sogar die Auffassung, dass sich «manche Kreise mit der Gründung einer repu- 
blikanischen Partei» tragen würden, und zwar «aus Verzweiflung darüber, dass 
dem Liechtensteiner Volke nicht das Mindestmass an gesetzlich festgelegten 
Rechten ... zukommen solle.» Gegensteuer zu dieser Entwicklung sei nur mög- 
lich, wenn «in Liechtenstein endlich echt demokratischen Volksforderungen» 
nachgegeben werde. 
Zwei Tage nach diesen für liechtensteinische Verhältnisse ungewöhnlich weit- 
gehenden Äusserungen wurde Wilhelm Beck «zwecks Erledigung der Verfas- 
sungs- und anderen Fragen» auf den 6. September von Kabinettsrat Josef 
Martin zu einer Aussprache eingeladen. Über dieses und weitere Gespräche ver- 
fasste Reallehrer Gustav Schädler ein 32seitiges, handgeschriebenes Ge- 
sprächsprotokoll, welches von Wilhelm Beck teilweise ergänzt wurde. Eine 
wertvolle Ergänzung dieses Protokolls stellen zwei Aufzeichnungen Peers dar, 
welche dieser im April 1921 verfasste. Das eine Dokument enthält eine Stel- 
lungnahme Peers zur Volksabstimmung vom 28. Márz 1921 über seinen weite- 
ren Verbleib im Amt des Landesverwesers. Das zweite, umfangreiche Schrift- 
stück beinhaltet einen Kommentar Peers zur Revision der Verfassung vom 
Oktober 1921. Aus den drei Dokumenten, die von Vertretern der zwei teilneh- 
menden Parteien angefertigt wurden, kann der Verlauf der Schlossverhand- 
lungen recht zuverlässig rekonstruiert werden. 
Beim ersten dreistündigen Gespräch mit Martin, welches am 6. September statt- 
fand, hielt Beck fest, dass er nur als Privatmann spreche und von der Volkspar- 
tei «keinerlei Auftrag noch Ermächtigung zu Verhandlungen» habe. In diesem 
ersten Gespräch ging es um die Forderungen und Wünsche der Volkspartei. 
Beck erklärte sich einverstanden, auch mit Peer in unverbindlicher Weise zu 
sprechen. 
Am 7. September überreichte Beck an Kabinettsrat Martin einen von ihm erar- 
beiteten Vorschlag einer Proklamation zu Handen des Fürsten. 
«D 
     
  
   
ohnbe- 
vólkerung 
Liechten- 
steins: 
11094. 
Die allgemeine Situation in 
Liechtenstein ist durch die 
Kriegswirtschaft gekennzeichnet. 
Die Lebensmittel sind rationiert, 
der Fleischverbrauch einge- 
schränkt, die landwirtschaftlichen 
Anbauflâchen werden ver- 
grössert, Riede entwässert. 
Böden melioriert, Auen gerodet 
und Flächen drainiert. 
Gründung der Hilti AG 
Befestigungstechnik Schaan, 
der Präzisions Apparatebau AG 
Vaduz, der Press- und 
Stanzwerke AG Eschen. 
  
  
Sommerlager der Hitler-Jugend 
im Saminatal, datiert auf den 27. 
Juli 1941. 
  
 
        

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