rungen anbelangte. Und die Bürgerpartei? Ihre Exponenten versuchten zwar, 
Widerstand zu leisten. Sie machten aber teilweise einen hilflosen und ideen- 
armen Eindruck. Wenn sie die Volksparteiler als «Beckianer» bezeichneten, so 
tönte es sogleich zurück: «Nipplianer». Und auf Vorwürfe des Volksblattes, die 
Volkspartei sei Dr. Beck hörig, antworteten die «Oberrheinischen Nachrichten», 
dass die Volkspartei nicht Dr. Beck angehöre, sondern Dr. Beck der Volkspartei. 
Die Bürgerpartei stand ihrem politischen Gegner teilweise wie gebannt gegen- 
über und starrte manchmal ängstlich und erschreckt auf die für sie bedrohlich 
wirkende Volkspartei, die anscheinend durch nichts mehr aufzuhalten war. 
Josef Peer schrieb am 11. Juni 1920 ein Promemoria über die in Liechtenstein 
herrschenden Zustände. Darin beklagte er, dass es der Regierung an Autorität 
und Machtmitteln fehle. Er befürchtete sogar, dass die Zustände in Liechtenstein 
«einer Art von Anarchie» zutrieben. Das Grundübel für diesen Zersetzungspro- 
zess, wie Peer es nannte, sah er darin, dass seit Jahrzehnten Männer an die 
Spitze der Regierung berufen worden seien, welche die Mentalität der Bevölke- 
rung nicht näher gekannt hätten. Die in «Österreichischen Präsidialbureaus 
gelehrte und gelernte Regierungskunst» verfange gegenüber den Alemannen 
nicht, wie die Entwicklung der Dinge in Vorarlberg zur Genüge gezeigt habe. Dies 
äusserte Josef Peer ausgerechnet gegenüber Prinz Eduard von Liechtenstein. 
Die Volkspartei scheute sich auch nicht mehr, kritische Bemerkungen mit teil- 
weise drohenden Untertönen an die Adresse des Fürsten selbst zu richten. Am 
10. Juli 1920 enthielt ein Artikel in den «Oberrheinischen Nachrichten» zur 
«Landes- und Weltpolitik» die Bemerkung: «...Zum Wohlergehen des Landes 
gehört anderseits, dass man sich im Fürstenhaus wie an anderen Stellen den 
demokratischen Forderungen der Neuzeit nicht verschliesst und dem Volke und 
seiner Vertretung mehr Rechte freiwillig einráumt ... Besser ist es, friedlich und 
schiedlich die Volksforderungen verfassungsgemáss festzusetzen, als ihnen 
sonst den Durchbruch zu verschaffen. Darüber besteht kein Zweifel mehr, dass 
DD 
1940 
ohnbe- 
völkerung 
Liechten- 
steins: 
10980. 
Die Gewerbegenossenschaft 
proponiert die alte Idee 
der Einheitspresse, d. h. 
der Zusammenlegung von 
«Liechtensteiner Vaterland» 
und «Liechtensteiner Volksblatt» 
(17.3.). 
Die Zeitung «Der Umbruch» 
erscheint als «Kampfblatt der 
Volksdeutschen Bewegung in 
Liechtenstein» (5.10.). 
  
  
  
Umbruch und Neuordnung! 
SO-RID eec Qvae mut 
  
  
  
  
«Der Umbruch. Kampfblatt der 
Volksdeutschen Bewegung in 
Liechtenstein». Die Zeitung er- 
schien 1940— 1943. 
  
 
        

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