Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
35
Erscheinungsjahr:
2003
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000077483/244/
OECD-Staaten bzw. von reichen Regionen dieser Staaten strukturell nur geringfügig unterschiedlich. Nischenstrategien, die auf der Gesetz - ge bungshoheit und der internationalen Vernachlässigbarkeit beruhen, scheinen also letztlich im Zeitablauf zu einer recht differenzierten Wirtschaft zu führen. Ein guter Beweis für die Wichtigkeit der interna- tionalen Unauffälligkeit ist übrigens die Tatsache, dass keiner der reichen Kleinstaaten in den einschlägigen OECD-Listen der Geldwäsche- Staaten aufscheint. Der sehr ausführliche Vergleich von Kleinstaaten mit kleinen Regio nen grösserer Staaten, die ein hohes Mass an Autonomie geniessen, im Rahmen dieser Arbeit zeigt uns, dass das zur Realisierung von öko- nomischen Nischenstrategien notwendige Mass an Gesetzgebungs ho - heit nicht allzu gross ist. In der Tat scheint eine relativ beschränkte Souveränität, wie sie die autonomen Regionen geniessen, völlig ausrei- chend, um eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung zu gewährlei- sten. Im Rahmen der Arbeit können wir auch neben der schon genann- ten Kleinheit und Vernachlässigbarkeit der Kleinstaaten einige weitere Gründe dafür angeben, warum die Möglichkeit, ein Gesetzgebungs ge - fälle zu grösseren Nachbarn herzustellen, auf internationaler Ebene nicht stärker eingeschränkt wird. Wie schon erwähnt, halten wir die Offenheit der Grenzen von Kleinstaaten für einen wichtigen, die Wohlfahrt bestimmenden Faktor. Allerdings zeigt sich sehr gut, dass Kleinstaaten grossen Wert darauf le- gen, die Offenheit und internationale Integration dort zu begrenzen, wo ihre ökonomische Nischenpolitik negativ betroffen wäre. Kein Klein - staat in Europa, mit Ausnahme von Luxemburg, ist Mitglied der Europäischen Union, weil die Mitgliedschaft in für die Kleinstaaten zen- trale Bereiche der Gesetzgebung eingreifen und ihren Vorteil möglicher- weise verringern würde. Gleichwohl haben praktisch alle Kleinstaaten bevorzugten Zugang zum europäischen Binnenmarkt bzw. bilden mit Europa eine Zollunion, von der nur einzelne Bereiche ausgenommen sind. Interessant ist auch die Tatsache, dass gerade im Finanzdienst - leistungs sektor der «trade off» zwischen Offenheit und Protektion im Klein staat am geringsten scheint, weil weltweit liberalisierte Kapital - märkte die beste Versicherung für die Finanzdienstleistungsbranche in den Kleinstaaten darstellt. Andere Argumente, die als Vorteile für Kleinstaaten genannt wer- den, sind nicht so leicht zu analysieren. Wir können daher nur feststel- 244
        

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