Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
22
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000071675/231/
- Die Hypothese, dass die Lage ein sehr entscheidendes Marktkrite­ rium abgibt, scheint sich voll zu bestätigen. In zentraleren Orten ist der Boden deutlich teurer als in den exponierteren Randgemeinden. So liegen beispielsweise die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Bauzonengrundstücke in Vaduz mit 1.570,- sFr etwa drei Mal so hoch wie in Ruggell mit 473,- sFr. - Auch im Hinblick auf die Lage der Grundstücke innerhalb der Ge­ meinde dürfte die Faustregel, dass zentralere Grundstücke teurer sind, aufgrund subjektiven Eindruckes in hohem Masse zutreffen. Ein quantifizierender Beleg dafür Hess sich freilich aufgrund des geringen Datenmaterials nicht beibringen, ausserdem wäre ein Lageparameter in einem schon ziemlich zersiedelten Gebiet besonders schwer opera- tionalisierbar. - Was eine Einschätzung der Preisausschläge bei Freizeitgrundstücken betrifft, die auf Besonderheiten der Lage zurückzuführen wären, so scheint wegen der geringen Zahl solcher Bodenverkäufe keine ein­ deutige Aussage möglich. Gelangten doch während des fünfjährigen Untersuchungszeitraumes lediglich 19 derartige Parzellen in den freien Handel. Überdies waren einige von diesen bebaut, andere aber unbebaut und einmal stand sogar lediglich ein Waldstück zur Dispo­ sition. Hinzu kommt noch, dass sich die wenigen Geschäfte auf meh­ rere Gemeinden verteilten. Die starke Heterogenität verwischt das Bild sosehr, dass das Ziehen klarer Schlüsse unstatthaft wäre. - Die These, dass die Preise dort a nziehen, wo die Bautätigkeit besonders rege ist, Hess sich weder verifizieren noch falsifizieren, weil einer­ seits die Zeitreihe zu kurz und andererseits die Erstellung einer für die­ se Fragestellung adäquaten Baustatistik zu aufwendig gewesen wäre. - Die Vermutung, dass raumplanerische Vorgaben von hoher Markt- relavanz sind, wird durch die empirischen Befunde deutlich erhärtet. Die Zonenzugehörigkeit der Grundstücke schlägt sich sehr deutlich nieder und übt einen massgeblichen Einfluss auf den Realitätenhandel aus. Die Ortsplanung sorgt mit ihren Festlegungen in aller Regel für klare Preissprünge. Eine Verwischung tritt nur in Zonen auf, wo die künftigen Nutzungsbefugnisse nicht ganz eindeutig sind (Bauerwar­ tungsland) und wo Grund zur Hoffnung aber keine Gewissheit be­ steht, später wirklich einmal bauen zu dürfen. - Die Annahme eines deutlichen Preisabfalles für winzige und ungün­ stig geformte Grundstücke, welche deswegen für die Überbauung 230
        

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