Herausgeber:
Feuerwehren und Zivilschutz
Erscheinungsjahr:
[1996]
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000072340/18/
  
Verabschiedung einer Vereinsordnung 
Die an der Gründungsversammlung (siehe 
dort) per Akklamation gewählten Verantwortli- 
chen mussten sich an der zweiten Versamm- 
lung der Freiwilligen Feuerwehr Vaduz nun der 
definitiven Wahl stellen. Diese zweite Ver- 
sammlung fand am 6. November 1896 abends 
um 8 Uhr im Schulhaus statt. Aus den Reihen 
der Gewählten wurde wohl auch der Aus- 
schuss gebildet, der am 11. Februar 1897 im 
Bierhaus in Vaduz das erste Mal tagte. Tages- 
Ordnung an dieser Ausschussitzung war die 
Festlegung der Vereinsordnung, welche die 
folgenden Punkte umfasste: 
  
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"]. Jedes Mitglied ist verpflichtet, sowohl bei den Übungen, Ver- 
sammlungen, als auch am Brandplatze pünktlich zu erscheinen und [es] 
wird jedes unentschuldigte Zuspütkommen oder Ganzwegbleiben mit 50 
Kr. gebüsst." 
"2. Im Falle ein Mitglied dreimal unentschuldigt den Vereinsverordnungen 
nicht nachkommt, so kann es vom Verein ausgeschlossen werden." 
"3. Jedes Mitglied hat zu seiner Ausrüstung die bestmógliche Sorgfalt zu 
tragen und im Falle einer Beschüdigung es dem Rüstmeister zu melden. 
Selbst verschuldete Beschüdigung wird gebüsst." 
"4. Ertünt Feueralarm, so hat sich jedes Mitglied so schnell wie móglich 
beim Spritzenhaus einzufinden und [es] ist besonders zur Nachtzeit 
ratsam, dass Nachbarmitglieder einander wecken, damit der Aufbruch be- 
schleunigt werden kann.” 
“5. Auf dem Brandplatze angelangt erkundigt sich der Hauptmann oder 
dessen Stellvertreter um den Bedrohten Heil oder um Wasser etc. Die 
Spritzen- und Schlauchlegermannschaft hat sich parat zu halten und [es] 
wird besonders darauf aufmerksam gemacht, dass keiner sich vom Platze 
entfernt (um dies oder jenes zu besichtigen) bis das Kommando zur Arbeit 
ruft. Der Steigerobmann beginnt sofort mit seiner Mannschaft seiner 
Tätigkeit.” 
“6. Ist das Brand-Objekt gelöscht, und vom Kommando die Rückreise an- 
geordnet, so hat sich jedes Mitglied auf das Signal “Abblasen” bei der 
spritze einzufinden, die Geräte werden geordnet, die Mitglieder aufge- 
zeichnet und man zieht in Corpore zurück.” 
“7. In allen Füllen befiehlt der Feuerwehr-Hauptmann oder dessen Stell- 
vertreter und [es] ist jedes Mitglied zu strengstem Gehorsam verpflichtet. 
Vergehen gegen diesen Punkt wird mit sofortiger Entlassung gebüsst.” 
“8. Um die heranwachsenden Unkosten zu decken beschliesst die Aus- 
schussitzung, dass jedes Mitglied einen Jahresbeitrag von 50 Kr. zu zahlen 
hat, in die Vereins-Kassa.” 
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Wie schon weiter oben erwáhnt, konnte der 
Verein seine finanziellen Aufwendungen nie- 
mals allein durch die Mitgliederbeiträge 
decken. Die ebenfalls bereits angesprochene 
grosszügige Unterstützung der Freiwilligen 
Feuerwehr in Vaduz durch ôffentliche und pri- 
vate Gônner führte dann an der Jahresver- 
sammlung vom 27. Januar 1901 dazu, dass "in 
Erwágung des jetzigen günstigen Vermógens- 
standes die Jahresbeiträge (...) vorläufig für 
laufendes Jahr abgeschafft” wurden. 
Dass die Mitgliederbeiträge keineswegs den 
Löwenanteil in der Finanzbuchhaltung aus- 
machten, wird in der Jahresrechnung des Ver- 
eins pro 1897 augenfällig. Laut den im Proto- 
koll der zweiten Jahresversammlung vom 28. 
Januar 1898 angeführten Angaben wurden von 
den 39 Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr 
Vaduz 19 Gulden und 50 Kreuzer als Jahresbei- 
träge einbezahlt. Indessen hatte der Verein im 
selben Jahr “von der löblichen Gemeinde Vaduz 
erhalten 52 fl. 25 kr. welche nun zur Verteilung 
der Mitglieder gelangten”. Der “schlimmste 
Punkt” der Jahresrechnung war der Einzug der 
Bussen in Höhe von 12 fl. 40 kr. Das macht 
deutlich, dass die in Punkt 1 der Vereins- 
ordnung wegen Zuspätkommens oder Weg- 
bleibens angedrohte Geldbusse relativ oft 
ausgesprochen werden musste. 
Frühes Vereinsleben und erste Bewährungs- 
proben 
Im Jahre 1897 traf sich der Verein (laut Jahres- 
bericht) auf jeweiliges Einberufen durch den 
Hauptmann monatlich zu einer Übung. Doch 
der Verein blieb nicht nur unter sich, sondern 
es wurden bereits im ersten Vereinsjahr Kon- 
takte zu benachbarten Feuerwehr-Vereinen 
aufgebaut. So “erging an unsern Verein die er- 
ste Einladung von dem löblichen Feuerwehr- 
verein Rankweil seinem Feuerwehrtag am 11. 
Juli gütigst beiwohnen zu wollen. Dieser Ein- 
ladung wurde mit Freude Folge geleistet und 
mit gutem Humor zog unser Verein dann 
abends vom dortigen Feste heimwárts". Eine 
zweite Einladung zu einem Feuerwehrtag führ- 
te die Vaduzer Feuerwehrleute dann am 29. 
August des Jahres zu einem Feuerwehrtag 
nach Schellenberg. 
Bereits am 26. Februar 1897 halfen Vaduzer 
Feuerwehrleute bei der Bekámpfung eines 
  
 
        

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