Als wesentliches Manko des Entwurfes ist das Fehlen von 
Bestimmungen zum Schutz der heimischen erneuerbaren 
Energien (Wasserkraft) festzuhalten. Ähnliches gilt auch be- 
treffend den Einsatz heimischer Primärenergieträger und hier 
insbesondere der Braunkohle. Beide Schutzmassnahmen 
wären durch die EU-Richtlinie im Art. 8 Abs. 3 bzw. Abs. 4 
voll gedeckt. Je nach Ausgestaltung dieser, für die gesamte 
Österreichische Elektrizitätswirtschaft so wichtigen Frage, 
wird die Summe der «Stranded Investments» ausfallen. 
Grenzüberschreitende Netzzusammenschlüsse 
Schon vor dem Zeitpunkt, als sich die EU damit beschäf- 
tigte, die Energiewirtschaft der einzelnen Mitgliedsstaaten 
zu vereinheitlichen und zusammenzuschliessen, haben sich 
auf Verbundebene Organisationen zur grenzüberschreiten- 
den Zusammenarbeit entwickelt. Denn beim Zusammen- 
schluss elektrischer Netze waren Grenzen niemals wirklich 
wichtig. 
Auf Initiative der OECD entstand 1951 die Union für die 
Koordinierung der Erzeugung und des Transportes elektri- 
scher Energie (UCPTE). Dieser auf freiwilliger Basis beste- 
hende Zusammenschluss umfasst Vertreter von Stromerzeu- 
gungs- und -Ubertragungsunternehmen aus Belgien, Bos- 
nien-Herzegowina, Deutschland, Frankreich, Griechen- 
land, Italien, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Oster- 
reich, Portugal, Schweiz, Slowenien, Spanien und den 
noch nicht genannten Gebieten des ehemaligen Jugosla- 
wien. Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf der Vereinheit- 
lichung gemeinsamer Betriebserfordernisse wie Span- 
nungshaltung und Frequenzregelung. Mit einer wirtschaft 
lichen Offnung der ehemaligen Ostblockstaaten. suchten 
und suchen auch diese Anschluss an das UCPTE-Netz. 
Die CENTREL ist ein Zusammenschluss der Lànder Polen, 
Tschechien, Slowakei und Ungarn zur gemeinsamen Elek- 
trizitátsversorgung. Seit Herbst 1995 bestand ein Probe 
betrieb einer Parallelschaltung mit dem UCPTE-Netz, wel- 
che einerseits eine Verbesserung der Versorgungssicherheit 
und wirtschaftlich die Móglichkeit für Stromlieferungen ins 
UCPTE-Netz bietet. Mit 1. Oktober 1997 wurde die Um 
stellung der CENTREL in den normalen Parallelbetrieb mit 
dem UCPTE-Verbundnetz vollzogen. Zu diesem dadurch 
geschaffenen Verbundnetz, das als TESIS (Trans European 
Synchronously Interconnected System) bezeichnet wird, 
gehört der grösste Teil des europäischen Kontinents, von 
Portugal bis Polen und von Dänemark (Jütland) bis Italien. 
Im Norden Europas umfasst das NORDEL-Netz die Syste- 
me Dänemarks, Finnlands, Norwegens und Schwedens. 
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