Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1863
Erscheinungsjahr:
1863
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1863/30/
MMmen des Volkes zu vertttteit die Ehre habech sol 
len uns Heilig sein. Wir haben bei unsern Beschlüssen 
uns zu hüten, daß wir selbe nicht überschreiten, und da 
für zu sorgen, daß sie sonst nicht überschriten werden. 
Nur damit, daß wir die gegenüberstehenden Rechte sorg- 
sam achten, sind wir im Falle unsere, die Rechte des 
VMs, wirksam zu wahrn 
^ ^ Für den. Präsidenten ist eme dyr schwierigsten Aufga 
ben die der Fragestellung. Die zu stellenden Fragen ha 
ben den Jnnhalt des zu Beschließenden vollständig zu er 
fassen, und müßen in ihrer Rheienfolge logisch richtig so 
geordnet sein, daß in den Beschlüssen mit Ja oder Nein 
die Meinung der Mehrheit der Versammlung ihren Aus 
druck findet. 
Ich werde Gewissenhaft stets dieses Resultat zu erreichen 
suchen. Sollte wieder meinen Willen dabei eine Irrung 
vorkommen, so bitte ich die verehrten Mitglieder, mich mit 
ihrer Einsicht zu unterstützen, mir damit zu Hülfe zü 
kommen: Daß richtig beschlossen werde, d. h.: daß in 
den Beschlüssen die Meinung der Mehrheit der Versamm 
lung ihr Recht erhalte, ist eine Ehrenaüfgabe der Ver 
sammlung. An dieser müssen wir festhalten, wenn wir 
die Achtung vor uns selbst nicht verlieren, und wenn wir 
den Zweck der Versammlung nicht gänzlich alteriren wol 
len. In diesem Punkte und in der Wahrung der ver 
fassungsmäßigen Rechte haben wir unter allen Verhält 
nissen zusammenzustehen, einer für alle und alle für 
einen. 
Die Versammlung brachte als dann ein 3 faches Hoch 
auf Se. Durchlaucht den Landesfürsten aus und beschloß 
einstimmig die Eröffnungsrede durch eine Adresse zü er 
wiedern, wozu eine Kommission aus 3 Mitgliedern : 
Schädler, Keßler, Fischer niedergesetzt wurde. 
Der Abgeordnete Pfarrer Büchl von Triesenberg war 
nicht erschienen. Er hatte ein Entlassungsgesuch einge 
reicht, weil hie „Obliegenheiten eines Landtagsabgeordne 
ten mit M Pflichten eines Pfarrers von Triesenberg 
nicht leicht veteinbarlich" seien. Nach dem Wortlaute 
des §. 82 der Versassung ist ein Rücktritt der Abgeord 
neten nur aus ^stichhältigen Äründen" zuläßig. Die 
Versammlung erklärte nun in Bezug auf das Gesuch des 
Äbgeordneten Büchl, daß er wegen Mangels stichhältiger 
Wunde nicht W entlassen. ' 
^erfürstl.Reg bezweifelte, ob es nach 
8 34 .^er GeschäMrdnung gestattet sei, über das Gesuch 
K^chls sogleich Beschluß zu fassen, ohne dasseshe einer 
Kommission zugewiesen zu Haben. Die Versammlung 
Muht sich gemäß 8. 17 zu diesem Vorgange, berechtigt. 
Hiemit schloß die Sitzung. C. 
Baduzj Juli. Heute wird die erste ordentliche 
Landtagsstßimg abgehalten. Auf der Tagesordnung steht 
Berathung und Beschlußfassung über den Adreßentwurf, 
desgleichen Beschlußnahme über den Bericht des Landes- 
aüsfchusses betr. der' 18KZer StackSrechnttng; Wähl eines 
Gefetzgebnngsäusschusses. ^ 
Tagen erlegte ^r Mp.Lämpert 
im Neste. ' M-r 
stürzte au» dMselbm Und wurde hicher gebracht. Er 
war beinahe ausgewachsen. Die Spannweite seiner Flü 
gel beträgt gegen 5 Fuß. 
— Das Hagelwetter, welches jüngst in Vorarlberg 
so bedeutenden Schaden verursachte, war auch hier noch 
5 strichweise den Feldfrüchten verderblich. Einzelne Türken- 
und Kornäcker sowie Kartoffelfelder und Weingärten 
' wurden ziemlich stark betroffen. Zum Glücke ging das 
Wetter schnell vorüber. Der Blitz traf mehrere Bäume 
in der Uwgegend ; die Püfen gingen an allen Orten Md 
überschütteten Straßen und Felder; so namentlich in Va 
duz, im Mühleholz und bei Mauren. 
Vaduz, 7. Ein unerhörter UnglHckSfqll hat sich 
gestern in den hiesigen Alpen ereignet. Neun junge 
Pferde, zwei- bis vierjährig sind in einen Abgrund ge 
stürzt. Der Schaden soll sich auf circa 3000 fl. belau 
fen. Der nähere Thatbestand ist noch nicht erhoben. 
1 Vörarlb ergi Die Feldk. Ztg. meldet von einem er 
schrecklichen Hagelwetter, welches am Freitag den 3. Juli 
mehrere Gemeinden des Vorarlberger Landes betraf. Seit 
Menschengedenken ist kein solches Unwetter in jener Ge 
gend vorgekommen. Volle U Stunden dauerte der Ha 
gelfall. Am stärksten wurden Nofels, Göfis und Bat- 
schuns Mitgenommen. In Rankweil sollen Steine von 
2 Zoll Durchmesser gefallen sein. Durch den gleichzeiti 
gen Platzregen stiegen alle Gewässer aus und über 
schwemmten Straßen, Dörfer und Felder. Die Land 
straße von Feldkirch nach Altenstadt war stellenweise 1V2 
bis 2 Fuß tiefer Bach geworden. Der Weiher bei Rank 
weil stieg V2 Fuß über das Ufer und setzte viele Häu 
ser unter Wasser; die umliegenden Felder waren in einen 
See verwandelt. In Tusers stieg die Wassersnoth so 
arg, daß Stürm geläutet wurde. —' Die diesjährige Ernte 
ist vom Hagel ganz vernichtet, Menschenleben sind keine 
zu beklagen. 
Baiern. Das Ministerium erläßt eine Einladung 
an die Zollvereinsregierungen, um sogleich an die Er 
neuerung des in seiner Eristenz bedrohten Zollvereins zu 
gehen. Das ist ein ernster, vielleicht verhängnißvoller 
Schritt. Der Zollverein ist dadurch auf die letzte ent 
scheidende Pxobe gestellt. Diese Handlung der baierischen 
Regierung wurde vielfach getadelt, und es wird sie, wenn 
der Zollverein fällt, der Fluch der norddeutschen Krämer 
und Hationalvereinler tteffen; sie wird ihnen als eine 
willkommene Gelegenheit gelten, um ihre Hände in Un 
schuld zu waschen. Indeß es ist gut, daß man einmal 
aus der Unsicherheit herauskommt. Preußen hielt immer 
hinter dem Berge, nun muß es eine bestimmte Antwort 
geben, d^r Boden schwindet ihm unter den Füßen. Wir 
glauben aber nicht, daß es nachgibt, es wird die Spal 
tung vollenden. Deutschland wird auch den Zollverein 
begraben müssen, wie fd viele seiner heißesten Wünsche, 
bamit das Maß des nationalen Elendes voll werde. Und 
alt all dem ist Schuld der unselige Hader zwischen Oester 
reich und Preußen , zwischen Süd und Nord, In dör 
Adresse der baierischen Kammer an den König wird das 
Vorgehen in der Zollvpreinssrage vollständig gebilligt. — 
Bei den AdteßveMndlWgm in her HgmÄer würde auch 
dix Deutsche ' W' K ^ Präffdem 
T)r. Pözl sicht Mr in einem deutschen Parlament' Und in
        

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