Weinberge und Güter gemeint. 1363 stiftet Graf 
Rudolf von Montfort an den von ihm errichteten 
Altar in der St. Nikolauskirche in Feldkirch einen 
Jahrtag und übergibt dem Kaplan des Altars dafür 
mehrere Zinse, darunter auch “des Ersten Som Win- 
geltes Veltkircher messes, die ich han uss Vaisslis win- 
garten ze Vadutz."? Dieselben vier Saum Wein (rund 
823 Liter) “aus dem wingartten Sweigger feistleins ze 
Vaducz ob faistleins haus” sind im gleichen Jahr auch 
Der St. Johanner mit dem Roten Haus im Vordergrund, das 
auf den Vaistli-Hof zuriickgeht. (Illustration von Peter 
Balzer aus: Heer, Jakob Christoph: Vorarlberg und Liechten- 
stein. Feldkirch, 1906) 
  
Vaduz 
mit Falknisgruppe. 
   
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in einem Urbar des Grafen von Montfort verzeich- 
net)! Über den Rebbesitz der Vaistli, der spáter an 
die Familie Litscher und von dieser 1525 an das 
Kloster St. Johann im Thurtal gelangte und in seinem 
Kern mit dem bekannten Weingut St. Johanner oder 
Abtswingert heute noch besteht, berichtet ein eigener 
Beitrag in diesem Buch.? 
Weinbergnamen und Besitzernamen 
Neben Bocker, Stóckler und Vaistlis Wingert sind in 
Vaduz weitere Namen von Weinbergen nachgewie- 
sen, die auf deren Besitzer hindeuten. Sie stehen zum 
Teil noch heute in Gebrauch. Überliefert sind der 
Geltinger??, der Heussen?*, der Palli°, der Plattner, 
der St. Johanner¥, der Jager oder Jáger??, der Wein- 
zierler®, der Schorschische Weingarten’, St. Florins- 
wingert!, Pfrundwingert?, Mesmerwingert? und 
Kossmanns Wingert**. 
?: LUB I/8, S. 662—665. 
?5 LUB I/1, S. 359-369 und LUB I/4, S. 123-128. 
?6 Vgl. unten S. 72-74. 
?7 Bilgeri, Feldkirch, Bd. 1, S. 157f. 
28 LUB I/1- 4: mehrere Belege aus dem 14. Jahrhundert. 
2» LUB I/9, S. 133—135. 
*? LUB I/3, S. 287-290. 
3! LUB 1/3, S. 290-307. 
3 Siehe Rudolf Rheinbergers Beitrag Das Rote Haus und der 
Weinbau in Vaduz. — Zu St. Johann und zur Familie Vaistli vgl. 
auch Anmerkung 1 in LGB I/4, S. 368, und Johann Baptist 
Büchel in JBL 2 (1902), S. 152—154. 
33 Namenbuch, Ortsnamen historisch (1574): *. . . weingarten zu 
Vaduz an Maren gelegen, so noch der Geltinger genannt . . ." 
34 Namenbuch, Ortsnamen historisch (1638): “Erstlichen Ain 
Stuckh wingarten In Raditsch gelegen der Heussen genandt . . ." 
55 Namenbuch, Ortsnamen historisch (1719, 1726, 1728, 1808): 
Weingarten, der Balli oder Balle genannt. 
9*5 Namenbuch, Ortsnamen historisch (1574): *. . . Desgleichen 
Ulrich plattner, Burger Zu Veldkirch, seinen Weingarten Zu 
Vaduz, an mareen gelegen, unnd noch heutigs tags der plattner 
genannt..." 
57 Namenbuch, Ortsnamen historisch (1711, 1726, 1738): Wein- 
garten der St. Johanner, órtlich identisch mit Abtswingert. 
55 Namenbuch, Ortsnamen historisch (1667, 1803): *. .. das Stück 
Rebgarten in Raditsch gelegen . . . so der Jager genannt . . .”; 
"Ein detto (Weingarten) im Jager oder Iraditsch”. 
Weinzierl, in einer Urkunde von 1351 (LUB 1/2, S. 147) er- 
wahnt; altes Vaduzer Geschlecht. Weinzierl = Winzer. Die als 
Familienname verwendete Berufsbezeichnung darf ebenfalls als 
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