Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1863
Erscheinungsjahr:
1863
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1863/35/
Rachbarstaates an i>en deutschen Zollverein auch dem 
Fürstenthume die Früchte einer großen deutschen ZollMi- 
gung zu Theil werden mögen. 
Wir hegen ferner die vertrauensvolle Erwartung, daß 
Ew. Durchl. Regierung die Reform der deutschen Wy- 
desverfassung nach Kräften unterstützen und fördern werde. 
Mtt Hesonderer Befriedigung haben wir die Versiche 
rung Ew. Durchl. Regierung zur KenMniß genommen 
daß sie bestrebt sein werde, das Staatsgruydgesetz nach 
allen Richtungen in Ausführung zu bringen und auf 
verfassungsmäßigem Wege mit der Landesvertretung Hand 
in Hand zu gehen. 
Indem wir die Wichtigkeit der wm gegenwärtigen 
Landtage gestellten Aufgabe in vollstem Maße würdi 
gen, hoffen wir, daß die göttliche Vorsehung unsere Be 
rathungen und Beschüsse zum Segen des Landes lenken werde. ! 
Geruhen Ew. Durchl. recht bald das Land mit Höchst- 
ihrem Besuche zu erfreuen. i 
In tiefster Ehrfurcht verharret ! 
Ew. Durchlaucht 
getreueste Abgeordnetenversammlung. 
Auf der Tagesordnung stand ferner die Berathung 
und Beschlußfaßung über die Staatsrechnung für das 
Jahr 1862. Aus dem Berichte des Landesausschusses 
heben wir folgendes aus. Obwohl die in §. 45 u. 113 
der Verf. vom 26. September 186,2 bestimmte Kontrolle 
der Landes-Finanz-Verwaltung erst bei der 1863er 
Staatsrechnung vollkommen wirksam werden kann, hat 
der Landesausschuß gleichwohl die 1862er Rechnung ei 
ner sorgfältigen Prüfung unterzogen und die Verwendung 
der erhobenen öffentlichen Gelder untersucht. 
Die Kumme der ganzjährigen Empfänge 
beträgt 48,883 fl. 7 kr. 
präliminirt waren ...... 43,424 fl. 18 kr. 
Es ergibt sich also eine Mehreinnahme 
von . . . 5453 fl. 89 kr. 
Wird zu hem Empfange per . . 48,883 fl. 7 kr. 
Der Rechnungsüberfchuß vom Jahr 
1861 per..... - 4408 fl. 81 kr. 
hinzugeschlagen, so stellt sich die 
Staatseinnahme Pro 1862 auf . 53,291 fl. 88 kr. 
Verausgabt wurden im Jahre 1862 46,716 fl. 28 kr. 
präliminirt waren 43,952 fl. 10 kr. 
Mo im Ganzen mehr . . . 2764 fl. 18 kr. 
Vom Empfange per 53,291 fl. 88 kr. 
Die Ausgabe abgezogen mit . . . 4ß,716 fl. 28 kr. 
Bleiben mit Ende Dezember 1862 6575 fl. 60 kr. 
Diese bestehen: 
s. in angelegten Kapitalien per . . 2807 fl. — kr. 
b. in rückständigen Alpablös. Kapitalien 1008 fl. S?^«, 
e. in Kassabaarschast per . . . 2760 ff. 
Summa . 6575 fl. 60 5r. 
An Schuldresten wmden ausgewiesen 
a. die Vorschüsse aps den f. Renten per 3809 fl. 45Uy 
d. die Vorschüsse des k. k. östr. Aerars pr. 1330 fl. 17 kr. 
Summa . 61W fl. MUg 
Der spezielle Nachweis der bezüglichen Mehreinnah 
men und Mehrausgaben kann wegen Mangel M Raym 
nicht zum Abdruck kommen, tzr bietet auch im Ganzen 
Wnig Antreffe für unser? Leser. Wjr berühren nur yoch 
die Stelle, welche die Mehrausgabe fü? den BmdestqgS- 
gesandten betrifft. Diese MehrMSgake betmg 862 fl. 
kr., sie rhhrt daher, daß der ganze Gesandtenge 
hast int kaufe pes Jahpes ^t862 der LandeKkasse über 
wiesen wurde, während früher einen Theil dieses Oehal- 
tpö die fürU. Renten tragen. Da hei Nststeyizng des 
Stqatsvorayschtages pro 18H3 Wx der frWxe Gehalt 
des Vundestagsgesandten Wt 680 fl. ß4^« kr. bewilligt 
wuche, und da eine Mehrausgabe für Men Zweck pro 
M? ebenso wenig gerechtfertigt erscheint, fp beschloß dex 
LMtag : die f. Regierung zu ersuchen, dahin zu wirken, 
dgß dieser Mehrbetrag des GesandtengehalW dfx Landes- 
kgsse Ws den f. Renten rückvergütet werden möge. 
Der Ausschuß prüfte auch die öffentlichen Fondsrech 
nungen; er fand dieselben in Ordnung und nirgends zeigte 
sich eine zweckwidrige Verwendung der öffentlichen Gel 
der. 
Der landschästl. Schulfond beträgt 
Ende 186? 37,140 fl. 505/«, kr. 
Der landschästl. Armenfond . . 17,474 fl. 10— kr. 
Die Sparkasseneinlagen . . . 4,124 fl. 22— kr. 
Der Feuerlöschfond .... 304 fl. 51 kr. 
Die Z)r. Graß'sche (Realschul-) 
Stiftung 18,552 fl. 105/g kr. 
Die Versammlung nahm die Anträge des Landesaus 
schusses an. Es wurde alsdann der erforderliche Aus 
schuß für die landschaftliche Spar- und Creditkasse und 
ein Gesetzgebungsausschuß gewählt und hierqus die Sitzung 
geschlossen. (0.) 
Vaduz, 14. Alli. Der Unglücksfall, welchen wir 
in Nr. 8 berichteten, zeigt sich in seinen Folgen etwas 
gemildert. Von den gestürzten jungen Pferden blieben 
5 todt auf dem Platze, und 2 wurden mehr oder min 
der beschädigt, die andern kamen schadlos davon. 
Bolkswirthschaftlicher Theil. 
Von der Brandversicherung. 
(Fortsetzung.) 
Nach jenem fürchterlichen Brande im Jahre 1796, der 
den weitaus größten Theil des Dorfes Balzers in Asche 
legte, blieb das Land Lichtenstein mit unbedeutenden Aus 
nahmen bis zum Jahre 1849 von allen Brandschäden 
verschont. Dieses vieljährige Glück mag wohl auch die 
vorzüglichste Ursache gewesen sein, daß in unserm Lande 
bis Ende der 1820er Jahre nur sehr wenig Gebäude- 
und so zu sagen -keine Mobiliarversicherungen bestanden 
hahen. Die wenigen damals versicherten Gebäude waren 
den, schweizerischen Phönix einverleibt. Im Jahre 1833 
wurde unserm Lande der Beitritt zu dem damals sehr be 
rühmten Tiroler Brandversicherungsverein bewilliget. Bei 
demseben wurden in den Jahren bis 1840 fast die mei- 
stzn GMudx versichert. Im I. 1845 begann auch die
        

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