schen Geist» mit einem «Volksfürstentum». Mahnende Untertöne sind nicht zu 
überhören, wenn die Deputation äussert, dass die Monarchie in Zentraleuropa 
um so sicherer Bestand habe, wenn sie im Sinne der zeitgemässen Postulate der 
Volkspartei ausgebaut werde. 
Die Volkspartei war, vor allem im Oberland, auch in den Gemeinden aktiv tätig, 
hielt Versammlungen mit Vorträgen zu aktuellen Themen ab und verfasste Reso- 
lutionen zu wichtigen Fragen. So wurde nach einer Versammlung in Balzers vom 
16. Juli 1919 nach Vorträgen von Dr. Wilhelm Beck und Reallehrer Gustav 
Schädler die baldige Regelung des Zollanschlusses an die Schweiz und die 
Währungsregulierung gefordert. Die Annäherung Liechtensteins an die Schweiz 
wurde von der Volkspartei mit Überzeugung und starkem Druck als zentrales 
Thema der Wirtschafts- und Aussenpolitik Liechtensteins gegen das zögernde 
Verhalten der konservativen Kräfte vertreten. In den Vorverhandlungen trat Dr. 
Wilhelm Beck als Volksparteivertreter entschieden für den Schritt Liechtensteins 
von Österreich zur Schweiz ein und propagierte auch die Übernahme verfas- 
sungsrechtlicher Bestimmungen nach schweizerischem Vorbild wie das Initiativ- 
und Referendumsrecht. 
Eine entscheidende Zäsur und einen Höhepunkt in der Geschichte und Entwick- 
lung der Volkspartei vor 1921 stellen im September 1920 die sogenannten 
«Schlossverhandlungen» dar. Die Vorgeschichte zu diesen Verhandlungen setzte 
schon im April/Mai 1920 ein, als bekannt wurde, dass Dr. Josef Peer, Hofrat 
beim Verwaltungsgerichtshof in Wien, in das Amt des Landesverwesers berufen 
werde. Die Volkspartei wehrte sich vehement gegen diese Berufung und stellte 
aufgrund von Resolutionen, die während verschiedener Volksversammlungen 
gefasst worden waren, dezidiert fest, dass nur ein Liechtensteiner für dieses Amt 
in Frage komme. 
Bei den Schlossverhandlungen im September 1920 wurde insofern ein Kompromiss 
in dieser Frage ausgehandelt, als Dr. Peer lediglich für sechs Monate berufen werden 
«D 
1952 
     
  
   
ohnbe- 
volkerung 
Liechten- 
steins: 
14200. 
Die Stimmbürger befürworten 
die Einführung der Alters- und 
Hinterlassenenversicherung 
(AHV). 
Alle Gemeinden des von der 
Bürgerpartei dominierten Unter- 
landes votieren mehrheitlich 
gegen die AHV, zumal führende 
Kreise und Exponenten der 
FBP eine «vehemente 
Propaganda gegen die AHV» 
betrieben. Engagierten Einsatz 
für die AHV-Einführung 
leisteten Regierungschef 
Alexander Frick (FBP) und 
der Sekretär des Arbeitnehmer- 
verbandes, der Abgeordnete 
Josef Sele (VU). 
Das Oberland befürwortet 
die Vorlage mit klarer Mehrheit 
(14.12.). 
Insgesamt wird deutlich, 
dass «die AHV-Vorlage nur 
dank den sich in ihrer Mehrheit 
aus Arbeiterkreisen des 
Oberlandes rekrutierenden 
VU-Anhángern angenommen 
wurde und die Bürgerpartei- 
Wähler mehrheitlich gegen die 
AHV gestimmt» hatten (H. Hoch). 
 
        

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