gut zu bezeichnen. Konkret in Zahlen ausgedrückt: 
Es wurden rund 80’000 kg Wein geerntet, dessen 
Qualitätsgard bei rund 82 Öchsle lag, wobei hier und 
dort Spitzenwerte bis zu 90 Öchslegraden erreicht 
wurden. Der Umsatz der Gesamternte liegt bei rund 
einer Viertel Million Franken. Die grössten Weinbau- 
Produzenten waren auch in diesem Jahr wiederum 
die fürstliche Domänenverwaltung mit rund 26’000, 
die Vaduzer Winzergenossenschaft mit rund 14’600 
kg, der Vaduzer Winzer Karl Verling mit über 10’000 
kg und die Triesner Produzenten mit rund 9’000 kg. 
Der Rest der Ernte verteilt sich auf die Privatwinzer in 
den übrigen Gemeinden des Landes in etwa wie folgt: 
Balzers-Mäls rund 6’500 kg, Vaduz rund 5’000 kg, 
Mauren rund 1’300 kg, Schaan rund 5’000 kg, 
Bendern rund 750 kg und Eschen rund 300 kg. Dass 
unser Wein fast ausschliesslich in Liechtenstein ge- 
trunken wird, zeugt von seiner hohen Qualität. “Zum 
Wohl” mit dem 73-er Jahrgang!*9* 
1974 93. Oktober 1974 
Notstand 
Schlechte Ernte für unsere Weinbauern 
Die Beurteilung der diesjährigen Weinernte geht von 
“unter dem Durchschnitt” bis “schlecht”. Nicht wenig 
Weinbauern sprechen von einem regelrechten Not- 
stand: Seit rund fünf Wochen ist es empfindlich kalt, 
der Schnee erreicht teilweise sogar die höheren Tal- 
lagen. 
Vergeblich wartete man bisher auf gutes Ernte- 
wetter. Inzwischen kommt es schon auf jeden Tag an. 
Der Fäulnisbefall bewegt sich zwischen 20 und 40 Pro- 
zent. Die Öchslegrade liegen nur in einzelnen Fällen 
über 80 Grad, in der Regel fürchtet man, dass die 
Durchschnitte niedriger ausfallen. 
Selbst alte Weinbauern in unserem Lande können 
sich nicht an ähnlich schlechte Erntebedingungen 
erinnern, wobei zu allem Überfluss auch die Verluste 
durch Vogelfrass dieses Jahr noch grösser sind als 
in den Herbstmonaten der vorangegangenen Ernte- 
perioden.*° 
280 
    
6. November 1974 
Weinlese im Schnee 
Kaltes Wetter und Schneefall kennzeichneten den 
Start der diesjährigen Weinlese im fürstlichen Wein- 
berg in Vaduz. “In den vierzehn Jahren, in denen ich 
hier arbeite, habe ich noch nie eine derartige 
Weinernte erlebt”, meinte der fürstliche Reb- und 
Kellermeister, Leo Oehri, als wir ihn am Montagnach- 
mittag kurz nach Beginn der Lese besuchten. "Die 
Ernte wäre gut gewesen, wenn wir etwa eine Woche 
früher hätten Wimmeln können, nun aber haben wir 
mengenmässig nur eine gute Mittelernte, qualitäts- 
mässig liegen wir unter dem Durchschnitt der letzten 
Jahre.” 
Die späte Lese erklärt sich daraus, dass im fürst- 
lichen Wingert traditionsgemäss zuletzt geerntet 
wird. Die verschiedenen Weinbaugenossenschaften 
unseres Landes aber mussten in den letzten Tagen 
und Wochen die Lese des andauernden schlechten 
Wetters wegen immer wieder hinausschieben. Zwi- 
schen zwanzig und dreissig Prozent Fäulnisbefall und 
grosse Schäden durch Vogelfrass waren im Bockwin- 
sert die Folge .. 59 
1975 7. Oktober 1975 
Vaduz. Am Donnerstag Wimmet-Beginn 
Am kommenden Donnerstag beginnt, wenn das Wet- 
ter mitmacht, in Vaduz die Weinlese. Dies wurde am 
Sonntag nach altem Brauch anlässlich der traditionel- 
len Traubenschau, an dem auch Vertreter des Ge- 
meinderates teilnahmen, von der Winzergenossen- 
schaft beschlossen. 
Der Stand der Reben kann als áusserst gut bewertet 
werden, was für Qualität wie Quantität gilt. Grosse 
Sorgen machen sich die Winzer lediglich über den 
Absatz des einheimischen Weines, welcher vor allem 
auf die hohen Preise im Gaststättenausschank zurück- 
zuführen ist. Hier muss man sich für die Zukunft 
unbedingt etwas einfallen lassen, soll der Weiterbe- 
stand unserer schönen Vaduzer Weinberge nicht ge- 
fährdet werden .5°! 
  
 
        

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