Herausgeber:
Liechtensteinisches Urkundenbuch I. Teil
Bandzählung:
5
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000072629/687/
— 681 — die Zukunft der Burg zu Feldkirch1 sollen nach der Eroberung beide Partner gemeinsam bestimmen. «Auch haben sie (die Feldkircher) sich vorbehalten, und wir ihnen mit unserem Spruch einhellig zugestanden, wenn sie uns schwören wollen, dass sie im Walgau2 und anderswo im vollen Besitze aller ihrer Güter, Häuser und Zinse und aller ihrer rechtmässigen Schuldforderun- gen bleiben und darüber verfügen sollen, in allem dem Umfang und dem Recht wie vor dem Krieg, ohne Betrug», («och händ / si jnen selber behalten. Vnd habent och wir jnen das mit vnserm spruch ain helleklich erkennet, do si zu vns schwerren / woltent, das si in walgo2 vnd anderswä zu allen jren gütern, gezimbern vnd Zinsen vnd och zu allen jren Redlichen / geltschulden mit gantzer aigenschafft stän vnd gryffen sond jn allen den krefften vnd Rechten als vor dem krieg vnge- / värlich»/ £5 siegeln die von St.Gallen mit ihrem Stadtsiegel. Original im Archiv des Germanischen Museums in Nürnberg, inzwischen Sta. St.Gallen. - Pergament 21,0 cm lang x 28,5, Plica 3 cm. - Einfache Initiale über drei Zeilen. - Oben: «207/13» (Blei, 19JahrhJ; Auf der Plica am Einschnitt des Pergamentstreifens: «Santgallen» (Hand des Schreibers); auf der Plica: «1405 Herbstm. 15» (Blei, 19.Jahrh.); «4492» (Blei, modern); - Siegel fehlt (bereits 1839 nach Weizenegger-Merkte Bd. 3 S. 156). Rückseite: «Deren von Sanctt Gallen Appencell vnd Statt Veitkirch Bundtbrieff Anno 1405 vffgericht» (lö.Jahrh.); «Ist Cassiert Vnndt Giillt nichts mehr» (lö.Jahrh.); «Bündnissbrief» (blau, 19.Jahrh.); «XIX 207/13» und «207» (Blei, 19.Jahrh.); Stempel des Germanischen Nationalmuseums (19. Jahrh.). Die Urkunde war in blauem Papierumschlag, bezeichnet «Nr. 6871» (19.Jahrh.), er enthält ein Regest, ausserdem «Sch. 16 Fach 2» (Blei, 19Jahrh.) sowie «Stadtarchiv Beibrief zu Bundesbrief Urk. St.Gallen 2350 von 15. Sept. 1405» (rot, modern). Regest: Weizenegger-Merkle, Geschichte Vorarlbergs (Innsbruck 1839) Bd. 3 S. 156. Bedeutung: Die Urkunde wird zurecht als die eigentliche Gründungsurkunde des Bundes ob dem See bezeichnet, dem die Eschnerberger schon in der ersten Stunde als die hier genannten «Eidgenossen» der St.Galler angehörten. Mit diesem Verlrag wurde die Bundesurkunde vom gleichen 15. September 1405 (Sta. St.Gallen, Abdruck Wartmann Bd. 3 n. 2350) in wesentlichen Punkten zugunsten Feldkirchs abgeändert. Die hier ausgesprochene Garantie des Besitzes der Feldkircher Bürger bezieht sich nicht zuletzt auf Liechtenstein, das schon im 14. Jahrhundert einen Teil des Wirtschaftsgebie- tes der Stadt bildete.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.