Die Volkspartei veröffentlichte zusammen mit der Kandidatenliste einige ihrer 
Vorstellungen, deren Durchsetzung ihrer Ansicht nach notwendig war. Erwähnt 
wurden die Abänderung des Jagdgesetzes, die Forderung nach einem neuen 
Steuergesetz, der Ausbau des Verkehrs- und Wirtschaftslebens und andere 
für das «Landeswohl» wichtige Beschlüsse. Die Volkspartei publizierte kein 
Grundsatzprogramm, sondern konzentrierte sich ganz pragmatisch und punktuell 
auf einzelne konkrete, aber wahltaktisch wirksame Verbesserungsvorschläge. 
Das Volksblatt, das sich gegen Parteibildung wehrte, veröffentlichte am 22. 
Februar 1918, einen Tag, bevor die Volkspartei diesen Schritt machte, eine Kandi- 
datenliste für das Oberland.” Die bereits eine Woche früher angekündigte Liste 
enthielt unter anderem auch die Namen Wilhelm Becks und seines Parteifreun- 
des Josef Gassner. Die vorgeschlagenen Volksparteileute wurden aufgenommen, 
um laut Volksblatt damit zu beweisen, dass man keine Partei-, sondern eine 
Volkswahl anstrebe.*? 
Die Liste ging gemáss Volksblatt aus einer «ernsten Beratung einer Reihe von 
Männern aus allen Schichten unseres Volkes» hervor.9 Ein gleichzeitig vorge- 
stelltes Programm führte die wichtigsten Punkte an. Es wurde aber nachdrück- 
lich betont, dass die Versammlung den Kandidaten keine Vorschriften machen 
wolle. 
Dieses «inoffizielle Löwenprogramm» beinhaltete folgende — auch grundsätzliche — 
Punkte:® 
— Selbständigkeit und monarchische Verfassung Liechtensteins 
— Keine Parteiungen, sondern Freiheit des einzelnen 
— Entwicklung des Verkehrs- und Wirtschaftslebens 
— Bau des Lawenawerkes 
— Reform des Steuerwesens 
51 LVobl. 8/1918. 55 LVobl. 8/1918. 
52 LVobl. 7/1918. 
53 LVobl. 8/1918). 
54 LVobl. 8/1918. 
DD 
1922 
   
     
ohnbe- 
vôlkerung 
Liechten- 
steins: 8240. 
Die «Volks- 
partei» erreicht bei den ersten 
Landtagswahlen nach der 
neuen Verfassung eine 
Zweidrittelmehrheit (15./16.2.). 
Erôffnung der Postautolinie 
Eschen-Balzers (15.3.). 
Demission von Josef Ospelt als 
Landesverweser (27.4.). 
Alfons Feger übernimmt 
provisorisch die Amtsgescháfte 
des Regierungschefs (4.5.). 
Prof. Gustav Schádler wird 
Regierungschef (7.7.). 
Gesetz betreffend die Ausübung 
der politischen Volksrechte in 
Landesangelegenheiten (31.8.). 
Die Stimmbürger billigen ein 
neues Steuergesetz (24.12.). 
 
        

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