Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
22
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000071675/46/
- unselbständigem Besitz (von dem in allen anderen Fällen gesprochen wird). Da das Besitzrecht - insbesondere das unselbständige - für sich allein genommen in erster Linie Schutz vor Fremdeinwirkung unberechtigter Dritter und gegenüber verbotener Eigenmacht bietet, ansonsten aber im Vergleich etwa zum Eigentum doch qualitativ einigermassen anders ge­ artet ist, erscheint es aus sachlichen Gründen angelegen, Geschäfte, wo nur der - womöglich befristete - Besitzübergang den Gegenstand bildet, aus dem Kreis der zum Bodenmarkt im engeren Sinne gehörigen Trans­ aktionen auszuklammern. 4. Formen der Übertragung von Rechten an Grundstücken Die Beschäftigung mit dem Liegenschaftsbegriff sowie die Befassung mit den an Grundstücken erwerbbaren Rechten reicht zur beabsichtig­ ten sachlichen Eingrenzung des Bodenmarktes noch keineswegs aus; denn die für eine ökonomische Analyse eigentlich interessierende Kate­ gorie der "Rechtsgeschäfte mit Grundstücken" ist nicht nur wegen der eben vor Augen geführten verschiedenen Ausprägungsformen jener dinglichen Rechte, welche den Inhalt solcher Geschäfte bilden können, diversifiziert und darob erläuterungsbedürftig, sondern sie ist auch des­ halb so vielgestaltig und damit noch weiterer Abklärung erheischig, weil für die "Geschäfte", mit denen sich über solche Rechte verfügen lässt, ebenfalls ein beachtlicher Variantenreichtum existiert. Da also die zuvor vorgestellten, an Grundstücken begründbaren dinglichen Rechte auf verschiedenerlei Weise übertragen werden können, und da keines­ wegs sämtliche derartigen Dispositionen den von den Wirtschaftswis­ senschaften implizierten Vorstellungen einer Markttransaktion entspre­ chen, erscheint es schliesslich in einem eigenen Schritt noch erforder­ lich, jene Formen der Übertragung von Rechten an Grundstücken möglichst genau zu identifizieren, die als Bodenmarktgeschäfte anzu­ sehen sind. Die dafür erforderliche Schematisierung der Rechtsgeschäfte ist aller­ dings ungleich schwieriger zu leisten, als die zuvor besprochene Klassi­ fikation der an Grundstücken erwerbbaren dinglichen Rechte. Während nämlich der Gesetzgeber letztere im Sachenrecht taxativ enumeriert, und alle an diesen Katalog verpflichtend bindet, gesteht er für Rechts­ 45
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.