die Regierung. Der Landes 
herr verlieh Wasserrechte an einzelne Unterthanen gegen 
Bezahlung einer bestimmten Abgabe, welche im Lande 
unter' dem Namen-„Wasserfallszins" bekänttt, und erst 
in den fünfziger Jahren zu Gunsten der f. Renten ab 
gelöst worden ist. Seit der landesfürstl. Verordnung 
vom Jähre 1848 wurde den neuen Wasserwerken keine' 
solche Abgabe mehr auferlegt, und bei Verleihung von 
Mühlrechten nicht mehr nach den früher Mich!gewese 
nen monopolistischen Grundsätzen verfahren. Die zuneh 
mende Benützung der Gebirgsbäche und Binnenwäffer 
zum-Betriebe von Wasserwerken und zur Bodenbewässe-- 
rung, sowie die Durchführung der Entwässerung des 
Flächlandes hat den Mangel eines Wasserrechtsgesetzes 
fühlbar gemacht. In richtiger Würdigung der landwirth- 
schastlichen und industriellen Interessen des Landes hat 
die s. Regierung dem Landtage ein Wassergesetz zur PrÄ-! 
sung und Zustimmung vorgelegt. Dasselbe enthält Be 
stimmungen: 1. über Einrichtung oder Veränderung an 
Wasserwerken; 2. über Bewässerungsanlagen; 3. über 
Umlegung der Kosten für Entwässerungen. ' 
Der Gesetzentwurf nimmt die Gründsätze des §. 287 
des bürgert. Gesetzbuchs zum Ausgangspunkte und be 
trifft die Benützung solcher Bäche und-Gewässer, welche 
ein allgemeines oder öffentliches Gut sind, und! den Mit 
gliedern des Staates zum Gebrauche dienen, aber kein 
Gegenstand des Privateigenthums werden können. . Be 
züglich Benützung der Gewässer haben bisher keine an 
dern Normen gegolten, als welche in §. 41Z des allg. 
bgl. Gesetzbuchs enthalten sind. Derselbe lautet: Jeder: 
Grundbesitzer ist befugt, sein Ufer gegen das Ausreißen 
des Flußes zu befestigen. Allein Niemand darf solche 
Werke oder Pflanzungen anlegen, die den ordentl. Lauf 
des Flußes verändern, oder die der Schifffahrt, den Müh 
len, ber Fischerei oder anderen fremden Rechten nachthei 
lig werden könnten. Ueberhaupt können ähnliche Anla 
gen nur mit Erlaubniß der politischen ^Behörde- gemacht 
' t Les.. Hese'tzes' 'hesttiiimt, däß WwÄd ^ 
nützüng ^ jes Wassers die Bewilligung der Regierung M-/ 
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