Herausgeber:
Liechtensteiner Landeszeitung 1863-1867
Bandzählung:
1863
Erscheinungsjahr:
1863
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000081309_1863/13/
Liechtensteinische Knldeszettuug. 


Vaduz, Donnerstag 
Rro. 4. 
den 28. Mai 1863 
Dieses Blatt erscheint monatlich regelmäßig 2mal, nur zur Zeit der Landtagsverhandlungen öfter, und kostet für das Fürsten- 
thum Liechtenstein ganzjährig l A., auswärts 1 st. 50. — EinrückungSgebühr für die gespaltene Zeile 4 Nkr., im Wiederholungsfalle 
2 Nkr. Man bestellt die Zeitung in Vaduz bei der Redaktion. — Gesetze und Verordnungen erscheinen in einer Beilage, wofür 
ganzjährig 50 Nkr. ferner zu bezahlen sind, — alle amtlichen Anzeigen und Bekanntmachungen werden im Hauptblatt abgedruckt. 
1 
Lur Nachricht an unsere Leser im Fürftenthume. 
Es war eine Ehrensache für die Landeseinwohner, die Existenz einer eigenen LandeSzeitung durch zahlreiche 
Abnahme zu ermöglichen. Diese Aufgabe ist in rühmlicher Weise gelöst; unsere Erwartungen wurden weit übertroffen; 
die Zeitung ist gesichert. 
Um unsern verehrten Lesern im Lande den Bezug der Zeitung zu erleichtern, werden wir die betreffenden Zei 
tungsnummern zusammen in die einzelnen Gemeinden senden, und zwar 
für Balzers an Herrn PostHalter Wolfinger jun., 
„ Triefen „ „ Lehrer Frömmelt, 
„ Triesenberg „ „ Beck, 
Rendeln und Eschen an Herrn Lehrer Ospelt, 
Mauren „ „ „ Ritter, 
Schellenberg „ „ „ Kaiser oder Altrichter Biedermann, 
Gamprin „ „ Landrath Kind, 
„ Ruggell „ „ Lehrer Raff. 
Vaduz, Schaan, Planken werden von hier aus besorgt. Bei diesen Herren kann die Zeitung abgeholt und auch ferner 
bestellt werden. Sodann ersuchen wir, die Abonnementsgelder gefälligst an dieselben oder an die Redaktion im Laufe 
der nächsten Woche einzuzahlen. Minderbemittelte können auch halbjährig zahlen. Die Abonnementsverbindlichkeit gilt 
aber für ein ganzes Jahr. 
Ferner ersuchen wir um öftere Einsendung von Reuigkeiten auS den einzelnen Gemeinden^, sowie um Mitthei 
lung von Wünschen u. dgl., welche das allgemeine Interesse berühren. Unser Blatt steht in dieser Beziehung Jedermann 
offen; es kann nur zum Vortheile des Ganzen gereichen, wenn verschiedene Ansichten und Meinungen sich ausspttchen. 


Politische Umschau. 
Die äußere Lage Preußens hat sich nicht gebessert; 
es scheint, Frankreich und England haben gegen die rus 
senfreundliche Politik dieses Staates ernste Schritte ge 
than. Daher mag es kommen, daß man sich freundlicher 
gegen Oestreich benimmt. Preußische Blätter, von denen 
man eS sonst nicht gewohnt ist, predigen Verträglichkeit 
und einhelliges Zusammengehen der beiden deutschen Groß 
mächte. Es muß dem wirklich etwas Aufrichtigkeit zu 
grunde liegen, denn man vernimmt von anderer Seite, 
Preußen werde nun doch einwilligen, daß der östreichische 
Zollanschluß und die Tarifänderung des französischen 
Vertrags auf der Münchner Zollkonferenz zur Berathung 
komme. 
Um vieles schlimmer ist die innere Lage des preußi 
schen Staates. Der Zwiespalt zwischen den Abgeordne 
ten und den Ministern ist bis zur äußersten Grenze ge 
kommen. Wer hat das letzte Wort in der Abgeordneten- 
Versammlung, der Präsident oder der Minister? diese 
Frage isi gegenwärtig in Preußen zu entscheiden. Man 
glaubt die Lösung werde durch eine Vertagung des Land 
tags „vertagt" werden. 
Ueber die jüngst erwähnten Vorschläge Oestreichs auf 
Bundesreform verlautet: Oestreich wolle dabei die Re 
gelung der Zolle und Handelsangelegenheiten einzig und 
allein der Bundesversammlung überweisen. DaS wäre 
ein praktischer Vorschlag ; wenn der zum Durchbruch 
käme, so würden seine Wirkungen auch in Liechtenstein 
nicht unlieb verspürt werden. — Der östreich. Reichsrath 
ist auf den 17. Juni einberufen worden. 
Dänemark erregte neue Händel mit Deutschland we 
gen Schleswig—Holstein. Das Erstere wird der „gro 
ßen" dänischen Gesammtmonarchie einverleibt, daS Letztere 
daraus geschieden. Oestreich trug nun darauf an, Dä 
nemark zu pfänden, auf daß es seinen vertragsmäßigen 
Pflichten genüge. Allein Preußen und der hohe Bundes 
tag fanden diesen Antrag zu scharf und sie sorgen nun 
dafür, daß er etwas abgestumpft werde. Man begnügt 
sich vorläufig mit „Androhung" der Bundesereeution. 
Die griechische Königsfrage ist endlich gelöst. John 
Bull, d. h. die Herren Engländer mögen nun zusehen, 
welchen Dank sie von dem beglückten Griechenvolk über 
kommen. Er wird nicht sehr herzlich sein 
In Frankreich machen die Abgeordneten-Wahlen mehr 
von sich reden als es dem Kaiser und seinen Getreuen 
lieb sein mag. Die Franzosen find aber gar gut dresfirt 
auf den Klang der napoleönischen Pfeife, und so läßt sich 
immerhin eine Kammer erwarten, welche dem Herrn und 
Meister zu Diensten stehen wird.
        

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