Ovalstempel der Winzergenossenschaft, verwendet als 
Briefkopf bis etwa 1930 (Landesarchiv) 
  
  
   
  
  
  
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Briefkopf der Winzergenossenschaft, gestaltet von Eugen 
Verling (Landesarchiv) 
tung der Produkte des Weinbaus zur Aufgabe mache 
und gut prosperiere". Das Volkswirtschaftsdeparte- 
ment erkundigte sich deshalb in Vaduz nach “Statu- 
ten und Berichten dieser Genossenschaft". In der 
Maur bestátigte die Existenz einer "Vereinigung von 
Weinproduzenten, welche sich die Verwerthung der 
betr. Producte zur Aufgabe macht". Eigene Statuten 
besitze diese Vereinigung nicht, sondern sie treffe 
“alljährlich von Fall zu Fall Bestimmungen, um ihrem 
Ziele, die Producte möglichst gut zu verwerten, nahe 
zu kommen”. Nähere Auskünfte könne der Vaduzer 
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Ortsvorsteher oder Fidel Ospelt, Lehrer an der Lan- 
desschule in Vaduz, erteilen.? 
Am 25. Oktober 1902 gelangte Dr. Rudolf Schäd- 
ler, Vorstand der Winzergenossenschaft in Vaduz, an 
die Regierung. Schädler führte an, dass in Vaduz “seit 
mehreren Jahren eine freie Vereinigung von circa 
40—50 kleineren Weinbergbesitzern" bestehe, *welche 
sich. auf mündlichem Wege dahin einigten, die 
Weinernte (rothes Gewächs) in besondern Torkeln 
und gemeinsamen Geschirren einzubringen und die- 
selbe gemeinschaftlich zu verkaufen . . . Diese Vereini- 
gung, deren Wirksamkeit sich von Jahr zu Jahr besser 
bewährt”, habe nun beschlossen, “den bisherigen 
mündlich vereinbarten Usus in Statuten niederzule- 
gen” und ersuche um deren behördliche Geneh- 
migung. Die Statuten der Winzergenossenschaft 
Vaduz wurden am 30. Oktober 1902 genehmigt. Die 
Genossenschaft bezeichnete sich darin als eine “freie 
Vereinigung von Weinbergbesitzern in Vaduz” mit 
dem Zweck, “durch eine rationelle und sorgfältige 
Pflege des Weinstockes, sowie durch strenge Sortie- 
rung des Traubengutes einen möglichst guten Wein 
zu erzielen und denselben gemeinschaftlich in den 
Verkauf zu bringen ”.8 
Die Vaduzer Winzergenossenschaft kann also ihre 
Bestandsjubiläen ganz verschieden datieren. Die Ent- 
scheidung, das 100jährige Bestehen 1995 zu feiern, 
hätte genauso ihre Berechtigung gehabt wie andere 
Annahmen von Gründungsjahren. Die folgende 
Geschichte des Weinbaus wird zeigen, dass für die 
Winzer in Vaduz schon Jahrhunderte früher eigene, 
in Statuten festgehaltene Normen gegolten haben. 
Die natürlichen Voraussetzungen 
Der Weinbau stellt bestimmte Ansprüche an die Lan- 
desnatur. Der Rebstock ist eine anspruchsvolle Kul- 
turpflanze. Menge und Qualität der Weinernte hän- 
gen wesentlich von den natürlichen Verhältnissen — 
wie Lage, Klima und Böden des Anbaustandorts — ab. 
Der Mensch kann durch seine Eingriffe und Pflege 
natürliche Nachteile etwas ausgleichen, niemals aber 
aufheben.? 
  
 
        

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