völkerung betrafen und einen sozial-liberalen Anstrich hatten. Einerseits wollte 
Beck mehr Gewerbefreiheit erreichen, andererseits sozial schwächere Gruppen 
unterstützen und den Staat zu Hilfemassnahmen für diese zwingen. Andere Vor- 
stösse wiederum richteten sich gegen privilegierte Gruppen, etwa gegen die 
Jagdpächter, die seiner Ansicht nach mehr Prämien bezahlen sollten. 
Dieses Verhalten brachte Beck und seinen politischen Freunden aber auch Kritik 
ein. Besonders der Landtagspräsident, Albert Schädler, der bisher neben dem 
Regierungskommissär die dominierende Gestalt gewesen war, wollte und konnte 
sich mit diesem nach bisherigen Normen unkonventionellen Verhalten Becks 
nicht abfinden. Es kam zu Redegefechten, Geplänkeln und taktischen Zügen, 
wie man sie bisher nicht gekannt hatte. Je nach Standpunkt wurde dies als 
Ruhestörung und unbilliges Verhalten oder als endlich ergriffene Gelegenheit 
empfunden, die Rolle des Landtages neu zu definieren und diesen im Sinne einer 
wirklichen Volks-Vertretung, eines Parla-Mentes, aufzuwerten. 
Diese verschiedenen Auffassungen über die grundsätzliche politische Rolle 
und Aufgabe des Landtages mussten zu Spannungen führen. Der Gruppe Beck/ 
Brunhart wurde etwa vorgeworfen, sie vertrete sozialistisches Gedankengut, 
was von den Gescholtenen heftig zurückgewiesen wurde.” Es wurde auch ver- 
sucht, kritische Stellungnahmen Becks und seiner Freunde, z. B. zu Gehalts- 
fragen der Lehrer, als grundsätzliche Misstrauenshaltung gegenüber bestimm- 
ten Berufsgruppen zu interpretieren. Dies veranlasste Beck zu bemerken, es 
sehe aus, als ob er und «seine sogenannten Fraktionsgenossen» schlecht hin- 
gestellt werden sollten.? Dadurch wiederum wurde der Landtagspräsident 
aufgeschreckt, der spontan äusserte: «Wir wollen keine Fraktion und Parteien 
hier haben». 
27 Landtag vom 14. Dez. 1914, LLA LS 4/1914. 
28 Landtag 14. Dez. 1914. 
29 Landtagsprotokoll der Sitzung vom 14. Dez. 1914. 
© 
  
  
  
Eine der führenden Persönlich- 
keiten der 1918 gegründeten Fort- 
schrittlichen Bürgerpartei war der 
Schaaner Posthalter und Vorste- 
her Friedrich (Fritz) Walser. Der 
oft pragmatisch denkende Politi- 
ker war Landtagsabgeordneter 
(1906-1914, 1918-1922) und 
zeitweise Landtagspräsident, 
1928 —1950 war er Verwaltungs- 
rat der Landesbank. 
  
Die Stimmbürger lehnen die 
Erhóhung der Zahl der vom Volk 
zu wáhlenden Abgeordneten und 
eine Herabsetzung des Gross- 
jahrigkeits- und Wahlfahigkeits- 
alters von 24 auf 21 Jahre ab. 
Das Oberland stimmte zu, das 
Unterland hoch dagegen (2.3.). 
Liechtenstein bringt in Bern 
den Wunsch nach Abschluss von 
Verträgen im Zoll-, Post- und 
Justizwesen vor (22.4.). 
 
        

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