Die Grenze Liechtensteins zum 
untergegangenen Dritten Reich, 
zu dem Österreich gehörte, wird 
wieder offener. 
  
  
  
Kapitulation Deutschlands (7.5.). 
Fürst Franz Josef Il. veranlasst 
im Juli den am 20. Juli erfolgen- 
den Rücktritt der Regierung 
Hoop. Die Vaterländische Union 
entsendet in die neue Regierung 
Frick den schon in der Volks- 
partei tätig gewesenen Ferdinand 
Nigg (Vaduz) als Regierungs- 
chef-Stellvertreter, Alois Wille 
(Balzers) als Regierungsrat und 
Alexander Sele (Triesenberg) 
als Stellvertreter (3.9.). 
Gründung des liechtensteini- 
schen Tierschutzvereins (7.10.). 
5.4. Einordnung 
Die Protokolle der fünf Besprechungen machen deutlich, dass die Gespräche vor- 
erst nur als offiziöse Kontakte zwischen Dr. Peer und Dr. Beck gedacht waren. Die 
Beiziehung Gustav Schädlers und Anton Walsers zeigt aber deutlich, dass die 
Volkspartei als Verhandlungspartner agierte. Es ist dabei aufschlussreich, die 
Benennung der Verhandlungspartner im Protokoll zu verfolgen. In der Vorbe- 
sprechung vom 5. September wird Dr. Beck als «Privatmann» erwähnt. Am 10. 
September, also am ersten Verhandlungstag, wird Dr. Beck als «Unterhändler» auf- 
geführt. Am 11./12. September wird in den stenographischen Ergänzungen aus- 
drücklich betont, dass «die Unterhandlung nicht im Sinne der Partei, sondern nur 
von den 3 persönlich geführt» werde. In der dritten Zusammenkunft vom 13. Sep- 
tember werden Beck, Schädler und Walser als «die 3 Volksparteiler» und «Vertreter 
der Volkspartei» bezeichnet. Die offizielle Absicherung als Volkspartei-Vertreter 
konnten diese allerdings erst nach der Delegiertenversammlung vom 14. Septem- 
ber in Anspruch nehmen. Die endgültige Abmachung vom 15. September wurde 
von sechs Vertretern der Volkspartei, die ihre Legitimation von den Delegierten 
zugesprochen erhalten hatten, mit Dr. Josef Peer und Josef Martin ausgehandelt. 
Die Verhandlungen selbst verliefen z. T. recht emotionsgeladen und waren ge- 
prägt von der selbstbewussten, teilweise kompromisslosen Haltung der Volks- 
partei-Vertreter. Der dominierende Anspruch der Volkspartei kam auch dadurch 
zum Ausdruck, dass der Vorschlag für einen Proklamationsentwurf des Fürsten 
an das Volk von Dr. Beck bereits am 7. September an Kabinettsrat Martin über- 
reicht worden war. 
Die Verhandlungen vom 15. September wurden mit einem Machtanspruch der 
Volkspartei abgeschlossen: Johann Wanger musste zugunsten Dr. Wilhelm 
Becks als Regierungsmitglied zurücktreten. 
Die Bürgerpartei war während der Schlossverhandlungen in eine Statistenrolle 
gedrängt worden. Sie hatte auf die entscheidenden Punkte der Abmachungen 
DD 
 
        

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