Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
22
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000071675/229/
sen möchte, und wenn er qua Vermittler zunächst anonym und ohne Preisgabe seiner Zwangssituation Geschäftspartner sucht. Unter sol­ chen Bedingungen wenden sich die Anbieter jeweils völlig von selbst an die Makler. Schliesslich runden Vermittler bisweilen ihre Informationsakquisi- tion durch unorthodoxe Vorgehensweisen ab. So benutzen Makler fallweise Zeitungsannoncen für das Marktmonitoring, wenn sie zu Testzwecken Inserate plazieren, um sich über die eingehenden Reak­ tionen eine Verfeinerung des Bildes von der aktuellen Marktlage zu verschaffen. - Dass potentielle Veräusserer oder Erwerber via Medien auf eigene Faust die Geschäftspartnersuche in Angriff nehmen, kommt nur in Ausnahmefällen vor. Obzwar schlussendlich spätestens vor der Grundverkehrskommission bzw. beim Grundbuchseintrag Grund­ stückstransaktionen (beschränkt) öffentlich werden, herrscht in der Geschäftsanbahnungsphase nicht nur in Liechtenstein - aber hier of­ fenbar ganz besonders - eine Scheu vor dem Weg an eine breitere Öf­ fentlichkeit. Dementsprechend rar sind in Landeszeitungen die Im­ mobilieninserate - und wenn Anzeigen geschaltet sind, haben sie meist Mietangebote zum Inhalt. Annoncen, die Liegenschaften zum Kauf offerieren, sind eine ausserordentliche Seltenheit. Lediglich bei Zwangsversteigerungen stellt die Ankündigung in den Zeitungen den Regelfall dar, um das Käuferpublikum anzusprechen. Ebenso ver­ zichten die Anbieter fast völlig auf am Grundstück aufgestellte Tafeln oder auf sonstige am Objekt angebrachte Werbemittel, die die Markt­ verfügbarkeit der Liegenschaft signalisieren. - Eine ähnliche Verhaltenheit vor allzugrosser Publizität tritt bei jenen zu Tage, die Nachfrage aktuieren möchten. In diesem Zusammenhang ergibt sich meistens ein eher diskretes, aktives Zugehen von Nachfra­ gern auf diejenigen Grundeigentümer, bei denen sie Verkaufsbereit­ schaft vermuten. Dabei ist ein zumindest moralisch nicht über alle Zweifel erhabenes Vorgehen nicht immer völlig auszuschliessen, dass nämlich gezielt Grundeigentümer angesprochen werden, die a konto ihrer generellen Unerfahrenheit in ökonomischen Belangen oder aus sonstigen Gründen (altersbedingte Demenz etc.) dem modernen Wirtschaftsleben nicht mehr gewachsen sind. - Eine weitere Strategie im Vorfeld von Grundverkehrsgeschäften setzt auf die Einbindung der Gemeinden. Die Kommunen sehen sich bis­ 228
        

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