pflichten, noch in diesem Jahr die Verfassung durchzubringen. Peer versprach, die 
Verfassung so zeitig zur Verabschiedung zu bringen, dass im Februar Neuwahlen 
stattfinden könnten. Das Datum der Neuwahlen war für die Volkspartei wichtig, weil 
zu dieser Jahreszeit die liechtensteinischen Saison arbeiter sich noch im Lande auf- 
hielten. Gemäss Peers Ausführungen gaben die fürstlichen Vertreter diesen neuer- 
lichen Forderungen nach, weil sie sich in einer Zwangslage fühlten. Einerseits woll- 
ten sie die erzielten Ergebnisse «tagelanger und sehr ermüdender Unterhand- 
lungen» nicht aufs Spiel setzen. Andererseits verlangten die Umstände «gebiete- 
risch eine baldige Lósung». Dazu kam als weiterer Faktor, dass sowohl der Fürst als 
auch Prinz Karl dringend einen positiven Abschluss der Verhandlungen wünschten. 
Nach weiteren Forderungen der Volkspartei (Arbeitsvergebung, Stellenbeset- 
zung, Botschaft Bern, Jagdverpachtung) wurde die Besprechung beendet. Die 
Volkspartei-Vertreter betonten wiederholt, dass sie nur dem Frieden zuliebe mit 
der ausgehandelten Lósung zufrieden seien. Sie betrachteten vor allem ihre 
Zustimmung zur Berufung Peers als grosse Kompromissbereitschaft. 
Am nächsten Tag sollten die Volkspartei-Vertreter vom Fürsten in Audienz emp- 
fangen werden. Die Ansprache, die der Fürst bei dieser Gelegenheit halten sollte, 
wurde abgefasst. 
Im Verlaufe der Verhandlungen wurde auch eingehend von der Gefahr gesprochen, 
dass sich eine republikanische Partei mit ca. 400 Mitgliedern bilden kónnte, falls 
nicht ganze Arbeit gemacht und dem Volke nicht die bisher vorenthaltenen Rechte 
gegeben würden. Schon am 12. September, so wurden die fürstlichen Vertreter in- 
formiert, sei in Balzers anlásslich des Sángerfestes auf Gutenberg geplant gewesen, 
auf der Bühne eine republikanische Rede zu halten. Die zwei Unterhándler des Für- 
sten sahen nach Angaben der Volkspartei-Vertreter ein, dass die «Regierungs- 
Clique der Dynastie durch das allgmeine Zurückhalten geschadet habe». 
Zwischen den drei Volksparteilern und Peer wurde am Schluss dieser Bespre- 
chungen ein «Geheimprotokoll» über die «gepflogenen Besprechungen» abge- 
DD 
  
Vermählung von Franz Josef Il. 
mit Georgine Gräfin von Wilczek 
am / März 1943. Das Fest hatte 
gerade im Zusammenhang mit 
der liechtensteinischen Eigen- 
stándigkeit starken Symbolcha- 
rakter. 
Ebenfalls auf dem Bild zu sehen 
sind Regierungschef Dr. Josef 
Hoop (l.) und Vizeregierungschef 
Dr. Alois Vogt (r.) 
  
  
 
        

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