mare Infektion, d. h. der Erstbefall der Rebe durch 
den Mehltau geschieht aus Bodenausschlàgen, aus 
tiefstehenden Trieben. Es muss also mehr Wert gelegt 
werden auf das Sàubern im Frühjahr. Die Rebe muss 
bis etwa 10 Zentimeter ob Boden frei sein von Schóss- 
lingen. Die Triebe aus altem Holz müssen weg, auch 
in den oberen Partien. Ferner wollen wir einfache 
Reben, nicht Doppelsatz. Man soll auch nicht viele 
"Reserven", sogenannte *Suger', stehen lassen. Wich- 
tig ist auch die Vereinfachung des Sortenbestandes: 
Unsere Lage ist ein ausgesprochenes Rotweingebiet, 
solche Rotweinbestáànde sind selten. Gebiete mit weis- 
sem und zwar besserem Gewáchs als es der weisse Elb- 
ling hierlands ist, existieren genug. Daher sind die 
weissen Reben nach und nach auszumerzen. Es soll- 
ten nur rote Reben gezogen werden. 
Wege zum Ziele: Art der Verjüngung: vollstándige 
Neuanlagen. Wir müssen móglichst mit dem jetzigen 
eigenen Material wieder zu Ertrag zu kommen su- 
chen. Hier sind aber die Klàvner im allgemeinen arm 
an Holz. Daher müssen die Reben zum Vergruben 
vorbereitet werden. Das besteht darin, dass man die 
Reben schon ein oder zwei Jahre vor dem Vergruben 
kurz schneidet, um junges Holz zu bekommen. Wir 
müssen nämlich junge, kräftige Reben in die Erde 
einlegen. Der blaue Burgunder, unser Klävner, ist 
nicht sehr langlebig. Daher muss alle 15-20 Jahre 
wieder neu eingelegt werden. Dann hat man auch im 
Gruberjahr wenig Ausfall, und im dritten Jahr ist der 
Ertrag annáhernd normal. Bei schwachen Reben ist 
dies viel schwieriger, denn im ersten Jahre nähren die 
alten Wurzeln. Im zweiten wachsen neue Wurzeln am 
eingelegten Schóssling, und diese müssen dann die 
Reben ernähren. Was wir vom Schoss in die Erde le- 
gen, soll der künftige Wurzelstock sein. Das junge 
Holz ist 30—40 Zentimeter lang einzulegen; nur zwei, 
aber kräftige, Augen herausschauen lassen! Die Ent- 
fernung in der Reihe muss mindestens 84 Zentimeter 
betragen. So ist dann auch eine Bearbeitung mit Ge- 
spann möglich in nicht zu steilen Lagen. Durch Ge- 
spannbearbeitung gewinnen wir Zeit. Durch Über- 
gang vom Pfahlbau zum Drahtbau können wir die 
Heftarbeit reduzieren, da die Reben ja Ranken besit- 
zen. Das Ziehen von zwei Drähten ist vorteilhaft. 
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In der Laubarbeit ist wichtig die Behandlung der 
Ausschläge aus dem alten Holz. Dies wird hier leider 
unterlassen. Sie ist auch nötig beim Drahtbau, dafür 
fällt dabei aber das Verzwicken weg, indem beim 
Drahtbau oben die Spitzen einfach abgeschert wer- 
den. So bleibt uns mehr Zeit übrig zur Bekämpfung 
der Schädlinge. Der falsche Mehltau, die Perono- 
spora befällt schliesslich die oberen Partien stark. 
Hier sind die Reben zu hoch. Gegen den Rotbrenner 
muss früh gespritzt werden, da er früh auftritt, sich 
aber langsam entwickelt. Der falsche Mehltau tritt 
später auf, entwickelt sich aber sehr schnell. 
Am 20. Mai muss in den Rotbrennerlagen die erste 
Bespritzung fertig sein, in frühen Frühlingen noch 
früher. Wenn die Triebe 20-25 Zentimeter lang sind, 
sollte man nicht mehr zuwarten mit der ersten Be- 
spritzung. Bei falschem Mehltau beginnt man mit 
dem Spritzen Ende Mai und hört Ende Juli auf. Bei 
grossem Besatz, grosser Wärme und Feuchtigkeit soll 
man sechsmal spritzen, eventuell siebenmal. 
Das Spritzen: Handpumpen und automatische 
Pumpen sind im Gebrauch. Von letzteren haben sich 
die Holderspritzen am besten bewährt. Die Blätter 
sind nicht von oben zu bespritzen; denn dann erhält 
man wohl grüne Blätter, aber die Trauben werden be- 
fallen. Jetzt spritzt man von unten und ins Innere der 
Rebe hinein, um auch die Gescheine!? zu treffen. 
Der Pilz setzt sich nämlich unten an. Wir müssen die 
Reben im Laube etwas lichter stellen; also die Aus- 
schläge, die Besten weg! 
Zum Schluss betonte der Referent, er habe absicht- 
lich mehr allgemein gesprochen, um der Diskussion 
weiten Raum zu schaffen und Einzelfragen, wie sie 
etwa die Winzer interessieren würden, beantworten 
zu können. 
Nach Verdankung des lehrreichen Vortrages durch 
Abg. Walser wurde nun die Diskussion eróffnet. Sie 
wurde fleissig benützt, und der Referent beantwortete 
die einzelnen Fragen in klarer, sachlicher Art. 
Beschneiden der Reben im Frühjahr, früh oder 
spät? Die Ansichten gehen auseinander, da beide Vor- 
gehen ihre Vor- und Nachteile zeigen. Beim späten 
Schneiden haben wir Saftverlust. Der Saft steigt mehr 
in die oberen Partien, und die unteren werden eher 
  
 
        

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