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hoch angesetzten Ausschankpreisen stünden. Die 
Winzer erzielten nach jahrelangem Streit einen Teil- 
erfolg. Es wurde anerkannt, dass die Verkaufspreise 
der Liechtensteiner Weine wie "seit jeher üblich den- 
jenigen der Churer Weine" anzupassen, also hóher 
anzusetzen seien. Die eidgenóssischen Behórden hiel- 
ten ^um den zweifellos unbestreitbaren Quali- 
tátsvorsprung des '"Vaduzers' gerecht zu werden", eine 
*Preisabstufung nach unten für die übrigen Rebge- 
biete . . .(Balzers, Triesen, Schaan)" für angebracht 
und schlossen sich einem entsprechenden Antrag des 
schweizerischen Weinbauvereins an. Die Winzerge- 
nossenschaft Vaduz verzeichnete so einen Zzusätz- 
lichen Erfolg.?!* 
Umgeld an die Landesherrschaft 
Vom ausgeschenkten Wein musste seit altersher das 
sogenannte Umgeld oder Ohmgeld an die Landes- 
herrschaft entrichtet werden. Diese Steuer ist erst- 
mals im Sulzisch-Hohenemsischen Urbar (um 1600) 
erwáhnt. Danach hatte jeder Wirt pro Saum alkoho- 
lischer Getrànke soviel Schillinge Umgeld zu zahlen, 
als das Mass Pfennige kostete. Ein Schilling betrug 
14 Denar (Pfennige) oder 3): Kreuzer. Ein Saum 
fasste 20 Viertel oder etwa 206 Liter. Schenkte ein 
Wirt zum Beispiel das Mass Wein um 16 Kreuzer aus, 
so bezahlte er pro Saum somit viermal (1 Kreuzer ent- 
sprach 4 Pfennigen) 16 Schilling oder, pro Schilling 
3% Kreuzer gerechnet, 3 Gulden 44 Kreuzer. Von 
dem so errechneten Betrag wurde seit jeher der 14. 
Teil abgezogen. 
Um eine gleichmässige Besteuerung zu erreichen, 
wurde jährlich die bereits erwähnte Weinsteuer be- 
stimmt, das heisst, der für die Umgeldberechnung an- 
zuwendende Weinpreis festgelegt.?5 Die bei den 
Wirten lagernden Weine wurden jährlich anlässlich 
einer sogenannten Visierung von Herrschaftsbeam- 
ten erfasst. Jeder Wirt wurde vor das Oberamt gela- 
den, wo der Rentmeister das Umgeld berechnete. Die 
Wirte taten alles, um möglichst wenig Umgeld zahlen 
zu müssen. Sie setzten den Eigenverbrauch, den soge- 
nannten Haustrunk, möglichst hoch an, gaben die 
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Von Softes Snaden Wir Aloys 
Sojeph, foubcrüntr Füvft und 
Megierer des Haufes von und zu icd 
fenftein von Mikolsburg, Gerzog zu 
Troppan und Yägerndorf in Schlesien, Graf zu 
Rietberg, Ritter ded goldenen Vließes, Groffreus 
des Fönigl, Hannoveranifihen Guelphen-Ordens ac, 2c, 2c. 
Den BZeitverbältniffen angemeffen, haben Wir für’gut befunden, das vom 11. Jänner 1812 für 
Unfer fouveränes Fürfenthum gegebene Gefeb, die Einführung der Torkelbögen und der bisher bez 
fimmten Strafen für Wirthe, wegen Bevortheilung der Gefille, vom Tage der Kundmachung des 
gegenwärtigen SGefeßes aufzuheben, und an defen Stelle Folgendes zu verordnen; 
Von dem AusfHante 
$1 
Seder berechtigte Gafwirth if befugt, den Ausfhank in feinem Haufe und den maßweifen 
Verkauf über die Gaffe zu betreiben, und muf fonac fred mit gefunden, unverfälfhten und unver: 
dorbenen Getränken verfehen feyn. Würde ein oder das andere Getränke verfälfht, oder verdorz 
ben, fohin der Gefundheit nachtheilig befunden werden, fo if felbes qu configeiven, und auf Koffen 
des Wirthes aus dem Keller {dhaffen wd vernichten zu (afer. Bey wiederhohlter Betretung tritt 
mebft oer ion und ichtung des oder b Geträntes aud nod) eine 
Gelôfirafe von 50 fl. N, W, ein, 
$. 2. 
Um die Ueberzeugung zu erhalten, daß nur gefunde Getränke ausgefchänkt und verkauft 
werden, find, fatt der bisher einmahligen Wein-Vifirung, fo oft Keller-Unterfuchungen und Vifirunz 
gen vorzunchmen, als c& das Dberamt für nöthig erachtet; auf gegründet gemachte Anzeigen müfz 
fen ebenfalls derley Unterfuchungen gepflogen werden, 
$. 3. 
; Sit es unerläßlich nochwendig, daß jeder Gaftwirth ein Einfhreibbuch über fämmtliche im 
eigenen, und in fremdem Keller eingelegte Getränke führe, weldhes nad Formular A verfaßt fen 
muß, Diefe EinfOHreibbücher werden den Wirthen nach Bedarf gedruckt hinausgegeben, In felbe 
müffen fänımtliche erkaufte und felbf erzengte Setränfe in den darin beffimmten Rubriken eingetraz 
sm, der Tag der Einkellerung, dann der Nahme und Wohnort des Verkäufers deutlich angefetst 
werden. 
Wenn ein Wirth aus feinen Weingärten mehr Wein fechfet, oder an Dbfimoft und Branne 
weit felbft mehr erzeugt, als er zum Ausfhanke oder maßweifen Verkauf erforderlid) hat, it die 
‚ganze Fechfung oder Erzeugung in das Einfchreibbuch einzutragen. 
§. 4. 
8 ftebt ben 3Girtfen fre, aisfgmmmmm voi ber. eigenen größeren Fechfung oder Erzeugung 
entweder aus dem Torkel, oder aus dem Keller fo viel zu verkaufen, als fie sur Dectung ded Ans: 
fhankes nicht bedürfen , eben fo Fönnen felbft von erkauften Getränken wieder Verkäufe unterm Reiz 
fen Statt finden; febtere aber, da felbe zu Mifbräuchen ausarren Fönnten, mit der einzigen Bes 
Ausschankgesetz vom 1.11.1836 (Landesarchiv) 
Quantität des vor oder nach der amtlichen Kontrolle 
eingelagerten Weines nur unvollständig an oder ver- 
heimlichten Weine vor der Visierung, indem sie diese 
in andere Keller schafften.?!6 
Obrigkeitliche Kontrollvorschriften 
Um solchen Betrügereien zu begegnen, wurde mit 
fürstlicher Verordnung vom 11. Januar 1812 verfügt, 
dass jeder Torkelmeister ein Register über die in sei- 
nem Torkel pressenden Personen, über die Gattung 
und Menge des Weines und dessen Käufer zu führen 
und der Amtskanzlei abzugeben habe. Die Wirte hat- 
ten auch ein “eidesstättiges Verzeichnis über die 
 
        

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