Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
22
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000071675/58/
Zu diesem Behufe ist eine Periode festzulegen, auf welche sich die Er­ hebungen bzw. die auf letzteren fussenden Aussagen konzentrieren. Da­ bei ist eine derartige Zeiteinschränkung nicht als reiner Willkürakt, son­ dern als eine auf sachlichen Erwägungen aufbauende Entscheidung zu begreifen. Dementsprechend haben die Überlegungen, wo zeitliche Schnitte ge­ setzt werden sollen, verschiedene Gesichtspunkte einzubeziehen. Denn grundsätzlich wird das Abstecken des Analysezeitrahmens im Wege der Kompromissfindung zwischen gegenläufigen Kräften zu erfolgen ha­ ben. Während nämlich gewisse Teilaspekte die Wahl eines möglichst lan­ gen Zeithorizonts nahelegen, sprechen andere wiederum für dessen knappe Bemessung. Zunächst wäre für eine Ausdehnung der Untersuchungsperiode unter anderem der Umstand ins Treffen zu führen, dass sich wohl nur so län­ gerfristige Entwicklungszyklen beobachten und von blossen Zufalls­ schwankungen trennen lassen. Darüber hinaus bietet erst ein mehrjähri­ ger Stützzeitraum eine gewisse Gewähr, dem Risiko eines durch einma­ lige, aussergewöhriliche Ereignisse völlig verzerrten Bildes angemessen begegnen zu können. Ausserdem werden atypische Sonderfälle umso eher als solche zu erkennen und bei der Interpretation von Erhebungs­ resultaten entsprechend zu würdigen sein, je weiter die Recherchen zeit­ lich ausgreifen. Schliesslich steigt mit dem Umfang des betrachteten Zeitabschnittes auch die Wahrscheinlichkeit, eine für repräsentative Aussagen notwen­ dige Zahl von Geschäftsfällen zusammenzubekommen. - Ein Argu­ ment, das in dem Masse an Bedeutung gewinnt, in dem sich die räum­ liche Erstreckung des Untersuchungsgebietes verengt. Den eben angeführten, einer Prolongation das Wort redenden Be­ weggründen stehen allerdings nun Triebfedern gegenüber, die in genau gegenteiliger Richtung wirken, die also eine stärkere Beschränkung auf einen möglichst kurzen Analysezeitraum angeraten erscheinen lassen. In diesem Zusammenhang gebührt dem Erkenntniszweck entsprechende Aufmerksamkeit. Denn wenn sich dieser nicht im rein deskriptiven, hi­ storischen Interesse erschöpft, dann ist beispielsweise der Bedarf der Politik nach für sie handlungsrelevanten Forschungsresultaten einzukal­ kulieren. Die öffentlichen Entscheidungsträger haben ja in erster Linie die gegenwärtigen bzw. künftig sich abzeichnenden Entwicklungen zu beeinflussen und zu gestalten und benötigen dazu aktuelle Grundlagen. 57
        

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