Herausgeber:
Feuerwehren und Zivilschutz
Erscheinungsjahr:
[1996]
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000072340/36/
  
Kameraden anlässlich 
des Vereinsausfluges 
1950 nach Innsbruck 
Im Spätsommer 1947 hatte es zwei schwere 
Brandfälle gegeben: am 28. August brannte die 
Vaduzer Gemeindemühle vollständig ab und 
am 13. September wurde das Doppelhaus des 
Reinold Rheinberger und des Arnold Forrer ein 
Raub der Flammen. Von einem (allerdings 
leichteren) Brandfall überschattet war auch die 
Theateraufführung am Silvesterabend 1947: 
Während der Aufführung brannten beim Neu- 
bau von Gustav Ospelt die Gerüstbretter, die 
jedoch schnell gelöscht waren. Anschliessend 
konnte das Theaterstück dann zu Ende gespielt 
werden. 
Mit dem Fahrrad zum Feuerwehrtag 
Nachdem die Vaduzer Feuerwehrleute im Jahre 
1948 noch mehrere Male ausrücken mussten 
(auch zu Aufräumarbeiten nach einem Rüfe- 
abgang), so wurden sie im folgenden Jahr 
lediglich einmal in die Pflicht genommen, und 
zwar am 2. Juli 1949, als eine Hütte auf Ober- 
planken brannte. In diesem erfreulichen Jahr 
fand der Feuerwehrtag am 21. August in 
Gamprin statt. Ebenso positiv war, dass die 
Vaduzer Feuerwehrleute dieses Mal nicht mit 
dem Auto, sondern mit Fahrrádern zum Feuer- 
wehrtag fuhren. Über diesen Festtag berichtet 
der Jahresrückblick 1949 wie folgt: 
"Es war ein schóner Tag u. in flottem Tempo 
ging es in Reih u. Glied mittags 11 Uhr dem 
  
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Unterlande zu. Unsere Übung ging sehr gut 
und es war ein gemütliches Fest. Bei der Heim- 
kehr war es ein bischen anders: die einen fuh- 
ren, als wenn sie noch einen ersten Preis holen 
wollten, u. einige zeigten mehr akropatisches 
Kónnen. Preise wurden keine verteilt, aber 
unser Hauptmann Meinrad Ospelt, lud uns 
dafür ein, im "Café Real" mit ihm ein Bier zu 
trinken (...)". 
Der Verzicht auf die Fahrt zum Feuerwehrtag 
mit dem Auto hatte - dem Jahresbericht zufolge 
- einen erfreulichen Nebeneffekt: Es konnten 
dadurch die Kosten von 200 Franken für die 
Besorgung eines Autobusses (plus Chauffeur?) 
eingespart werden. 
Erster Einsatz der Motorspritze und Ausflug 
nach Innsbruck 
Im Februar 1950 brannte das "Zollhaus" bei der 
Rheinbrücke, welches von Anton Nigg bewohnt 
wurde. Bei der Bekämpfung dieses Brandes 
kam zum ersten Mal die erwähnte neue Motor- 
spritze zum Einsatz, doch vom Inventar des 
Zollhauses konnte nichts mehr gerettet werden. 
Am 22. und 23. Juli fand dann der zweitägige 
Vereinsausflug nach Innsbruck statt. Darüber 
berichtet das Protokollbuch: “Am 22. Juli mor- 
gens um 6 Uhr fuhren wir in 2 Autos von Otto 
Frommelt von hier weg in Richtung Feldkirch 
bis Ziel ‘Innsbruck’. Und im schönen Inns- 
bruck gab es wirklich schöne Stunden, aber für 
unsere Kameraden Eugen und Wilfried noch 
einige Bange. Am nächsten Ausflug ist unseren 
Helden daher zu empfehlen einen feuerfesten 
Koffer mit Ersatz-Kleidern mitzunehmen”. - 
Was hier geschehen war, sei der Phantasie der 
Leserinnen und Leser dieser Vereinschronik 
überlassen. 
Wenig spektakuläre fünfziger Jahre? 
In den folgenden zehn Jahren gab es nur zwei 
sehr schwerwiegende Vorkomnisse, die speziell 
erwähnt werden müssen: zum einen führte der 
Rhein um den 21./22. August 1954 - erstmals 
seit 1927 - wieder bedrohlich hoch Wasser mit 
sich (die Gefahr eines Dammbruchs konnte 
jedoch gebannt werden, einerseits weil es eine 
bessere Rheinwuhr gab, andererseits, weil es 
rechtzeitig aufhörte zu regnen); zum anderen 
war es das schwere Pontonierunglück im Rhein 
am 23. Juli 1956, bei dem elf Menschen starben. 
  
 
        

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