Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
35
Erscheinungsjahr:
2003
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000077483/239/
Reine öffentliche Güter werden fast immer vom Staat bereitgestellt. Ein privates Unternehmen hat von sich aus keine Anreize ein öffent - liches Gut bereitzustellen, weil niemand vom Konsum ausgeschlossen werden kann und daher auch kein Preis dafür verlangt werden kann (Trittbrettfahrerverhalten). Auch der Staat kann für die Bereitstellung ei- nes reinen öffentlichen Gutes in der Regel keine Gebühren (Benüt - zungs gebühren) verlangen (aufgrund der Eigenschaft der Nicht-Aus - schliess barkeit). Bei der hypothetischen Finanzierungsfrage vor Bereit - stel lung eines reinen öffentlichen Gutes werden die späteren Konsumen - ten ihre Präferenzen verhüllen, um so weniger oder gar nichts beitragen zu müssen und dann als Trittbrettfahrer das Gut konsumieren zu kön- nen. Daher werden reine öffentliche Güter ausschliesslich aus Steuer - mitteln finanziert. Aus diesen Eigenschaften geht hervor, dass es für reine öffentliche Güter theoretisch keine minimalen Durchschnittskosten gibt. Je grösser das Bereitstellungskollektiv, desto billiger ist die Bereitstellung für jeden einzelnen Steuerzahler. Andere öffentlich bereitgestellte Güter haben – wie private Güter – minimale Durchschnittskosten. Allerdings werden diese manchmal nur bei relativ grossen Benutzerkollektiven erreicht (z.B. Universitäten). Viele Kleinstaaten erreichen für sich genommen diese effiziente Grösse zur Bereitstellung einiger öffentlicher Güter nicht und leiden mithin unter Nachteilen aufgrund von Skaleneffekten. Wenn man nun annimmt, dass jeder Staat ein Bündel an Gütern be- reitstellt, das zumindest teilweise aus reinen öffentlichen Gütern und Mischgütern besteht, dann folgt daraus, dass kleinere Staaten tendenziell höhere öffentliche Ausgaben haben müssen als grössere Staaten. D.h., dass die Höhe der auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) oder Brutto - sozial produkt (BSP) bezogenen Staatsausgaben mit sinkender Staats - grösse theoretisch steigen müsste. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit konnten wir diese These mit einer sehr grossen und zuverlässigen Datenbasis testen. Dabei wird mit- hilfe multipler Regressionsmodelle der Einfluss der Variable Staats - grösse, abgebildet als die Einwohnerzahl oder als das BIP bzw. BSP, auf die Variable Grösse des öffentlichen Sektors, angenähert durch die Kon - sum ausgaben des Staates, untersucht. Natürlich gibt es noch eine ganze Menge anderer Variablen, die theoretisch zur Erklärung der relativen Höhe der öffentlichen Konsumausgaben beitragen sollten und daher in verschiedenen Modellspezifikationen berücksichtigt werden. Dazu 239
        

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