Eröffnung des Kinos Vaduz (21.5.), 
des Waldhotels Vaduz (21.7.), 
der Plankner Strasse (28.7.) und 
des Liechtensteiner Weges Pfälzer- 
hütte — Strassburgerhütte (7.8.). 
Unter dem Namen «Liechten- 
steinische Freiwirtschaftliche 
Zeitung» erscheint ein neues 
oppositionelles Blatt. 
Landesverweisung des Frei- 
wirtschaftlers Prof. Johannes 
Ude (14.9.). 
Schaffung des liechten- 
steinischen Polizeikorps (26.9.). 
  
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Flugblatt für die Einführung des 
Proporzes (Verhältniswahlrecht), 
der vom Stimmvolk abgelehnt 
wurde. 
  
Die Anfänge 1914-1918 
In Liechtenstein entstanden parteipolitische Gruppierungen relativ spät. Die 
Gründe dafür sind in der ausgleichend wirkenden Person des Fürsten Johann IL, 
im Einfluss der katholischen Kirche sowie in der bäuerlich-konservativ aus- 
gerichteten Grundhaltung der überwiegend homogen strukturierten Bevölkerung 
zu suchen. Auch in der Tatsache, dass die Verfassung von 1862 bedeutende 
Reformen gebracht hatte und nach 1852 ein bemerkenswerter wirtschaftlicher 
Aufschwung eingetreten war, sind als Gründe für eine politisch eher stagnie- 
rende Phase bis anfangs des 20. Jahrhunderts zu sehen. 
Bereits im Herbst 1914 jedoch lassen sich bei den Landtagswahlen Ansätze zur 
Bildung von politischen Parteien feststellen. Als für liechtensteinische Verhält- 
nisse aussergewöhnliches Ereignis dieser Wahlen kann etwa die Tatsache ge- 
wertet werden, dass in Triesenberg gedruckte Stimmzettel ausgegeben wurden. 
Laut Mitteilung der Regierung an den Fürsten war «dem Vernehmen nach» der 
frischgebackene, 29jährige Jurist Dr. Wilhelm Beck wesentlich an diesem Vor- 
gang beteiligt. 
Mit dem Eintritt Dr. Becks in die politische Szenerie Liechtensteins — bereits seit 
1912 ist dessen politische Tátigkeit feststellbar — zeichnete sich gleichzeitig die 
Entstehung einer politischen Gruppierung ab. Neben Dr. Beck gehórten dieser 
Minderheitsgruppe im Landtag der Architekt Josef Brunhart, der Landwirt Albert 
Wolfinger, beide aus Balzers, und der Triesner Schmied Josef Sprenger an. 
Neben Dr. Beck kann Josef Brunhart als führender Kopf dieser Vierergruppe 
gesehen werden. Er hatte den gróssten Teil seines Lebens im Ausland verbracht 
und sich an deutschen Fachschulen des Baugewerbes ausgebildet. Zuletzt war er 
als Stadtbauingenieur in Ludwigshafen tátig gewesen. 1913 war er nach Liech- 
tenstein zurückgekehrt und hatte sich in Vaduz niedergelassen. Sein Vater 
war der Altvorsteher und Engelwirt Andreas Brunhart, verheiratet mit Nothburga 
Schlegel. Von seiner Mutter her war Josef Brunhart ein Cousin des verstorbenen 
DD 
  
 
        

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