Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
23
Erscheinungsjahr:
1998
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000079678/312/
Grundsätze des Rechtsmittelverfahrens 2. Überprüfungskompetenz des Staatsgerichtshofes im Verfahren der Verfassungsbeschwerde Im Verfahren gemäss Art. 23 StGH überprüft der Staatsgerichtshof aus­ schliesslich die Beachtung der Grundrechte der Verfassung und der Eu­ ropäischen Menschenrechtskonvention. Die Verfassungsbeschwerde will instanzenmässig keine weitere Sach- und Rechtsprüfung herbeifüh­ ren150. "Da die Gesetze gegenüber jedermann in gleicher Weise vollzo­ gen werden müssen, könnte geschlossen werden, dass jede behördliche Gesetzesverletzung gegenüber einem Staatsbürger auch eine Verletzung des Rechts der Gleichheit vor dem Gesetz bedeute. (...) Eine Verletzung des Gleichheitsrechtes (liegt) nicht schon dann vor, wenn eine Gesetzes­ verletzung schlechthin gegeben ist, sondern nur dann, wenn es sich um Willkür handelt, d.h. eine besonders qualifizierte Ungerechtigkeit bzw. Rechtsverletzung"151. Verstösse gegen Gesetze und Verordnungen sind demnach keine Verfassungsverletzungen, sofern nicht eine verfassungs- oder gesetzwidrige Norm angewendet wird, oder eine qualifiziert un­ sachliche Rechtsanwendung vorliegt. Der Staatsgerichtshof kann Rechtsanwendungen nur daraufhin überprüfen, "ob das Gesetz denkun­ möglich oder so unsachlich grob verfehlt angewendet wäre, dass die ge­ troffene Entscheidung einer erweislich verfassungswidrigen oder im konkreten Fall erkennbar willkürlich unsachlichen Rechtsanwendung gleichkäme und damit der Rechtsfindung ein so schwerer Fehler unter­ liefe, der mit erweislicher Gesetzwidrigkeit gleichzusetzen wäre"152. 150 Vgl. die übernächste Anm. sowie StGH 1996/8, Urteil vom 30.8.1996, LES 1997, S. 153 (157); StGH 1994/16, Urteil vom 11.12.1995, LES 1996, S. 49 (55); StGH 1993/25, Ur­ teil vom 23.6.1994, LES 1995, S. 1 (2); StGH 1994/9 und 1994/11, Urteil vom 23.6.1994, LES 1994, S. 106 (114) m.H.; StGH 1993/1, Urteil vom 23.3.1993, LES 1993, S. 89; StGH 1992/10 und 1992/11, Urteil vom 23.3.1993, LES 1993, S. 82; StGH 1988/4, Ur­ teil vom 30./31.5.1990, LES 1991, S. 1 (2) m.w.H.; StGH 1982/35, Gutachten vom 15.10.1982, LES 1983, S. 105 (106); StGH, Urteil vom 9.2.1961, ELG 1955-61, S. 179 (182); StGH 1961/1, Entscheidung vom 12.6.1961, S. 4, nicht veröffentlicht. 151 StGH 1961/1, Entscheidung vom 12.6.1961, S. 4, nicht veröffentlicht. 152 StGH 1993/13 und 1993/14, Urteil vom 23.11.1993, LES 1994, S. 49 (51); ähnlich StGH 1992/10 und 1992/11, Urteil vom 23.3.1993, LES 1993, S. 82; StGH 1991/12a und 1991/12b, Urteil vom 23.6.1994, LES 1994, S. 96 (97) m.w.H.; StGH 1988/14, Urteil vom 27.4.1989, LES 1989, S. 106 (107); StGH 1988/15, Urteil vom 28.4.1989, LES 1989, S. 108 (112); StGH 1985/12, Urteil vom 28.5.1986, LES 1988, S. 41 (44); ferner StGH 1986/11, Urteil vom 6.5.1987, LES 1988, S. 45 (48) m.w.H.; StGH 1987/4, Urteil vom 9.11.1987, LES 1988, S. 87 (88); StGH 1987/18, Urteil vom 2.5.1988, LES 1988, S. 131 (132 f.); StGH 1987/23, Urteil vom 3.5.1987, LES 1988, S. 138 (139) m.w.H.; StGH 1985/13, Urteil vom 28.10.1986, LES 1987, S. 40 (42); StGH 1985/14, Urteil vom 312
        

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