schnittene Reben unter den Spätfrösten weniger zu 
leiden haben als früh geschnittene. Leider sieht man 
den Reben heuer das schlechte Jahr 1936 allenthal- 
ben sehr stark an. Das Holz hat sich nicht so schön 
entwickeln können, wie es wünschbar gewesen wäre. 
Doch könnte da ein gutes Jahr viel ausgleichen. 
Wie wir vernehmen, hält die W inzergenossenschaft 
nächsten Sonntag, den 21. März, nachmittags, im 
Gasthof zum “Engel” ihre Frühjahrshauptversamm- 
lung ab, verbunden mit Auszahlung der restlichen 
Weinerlöse.? 
3. Juli 1937 
Weinbauliches 
Das warme, feuchte Wetter der letzten Zeit hat die 
Entwicklung der Pilzkrankheiten stark gefördert, na- 
mentlich bei Elblingreben ist starkes Auftreten des 
echten Mehltaus zu beobachten. Es empfiehlt sich 
sehr, die Trauben baldigst und ergiebigst zu bestäu- 
ben. Wer die dritte Bespritzung noch nicht durchge- 
führt hat, möge auch diese rasch nachholen.?56 
2. September 1937 
Schweizerische Landesausstellung 1939 
Die Winzergenossenschaft Vaduz stellt eine offizielle 
Voranmeldung für die schweizerische Landesausstel- 
lung 1939 in Zürich.27 
30. September 1937 
Vaduz. Weinlese 
Donnerstagmittag hat hier die allgemeine Weinlese 
begonnen. Der Reifegrad ist wider Erwarten günstig. 
Bei den zur Winzergenossenschaft abgelieferten Trau- 
ben wurden nicht selten Zuckergrade (nach Ochsle) 
in Hohe von 92, 90 und viele hoch in die Achtzig ge- 
messen. Der Durchschnitt wird nach den Messungen 
vom Donnerstagnachmittag etwa 86 Ochslegrade be- 
tragen. Also hinsichtlich Güte ein sehr gutes Ergebnis. 
Mengenmässig fällt die Ernte etwas schwächer aus, als 
erwartet wurde, was darauf zurück zu führen ist, dass 
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infolge des nassen Wetters der letzten Wochen die 
Fäulnis ziemlich stark einsetzte. Die kranken Beeren 
werden aber insbesondere bei der Winzergenossen- 
schaft ausgelesen, und es wird darüber eine Kontrolle 
geführt. - Die Nachfrage nach dem heurigen Wein ist 
sehr gut und daher der Absatz recht befriedigend.” 
14. Oktober 1937 
Landwirtschaft in Zahlen 
Der Weinbau verzeichnet ein Areal von 51’000 Klaf- 
tern. Hier marschiert Vaduz an erster Stelle mit rund 
32°000 Klaftern, dann folgen Triesen und Schaan mit 
je 7/000 Klaftern Anbauflàche. Im Jahre 1891 hatte 
das Land noch ein Rebenareal von rund 183'000 Klaf- 
tern aufzuweisen. Der Rebbau ist also in einem Men- 
schenalter um fast drei Viertel seines Bestandes zu- 
rückgegangen. Die grossen Rebbestinde in Eschen 
und Mauren sind bis auf ein kleines Muster von 200 
Klaftern in Eschen vollständig eingegangen.“ 
19. Oktober 1937 
Qualitátsklassen Weinlese 1937 
An der Ausschussitzung der Winzergenossenschaft 
Vaduz beschliesst man, 80 und 81 Grad als normal 
gelten zu lassen, während für jedes Grad darüber be- 
ziehungsweise darunter ein Prozent in Zuschlag be- 
ziehungsweise in Abzug gebracht werden soll.?60 
1938 18. Februar 1938 
Weinbaukommissär 
Für die Erhaltung und Fôrderung des Weinbaues in 
Liechtenstein wird von der Winzergenossenschaft 
Vaduz die Bestellung eines Weinbaukommissärs 
durch die fürstliche Regierung vorgeschlagen. 
Fürstlicher Studienrat Dr. Eugen Nipp, Ausschuss- 
mitglied der Winzergenossenschaft, wird am 18. 
Februar 1938 zum ersten Weinbaukommissär Liech- 
tensteins ernannt. Seine Hauptaufgaben bestehen in: 
  
  
 
        

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