Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
22
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000071675/66/
Eine ähnliche Auffassung kommt in der berühmten Formel des engli­ schen Merkantilisten William Petty: "Labour is the Father and active Principle of Wealth as Lands are the Mother"11 zum Ausdruck. Petty zufolge ergibt sich die absolute Grundrente real als Überschuss des Ern­ teertrages über dessen Reproduktionskosten (Saatgut, Existenzsiche­ rung). Die Differentialrente begründet er als Fruchtbarkeits- (unter­ schiedliche Bodenqualität) oder als Lagerente (unterschiedliche Lage zu den Märkten). "Im Ansatz findet sich bei Petty bereits der Zusammen­ hang von Grundrente und Bodenpreis, nämlich der Bodenpreis als kapi­ talisierte Grundrente."12 In ähnlicher Weise sieht Adam Smith die Grundrente als Werk der Natur, welches übrigbleibt, wenn man alles abzieht oder ausgleicht, was man als Leistung des Menschen betrachten kann.13 "Seine Grundrenten­ theorie ist insoferne widersprüchlich, als er die Grundrente einmal als Bestimmungsgrund der Bodenproduktepreise bezeichnet und ein ande­ res Mal behauptet, ihre Höhe sei von den Preisen der Bodenprodukte abhängig."14 David Ricardo führte die Idee der Differentialrente weiter und defi­ nierte sie als Ertragsdifferenz, die sich aus dem Einsatz zweier gleicher Mengen an Arbeit und Kapital auf gleichen Bodenflächen ergibt. Auf ihn gehen ferner folgende Beobachtungen zurück: - im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung wird bei zunehmender Be­ völkerung immer schlechterer Boden für die Nahrungsproduktion eingesetzt; - der zuletzt zur Bewirtschaftung herangezogene Boden ist als Grenz(ertrags)boden zu bezeichnen. Auf diesem Boden fällt der ge­ samte Ertrag nur den Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital zu und die Grundrente beträgt null; - gelten die Gesetze von Angebot und Nachfrage und ist Boden knapp, existiert eine originäre Grundrente; - für die städtische Flächennutzung gilt, dass mit steigenden Markt­ preisen für Wohnungen, Gewerberäume etc. schlechtere Böden (z.B. schlechtere Lagen) in die Bauproduktion einbezogen werden. Die 11 Petty: Treaties of Taxes, 1899. 12 Popp und Schwarzenbach: Der Bodenmarkt, 1989, S. 35f. 13 vgl. Immler: Natur in der ökonomischen Theorie, 1985, S. 137. 14 Rieder und Huber: Landwirtschaftlicher Bodenmarkt, 1992, S. 18. 65
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.